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Prostata: Sägepalmenextrakt hilft nicht bei Prostatabeschwerden

Zweifel am Wirkstoff gegen Prostataleiden

29.09.2011, 09:44 Uhr | msh

Prostata: Sägepalmenextrakt hilft nicht bei Prostatabeschwerden . Wirkungslos: Prostatamittel aus dem Extrakt der Sägepalme (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wirkungslos: Prostatamittel aus dem Extrakt der Sägepalme (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Prostatamedikamente mit Extrakten aus der Sägepalme sind laut einer neuen amerikanischen Studie wirkungslos. Selbst bei hoher Dosierung sind sie nicht wirksamer als ein Placebo, das belegten Wissenschaftler in einer Studie mit 369 Männer ab einem Alter von 45 Jahren. Die Männer litten unter einer vergrößerten Prostata, die mit Problemen beim Urinieren einhergeht.

Wirkung von Sägepalmextrakt umstritten

Arzneimittel wir "Prostagutt" oder "Granufink" enthalten Wirkstoffe aus den Blättern der Sägepalme. Das darin enthaltene Extrakt der Sägepalme soll Symptome einer gutartigen Vergrößerung der Prostata lindern, wie sie bei älteren Männern häufig vorkommt. Ältere Studien lieferten bereits mehrfach widersprüchliche Ergebnisse zur Wirksamkeit des Palmenextrakts. Einige sprachen für eine schwache Wirksamkeit, andere widerlegten diese. Jetzt habe man die Wirksamkeit des Präparats erstmals auch mit überhöhten Dosen überprüft, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Journal of the American Medical Association" (JAMA). "Männer sollten ihr Geld nicht an dieses Pflanzenmittel verschwenden, um ihre Symptome einer vergrößerten Prostata zu lindern. Denn es wirkt eindeutig nicht besser als eine Zuckerpille", sagt Gerald Andriole von der Washington University School of Medicine in St. Louis, einer der Autoren der Studie.

Placebo tritt gegen Pflanzenmittel an

Von den Teilnehmern der Studie, die an elf Forschungseinrichtungen in den USA durchgeführt wurde, erhielt eine Hälfte eine Zuckerpille, also ein Placebo. Die andere Hälfte bekam eine gleich aussehende Tablette mit 320 Milligramm Sägepalmextrakt. Weder die Ärzte noch die Studienteilnehmer wussten, welcher Teilnehmer welcher Gruppe angehört. Nach 24 Wochen wurde die Dosierung des Medikaments auf das Doppelte, nach 48 Wochen auf das Dreifache also 960 Milligramm hochgesetzt. Vor Beginn der Studie und nach 17 Monaten wurde bei allen der Harnfluss sowie weitere Symptome regelmäßig kontrolliert. Es zeigte sich, dass das Pflanzenextrakt nicht besser wirkte als das Scheinmittel.

Scheinmittel wirkt sogar besser

In beiden Gruppen verbesserten sich Symptome leicht, was dem allgemeinen Placebo-Effekt zugeschrieben wurde: „Patienten berichten häufig über eine Verbesserung der Symptome, wenn sie etwas dagegen einnehmen, selbst wenn es nur ein Placebo ist“, sagt Andriole. Darauf ist laut des Forscherberichts auch zurückzuführen, dass die Placebo-Gruppe am Ende des Untersuchungszeitraumes sogar einen leicht besseren Harnfluss hatte als die Palmenextrakt-Gruppe.

Hersteller von "Prostagutt" widerspricht Studie

Laut der Pharmafirma Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG. gelten die Ergebnisse dieser Untersuchung nicht für das Präparat "Prostagutt forte". In der amerikanischen Studie sei ein in Deutschland kaum noch gebräuchlicher Sägepalmenfrüchte-Extrakt verwendet worden. Extrakte aus den getrockneten Früchten der Sägepalme könnten sich je nach Herstellungsverfahren in ihrer Arzneimittelwirkung stark unterscheiden. Der Hersteller verweist darauf, dass die Wirksamkeit von "Prostagutt forte" zur Behandlung von Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrößerung sei in mehreren Studien nachgewiesen worden sei.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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