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Bis zu 1,9 Millionen Deutsche sind süchtig nach Medikamenten

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Medikamente  

Millionen sind süchtig nach Medikamenten

05.06.2012, 12:29 Uhr | dapd/dpa, dapd

Bis zu 1,9 Millionen Deutsche sind süchtig nach Medikamenten. Millionen Deutsche sind süchtig nach Medikamenten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Millionen Deutsche sind süchtig nach Medikamenten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Etwa 1,4 bis 1,9 Millionen Bundesbürger gelten als abhängig von Medikamenten: Darauf wies die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, bei einem Treffen mit Vertretern von Apotheken hin. Sie unterstütze jede Initiative von Seiten der Apotheker, die zu einer besseren Aufklärung von Patienten über den ordnungsgemäßen Gebrauch von Medikamenten führe, betonte Dyckmans. Eine Abhängigkeit entsteht in der Regel bereits nach wenigen Wochen. Sind Sie gefährdet? Machen Sie den Medikamentensucht-Test der WHO.

Apotheken können Patienten gezielter aufklären

Die Sprecherin des Wissenschaftlichen Instituts für Prävention im Gesundheitswesen der Bayerischen Landesapothekerkammer (WIPIG), Cynthia Milz, sagte, Apotheken verstünden sich als soziales Forum. Das Institut stellt Apothekern Informationen zur Verfügung, mit deren Hilfe sie Patienten gezielter aufklären können.

Wer von Beruhigungsmitteln abhängig ist, fällt nicht auf - zumindest zu Beginn seiner Abhängigkeit. Oft werden die Medikamente über Jahre hinweg in unverändert kleinen Dosierungen eingenommen. Mögliche Nebenwirkungen der Langzeiteinnahme sind Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen. Die Patienten stumpfen emotional ab, werden vergesslich und sind weniger leistungsfähig. Bei älteren Menschen steigert die Langzeiteinnahme von Beruhigungsmitteln außerdem das Sturzrisiko.

Entzugserscheinungen ähneln den Beschwerden

Der Ausstieg aus der Medikamentensucht ist langwierig: Werden die Beruhigungsmittel abrupt abgesetzt, leiden die Patienten unter Entzugserscheinungen wie Unruhe, Schlafstörungen oder Angstzuständen - also an den Beschwerden, wegen denen mit der Einnahme begonnen wurde. Viele Betroffene glauben also, die ursprünglichen Beschwerden bestünden weiterhin und realisieren ihre Abhängigkeit nicht. Wer von Arzneimitteln abhängig ist, schafft den Entzug meist nicht allein. Arzt und Apotheker können Patienten dabei unterstützen, zum Beispiel durch langsame, schrittweise Verringerung der Dosis und Beratungsangebote.

Medikamentensucht erkennen

Kriterien für eine Sucht sind unter anderem, dass ein Medikament trotz schädlicher Folgen zwanghaft eingenommen wird oder dass beim Absetzen die beschriebenen Entzugssymptome auftreten. Frauen und ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, abhängig zu werden. Viele Betroffene erkennen das Problem nicht, da die Medikamente anfangs ärztlich verordnet wurden. Andere Patienten lassen sich Schlaf- und Beruhigungsmittel von verschiedenen Ärzten verordnen, um ihre Sucht zu tarnen.



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