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Chirurgie: Internetportal soll sinnlose Operationen verhindern


Internetportal soll sinnlose Operationen verhindern

15.08.2011, 13:57 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Chirurgie: Internetportal soll sinnlose Operationen verhindern. Ist eine OP wirklich nötig? Ein Zweitgutachten ist ratsam. (Foto: imago)

Ist eine OP wirklich nötig? Ein Zweitgutachten ist ratsam. (Foto: imago)

Deutsche Chirurgen wollen Patienten dabei helfen, unnötige Operationen zu vermeiden. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" wollen sie über ein Internetportal unabhängige Zweitmeinungen anbieten. Einige Krankenkassen haben signalisiert, dass sie die Kosten übernehmen wollen.

Vorsicht! Operation

Seit Jahren kennen die Kosten im deutschen Gesundheitssystem nur eine Richtung: Sie steigen. Das liegt auch an zahllosen Operationen von zweifelhaftem medizinischen Nutzen. Vor diesem Hintergrund startet ein Zusammenschluss von zwölf führenden deutschen Chirurgen nach "Spiegel"-Informationen nun ein ungewöhnliches Projekt. Unter dem Namen "Vorsicht Operation" wollen sie ein Internetportal eröffnen, auf dem jeder Patient vor einem chirurgischen Eingriff noch eine unabhängige Zweitmeinung einholen kann.

Zweitmeinung innerhalb von zwei Wochen

Wer seine Röntgenbilder, Laborbefunde und sonstige medizinische Daten einsendet und zur Diagnosestellung nötige Fragen beantwortet, bekommt innerhalb von zwei Wochen mitgeteilt, ob die kritischen Chirurgen die geplante Operation wirklich für sinnvoll halten. Mit ihrer Aktion wollen die Portalgründer der erschreckend hohen Zahl operativer Eingriffe an Knie, Rücken, Schulter oder Hüfte entgegenwirken, die ihrer Meinung zufolge wenig nutzen, dafür aber umso mehr schaden können.

Chirurgen: Viele OPs nutzen nur den Ärzten

"Ich kann nicht zusehen, wie da draußen Operationen gemacht werden, die dem Patienten nichts bringen, sondern nur dem Arzt nutzen", sagte der Heidelberger Knie-Experte Hans Pässler, einer der Gründer des Portals. Der bekannte Rückenexperte Jürgen Harms wiederum beklagt, dass in Deutschland viel zu viele Bandscheibenoperationen durchgeführt würden. 40 bis 45 Prozent der Patienten könnten auch konservativ behandelt werden: "Ich habe zu viele Eingriffe gesehen, die in grandiosen Fehlschlägen endeten. Und dann sehe ich Leute, denen es nach einem Bandscheibenvorfall wieder gut geht - ganz ohne Operation."

"Flut überflüssiger Maßnahmen eindämmen"

Gerade erfahrene Ärzte seien gefordert, die Flut überflüssiger ärztlicher Maßnahmen einzudämmen, meint auch der Bochumer Chefarzt für Plastische Chirurgie, Ulrich Steinau: "Wir haben uns als Gruppe von Seniorchirurgen zusammengetan, von denen Patienten Seriosität und objektive Beurteilung erwarten dürfen."

Einige Krankenkassen wollen Kosten übernehmen

Wer über das neue Portal ein Gutachten bestellt, wird dafür, je nach Aufwand, 200 bis 600 Euro bezahlen müssen. Mindestens zwei Krankenkassen, die Deutsche Betriebskrankenkasse und die private Debeka mit zusammen rund drei Millionen Versicherten, haben bereits signalisiert, dass sie die Kosten für den Service erstatten wollen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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