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Intimhygiene schützt vor Gebärmutterhalskrebs und HP-Viren

Krebs  

Intimhygiene schützt vor Gebärmutterhalskrebs

23.10.2014, 10:08 Uhr | tze

Intimhygiene schützt vor Gebärmutterhalskrebs und HP-Viren. Beide Partner sollten sich regelmäßig waschen und getrennte Handtücher verwenden, um HPV-Infektionen vorzubeugen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Beide Partner sollten sich regelmäßig waschen und getrennte Handtücher verwenden, um HPV-Infektionen vorzubeugen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lange galt Gebärmutterhalskrebs als Frauenproblem - dabei können Männer durch tägliche Intimhygiene dazu beitragen, dass weniger Frauen daran erkranken. Denn diese Krebsart wird durch bestimmte Typen von Papillomviren (HPV) ausgelöst, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Pro Jahr 4600 Fälle von Gebärmutterhalskrebs in Deutschland

Humane Papillomviren sind weit verbreitet. Die meisten der rund 100 bekannten HP-Viren sind harmlos. Manche verursachen Warzen im Gesicht und an den Händen, andere befallen die Geschlechtsorgane. Genitalwarzen, auch Feigwarzen genannt, sind kein Grund zur Sorge und lassen sich gut behandeln. Doch zwei Typen des HP-Virus, nämlich HPV 16 und 18, können Gebärmutterhalskrebs und Peniskrebs auslösen. Der Befall mit den beiden Risikoviren führt zwar nur bei fünf bis elf Prozent der Frauen zu Krebsvorstufen, aus denen sich nach einigen Jahren ein Tumor entwickeln kann. Dennoch erkranken in Deutschland pro Jahr rund 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs und jährlich sterben rund 1.500 daran.

Gebärmutterhalskrebs - eine Geschlechtskrankheit?

Genitale Papillomviren werden durch sexuelle Kontakte - auch über Oral- und Analverkehr - übertragen. Deshalb zählt Gebärmutterhalskrebs im weitesten Sinne zu den Geschlechtskrankheiten. Die Viren befinden sich in Hautzellen und können durch winzige Verletzungen in Haut und Schleimhäute eindringen. Ob man sich auch beim Küssen oder über Blutkontakt anstecken kann, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

Die meisten Menschen tragen Papillomviren in sich

Wie viele Menschen in Deutschland derzeit mit Papillomviren infiziert sind, ist schwer zu bestimmen. Fachleute gehen derzeit davon aus, dass sich rund 80 von 100 sexuell aktiven Menschen in ihrem Leben einmal mit HPV infizieren. Studien aus den USA und Südafrika belegen, dass sich beschnittene Männer seltener mit Papillomviren infizieren. Das hat einen einfachen Grund: Bei unbeschnittenen Männern können sich hinter der Vorhaut Keime ansammeln. Aber auch gründliche Intimhygiene schützt.

Intimzone täglich waschen - aber richtig

Durch konsequente Intimhygiene können Männer die Verbreitung von Papillomviren eindämmen und somit Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Männer sollten den Penis täglich mit Seife auch hinter der Vorhaut waschen und anschließend gut abtrocknen. So wird verhindert, dass hinter der Vorhaut ein Feuchtraum entsteht, der Nährboden für Bakterien und Viren sein kann. Ebenso müssen Frauen auf die richtige Scheidenhygiene achten, sie sollten es dabei aber nicht übertreiben. Seifen und Intimlotionen dürfen nicht in die Scheide eintreten und zwischen die Schamlippen gelangen. Stattdessen sollte man nur mit Waser reinigen - auch nach dem Geschlechtsverkehr oder während der Blutung.

Dass man sich über Handtücher mit HP-Viren ansteckt, ist eher unwahrscheinlich, aber theoretisch möglich, sobald infektiöses Sekret an den Textilfasern haftet. Generell ist es hygienischer, Handtücher nicht gemeinsam zu benutzen.

Wann HPV-Impfung für erwachsene Frauen sinnvoll ist

Mädchen und jungen Frauen, die noch keinen Sexualkontakt hatten, können sich durch die HPV-Impfung vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Die Krankenkassen tragen bei zwölf- bis 17-jährigen Mädchen die Kosten. Prinzipiell kann die Impfung auch erwachsene Frauen schützen, die noch nicht mit den krebsauslösenden HP-Viren infiziert sind. Allerdings müssen sie die Impfung aus eigener Tasche zahlen. Besonders sinnvoll ist die Impfung, wenn eine Frau in häufig wechselnden Partnerschaften lebt. Frauen in langjährigen festen Beziehungen haben dagegen kaum ein Risiko - vorausgesetzt, dass beide Partner treu sind.

Impfung bei Jungen zum Schutz späterer Partnerinnen

Experten plädieren dafür, auch Jungen und Männer zu impfen. Sie gehen davon aus, dass man die HP-Viren 16 und 18 so komplett vernichten könnte. Mit der Impfung könnten Männer nicht nur ihre Partnerinnen, sondern auch sich selbst vor Krebs in der Genital- und Analregion schützen.

Schutzmaßnahmen vor HPV-Infektionen und Gebärmutterhalskrebs

  • Kondome verwenden
  • Monogame Beziehung
  • Intimhygiene
  • (Einweg)Rasierer nicht gemeinsam verwenden
  • Handtücher nicht gemeinsam verwenden
  • in Sauna oder Schwimmbad eigenes Handtuch als Sitzunterlage verwenden
  • auf Rauchen verzichten, da dies generell Krebs begünstigt

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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