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Schwerhörigkeit im Alter liegt nicht immer an den Ohren

Schwerhörigkeit im Alter liegt nicht immer an den Ohren

15.07.2011, 15:22 Uhr | dapd, tze, dapd

Schwerhörigkeit im Alter liegt nicht immer an den Ohren. Schwerhörigkeit macht vielen älteren Menschen zu schaffen.  (Foto: imago)

Schwerhörigkeit macht vielen älteren Menschen zu schaffen. (Foto: imago)

Braucht Opa ein Hörgerät? Viele Senioren entwickeln allmählich eine Schwerhörigkeit. Mit zunehmendem Alter fällt es ihnen schwer, in geselliger Runde am Kaffeetisch, im Restaurant oder bei laufendem Fernseher einem Gespräch zu folgen. Die gängige Vermutung ist, dass das Hörvermögen nachlässt. Dabei liegt es nicht immer an den Ohren.

Die Ohren hören zu viel auf einmal

Laut Studie des Münchner Neurowissenschaftlers Benedikt Grothe können Menschen im Alter die Geräuschkulisse oft nicht mehr so effektiv ausblenden wie in jüngeren Jahren. "Wahrscheinlich liegt diesem Problem ein Defizit in der zeitlichen Verarbeitung der Information im Gehirn zugrunde", sagt der Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität. Die Ursache sei vermutlich ein Missverhältnis bestimmter Botenstoffe, die Informationen zwischen Nervenzellen übertrügen, heißt es in der Studie, die im Fachmagazin "The Journal of Neuroscience" erschienen ist.

Gehirn unterscheidet zwischen Nutzschall und Störschall

Die Ohren kennen keine Stille, denn wir hören ständig etwas, beispielsweise die Geräusche des eigenen Körpers. Allerdings nehmen wir das meiste davon gar nicht bewusst wahr. Das Gehirn steuert, welche Reize des Hörnervs in unser Bewusstsein vordringen und schützt uns so vor Reizüberflutung. Experten sprechen von "Nutzschall" - Geräusche, die man hören will - und "Störschall" - Geräusche, die man nicht hören will und die normalerweise ausgeblendet werden. Aus dem permanenten Geräuschfluss filtert das Gehirn wichtige Informationen. Erst durch die blitzschnelle Informationsverarbeitung wird aus dem Hören ein Verstehen.

Typische Anzeichen für Altersschwerhörigkeit

Typisch für Altersschwerhörigkeit ist, dass die Betroffenen hohe Töne schlechter hören können. Später lässt das Hörvermögen auch bei mittleren und tiefen Frequenzen nach. Meistens wird die Schwerhörigkeit erst dann bemerkt, wenn Senioren Gesprächen in Menschengruppen nicht mehr folgen können und Fernseher oder Radio immer lauter drehen. Die Ursache der Hörprobleme sollte von einem Ohrenarzt abgeklärt und wenn möglich mit einer Hörhilfe behoben werden, denn Schwerhörigkeit führt schnell zu Konflikten in der Partnerschaft und gesellschaftlicher Isolation.

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