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Senioren: Jeder sechste ist mangelernährt

Senioren  

Nur noch Brot und Käse - Jeder sechste Senior ist mangelernährt

20.10.2011, 17:17 Uhr | vdb

Senioren: Jeder sechste ist mangelernährt. Mangelernährung: Alte Menschen hungern häufig unbemerkt. (Quelle: imago images)

Mangelernährung: Alte Menschen hungern häufig unbemerkt. (Quelle: imago images)

Unter Senioren kommt es in Europa häufig zu Mangelernährung. Jeder sechste alte Mensch sei betroffen, sagte Jean-Pierre Baeyens von der Europäischen Gesellschaft für Gerontologie zu pressetext.com. "Mangelernährung wird zu wenig erkannt und behandelt. Dabei verringert ausreichende Ernährung nachweislich die Zahl und Dauer der Spitaleinlieferungen", so Baeyens. Verantwortlich für die Mangelernährung von Senioren seien körperliche und soziale Faktoren.

Opa schmeckt schlechter

Mangelernährung bleibt bei älteren Menschen häufig unerkannt. Zum Beispiel wird Gewichtsverlust in der Regel als normal angesehen. Dabei sei er viel mehr ein Anzeichen fehlender Ernährung, sagt der Experte. Für die Mangelernährung unter Senioren gibt es zahlreiche Gründe. Sie haben oftmals Probleme mit ihren Zähnen und Kiefern und essen deshalb weniger gerne. Auch der Geruchs- und Geschmackssinn ist eingeschränkt. "Mit 80 Jahren hat man bereits 70 Prozent der Sensorik für Zucker und Salz verloren, weshalb es normal ist, dass der Großvater mehr Würze und Süße im Essen braucht und das Essen im Pflegeheim als langweilig empfindet", sagt Baeyens. Auch kognitive Probleme sind für fehlende Mahlzeiten verantwortlich. Beispielsweise vergessen demente Patienten schlichtweg zu essen und ihr Hungergefühl ist weniger stark ausgeprägt. Zudem nimmt der Körper alter Menschen Kalorien schlechter auf als der junger, so dass es leichter zu einer Gewichtabnahme kommen kann.

"Nur noch Milch, Brot und Käse"

Auch soziale Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Heute gibt es kaum mehr den Tante Emma-Laden um die Ecke und der Supermarkt ist für alte Menschen häufig schwer zu erreichen. Zudem spielt Altersarmut eine Rolle. Viele haben nicht genug Geld für hochwertige Lebensmittel. Zusätzlich führt in vielen Fällen auch Einsamkeit zu einer Verschlechterung des Essverhaltens: "Sind 85-Jährige dann plötzlich alleine, hören sie nach ein paar Wochen auf zu kochen und ernähren sich nur noch von Milch, Brot und Käse", so der belgische Altenmediziner. "Auch Angehörige müssen deshalb wachsam sein. Ein Blick in den Kühlschrank alter Menschen reicht dazu: Findet man dort nichts oder bloß abgelaufene Nahrung, ist dies ein deutlicher Hinweis für Unterernährung und auch für eine höhere Sterblichkeit, wie eine Genfer Studie zeigt", so Baeyens.

Essen im Heim nicht besser

Doch auch das Essen im Heim führe häufig zu Mangelernährung. Schuld sei das knappe Essensbudget und die Personalknappheit. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sollten mehr auf die Ernährung achten, fordert der Experte. Baeyens betont, dass die Erkennung und Behandlung von Mangelernährung einfach und billig seien. Doch auch von Ärzten würde das Problem häufig nicht erkannt und bagatellisiert.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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