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Brustimplantate: Bundesregierung warnt vor französischen Brustimplantaten

Brustimplantate  

Bundesinstitut warnt vor französischen Brustimplantaten

22.12.2011, 09:26 Uhr | dpa / afp, dpa, AFP

Brustimplantate: Bundesregierung warnt vor französischen Brustimplantaten. Bundesregierung warnt vor französischen Brustimplantaten. (Quelle: AFP)

Bundesregierung warnt vor französischen Brustimplantaten. (Quelle: AFP)

Die französischen Behörden müssen entscheiden, ob sie rund 30.000 Frauen aufrufen, sich Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèses (PIP) entfernen zu lassen. In Deutschland warnt jetzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor PIP-Produkten. 19 Fälle von Rissen in diesem Implantaten seien bekannt geworden, so Sprecher Maik Pommer.

Zusammenhang mit Krebserkrankungen nicht bestätigt

Angesichts der Diskussion um ein mögliches Krebsrisiko durch Brustimplantate aus Frankreich warnt die zuständige Bundesbehörde vor Panik. In Deutschland seien 19 Fälle von Rissen in solchen Brustimplantaten bekanntgeworden, "aber diese Fälle stehen in keinerlei Zusammenhang mit einer Krebserkrankung", sagte der Sprecher des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Maik Pommer. Wie viele Frauen in Deutschland Implantate des französischen Herstellers erhalten haben, sei dem Bonner Institut nicht bekannt.

Mit Implantat-Pass zum Arzt

In der Regel bekomme eine Frau nach einem solchen Eingriff einen Implantat-Pass mit Angaben zum Hersteller. "Verunsicherte Frauen sollten auf jeden Fall nochmal ihren implantierenden Arzt ansprechen", rät Pommer. Derzeit werde in Frankreich geprüft, ob es einen konkreten Zusammenhang zwischen gerissenen Implantaten und einer Krebserkrankung gebe. "In Deutschland sind uns jedoch keine Verdachtsfälle von Krebserkrankungen im Zusammenhang mit diesen Implantaten gemeldet worden."

Müssen 30.000 Frauen die Brustimplantate entfernen lassen?

Die französischen Behörden wollen jetzt entscheiden, ob alle Frauen mit PIP-Implantaten in Frankreich aufgerufen werden sollen, sich die Silikoneinlagen entfernen zu lassen. Hintergrund sind mindestens acht Krebsfälle bei Frauen mit fehlerhaften Implantaten, zwei Frauen sollen daran gestorben sein. Der französischen Justiz in Marseille liegen über 2000 Beschwerden von Frauen vor. Von einem Aufruf, sich ihre Silikoneinlagen wieder entfernen zu lassen, wären in Frankreich etwa 30.000 Frauen betroffen.

"Hausgemachtes Gel" statt Silikon-Gel eingesetzt

Die französischen Behörden haben festgestellt, dass die meisten seit 2001 hergestellten PIP-Brustimplantate nicht mit dem vorgesehenen Silikon-Gel gefüllt waren. Laut dem Marseiller Staatsanwalt Jacques Dallest verwendete die Firma stattdessen ein "hausgemachtes Gel". Dadurch sei das Risiko von Rissen und in der Folge auch von Entzündungen gestiegen. Das verwendete Gel sei zehn Mal billiger gewesen. PIP verkaufte rund 80 Prozent seiner Implantate ins Ausland, mehr als die Hälfte ging in den Jahren 2007 bis 2009 nach Südamerika, knapp 30 Prozent nach Westeuropa.

PIP-Implantate auch in Großbritannien eingesetzt

In Großbritannien wurden bei 40.000 bis 50.000 Frauen die PIP-Implantate eingesetzt. Eine Sprecherin der britischen Kontrollbehörde für Medizinprodukte hob in der BBC aber ebenfalls hervor, dass es keinen Beweis für krebsauslösende Substanzen in den Produkten gebe. "Die Frauen brauchen nicht in Panik zu verfallen", sagte sie. Trotzdem wollen mehr als 250 Frauen gegen mindestens sechs Kliniken klagen, in denen sie die Implantate bekamen, teilte ihre Anwältin Esyllt Hughes am Mittwoch mit. "Mehr als die Hälfte der Frauen hat Risse in den Implantaten gehabt", andere seien nur beunruhigt wegen der umlaufenden Informationen. Es wäre natürlich besser, direkt PIP zu verklagen, aber die Firma werde derzeit gerichtlich abgewickelt und sei zudem offenbar nicht "korrekt versichert" gewesen, ergänzte sie.

TÜV wurde von Firma getäuscht

Der TÜV Rheinland, der die PIP-Produkte ursprünglich europaweit zertifiziert hatte, erstattete in Marseille Strafanzeige gegen PIP. Der TÜV sei von der Firma "nachweislich, umfassend und fortgesetzt getäuscht worden", weil sie Änderungen an der Silikonart nicht mitgeteilt habe. Sein Zertifikat hatte der TÜV Rheinland bereits nach Bekanntwerden der Fehler im März 2010 ausgesetzt.

Ratgeber - Wer ist für fehlerhafte Medizinprodukte verantwortlich?

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