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Erstmals Impfung gegen Hepatitis C getestet

Hepatitis  

Impfstoff aus Affen-Viren soll gegen Hepatitis C schützen

05.01.2012, 12:09 Uhr | dpa/jlu/cme, dpa

Erstmals Impfung gegen Hepatitis C getestet. Die Impfung könnte Leben retten. (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Eine Impfung gegen die auslösenden Bakterien kann Leben retten. (Quelle: imago images)

Ein neuartiger Impfstoff gegen die Erreger von Hepatitis C hat sich in einem ersten Test an gesunden Menschen als gut verträglich erwiesen. Das Präparat nutzt gentechnisch veränderte Viren aus Schimpansen, um das menschliche Immunsystem gegen die gleichfalls viralen Auslöser von Hepatitis C zu mobilisieren. Zwei Forschergruppen berichten im Journal "Science Translational Medicine", wie sie das passende Affen-Virus identifizierten und dieses zum experimentellen Impfstoff entwickelten.


Übertragung wie HIV

Hepatitis C wird - ähnlich wie HIV - ausschließlich durch sexuelle Kontakte oder über das Blut übertragen. Allerdings ist diese Form von Hepatitis besonders tückisch, da sie in 80 Prozent der Fälle chronisch verläuft. Gegen die Krankheit gibt es bislang keinen Impfstoff. Ob das neue Präparat die Zahl neuer Infektionen beim Menschen tatsächlich verringern kann, wurde noch nicht geprüft. Das meist mit dem Blut - etwa über Drogenbesteck - übertragene Hepatitis-C-Virus (HCV) führt in vielen Fällen zu dauerhaften Infektionen und verursacht Leberschäden.

Hohe Dunkelziffer wegen fehlender Symptome

In Deutschland treten hauptsächlich Hepatitis A, B oder C auf. Obwohl die Infektionskrankheit meldepflichtig ist, lässt sich schwer sagen, wie viele Betroffene es hierzulande gibt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) werden jedes Jahr rund 10.000 Neuinfektionen mit Hepatitis gemeldet - davon entfallen rund zwei Drittel auf Hepatitis C. "Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich weit höher. Denn oft zeigen sich bei einer Hepatitis keine typischen oder nur grippeähnliche Symptome. Deshalb wissen viele gar nicht, dass sie infiziert sind und andere anstecken können", sagt Professor Hans Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut in München. Laut RKI tragen vier bis acht Prozent der Deutschen Antikörper gegen Hepatitis B im Blut - das bedeutet: Sie haben sich im Laufe ihres Lebens mit dem Virus infiziert - oft ohne es zu wissen. Die Zahl der Hepatitis-B-Erkrankungen ist allerdings seit Einführung der Hepatitis-B-Impfung für Kinder und Jugendliche 1995 rückläufig.

Ausbruch erst nach mehreren Wochen

Die Symptome einer Hepatitis treten in der Regel nicht sofort auf. Meistens vergehen zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit zwei Wochen bis mehrere Monate. Typisch für eine Leberentzündung sind Durchfall, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Auch Gewichtsverlust, Fieber, Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen deuten auf eine Infektion hin. Ein weiteres Symptom ist die Gelbsucht: Diese erkennt man an der Dunkelfärbung des Urins oder der Gelbfärbung der Haut.

Chronischer Verlauf ist gefährlich

Die verschiedenen Hepatitis-Typen unterscheiden sich besonders im Verlauf und der Schwere der Erkrankung. Während Hepatitis A immer akut auftritt und meist ohne Komplikationen ausheilt, verlaufen die Formen B und vor allem C häufig chronisch. Eine akute Hepatitis tritt plötzlich auf und klingt nach einigen Wochen oder Monaten wieder ab. Bei einem chronischen Verlauf hält die Entzündung länger als sechs Monate an. "Im schlimmsten Fall verursacht die chronische Hepatitis eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom. Dadurch ist die Leberfunktion beeinträchtigt", erklärt Nothdurft. Diese Komplikationen sind für Infizierte lebensgefährlich.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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