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Messie-Syndrom: Warum Messies nicht aufräumen können

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Warum Messies nicht aufräumen können

18.11.2011, 11:24 Uhr | cme

Messie-Syndrom: Warum Messies nicht aufräumen können. Messie-Syndrom: Mit Unordnung fängt es an.  (Quelle: imago)

Nur Unordnung oder schon ein Messie-Syndrom? (Quelle: imago)

Berge von Müll, dreckiges Geschirr und Stapel von Schmutzwäsche: Bilder von Messie-Wohnungen machen Außenstehende fassungslos. Wie kann man die eigene Wohnung so verdrecken lassen? Sind Betroffene einfach verwahrlost? Was steckt hinter dem Messie-Syndrom und kann man Betroffenen überhaupt helfen?

Messies wollen aufräumen, schaffen es aber nicht

Die Erforschung des Messie-Syndroms steht noch am Anfang. In den Diagnosekatalogen der Psychotherapie ist das Krankheitsbild nicht definiert. Typisch für das Syndrom ist vor allem die Handlungsstörung. "Betroffene wollen Ordnung halten, können es aber nicht. Sie wissen selbst nicht, warum", sagt Dr. Rainer Rehberger, Arzt für Psychotherapie und einer der führenden Therapeuten in dem Bereich. Viele Betroffene hätten sogar besonders hohe Ziele in puncto Ordnung und Sauberkeit, die sie jedoch nie erreichten.

Depressionen und Zwangsstörungen als Ursache

Über die Ursachen weiß man noch nicht viel. "Das Messie-Syndrom ist sehr vielschichtig. Bei meinen Patienten treffen fast ausnahmslos vier bis fünf verschiedene Krankheitsbilder zusammen", sagt Rehberger. "Bei allen meinen rund 70 betroffenen Patienten kamen Depressionen und Sucht als Selbstbehandlung zusammen", sagt Rehberger. Dazu komme eine zwanghafte Persönlichkeit, meist auf dem Boden frühkindlichen erlittenen Zwangs, oft mit Gewalt verbunden. Viele litten zudem unter unsicher-abweisendem Bindungsverhalten, Angststörungen, Essstörungen und verschiedenen Suchtformen wie Essstörungen, Drogen, Alkohol oder Sammelsucht.

Nicht jeder nimmt Hilfe an

So vielfältig wie die Ursachen sind, so schwierig ist auch die Behandlung. Viele Betroffene haben ein Problem damit, sich überhaupt auf Beziehungen einzulassen. Die Bindungsstörung führt dazu, dass sich Menschen mit Messie-Syndrom eher zurückziehen und nur wenige an sich heranlassen. Daher sei es bereits ein Erfolg, wenn die Patienten überhaupt Hilfe annähmen - egal ob Selbsthilfegruppe oder Psychotherapie. In der Therapie werden dann die einzelnen Krankheitsbilder behandelt - mit unterschiedlichem Erfolg: "Depressionen gelten heute als gut behandelbar", so Rehberger. Zwanghaftes Verhalten und Bindungsstörungen hingegen seien schwieriger zu therapieren.

Wie Angehörige helfen können

Wer Betroffenen in Familie oder Freundeskreis helfen will, sollte behutsam vorgehen. Da Menschen mit Messie-Syndrom oft in der Kindheit viel Zwang erlebt haben, fühlen sie sich durch Hilfsangebote häufig bevormundet. Man könne gemeinsam mit den Betroffenen Verbindung zu einer Selbsthilfegruppe oder einem geeigneten Therapeuten aufnehmen, so Rehberger. Auch gemeinsames Aufräumen kann helfen - allerdings muss man dabei vorsichtig sein und zum Beispiel nicht eigenmächtig Dinge wegwerfen. "Das ist ein heikles Thema", weiß der Therapeut. Die letzte Entscheidung sollte immer noch beim Betroffenen selbst liegen.

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