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Medizin-Irrtümer: Die acht größten Irrtümer in der Medizin

Medizin-Irrtümer  

Wenn Mediziner ihre Meinung ändern

26.06.2012, 15:15 Uhr | cme

Medizin-Irrtümer: Die acht größten Irrtümer in der Medizin. Medizin-Irrtümer: Auch Ärzte ändern ihre Meinung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Medizin-Irrtümer: Auch Ärzte ändern ihre Meinung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Noch vor wenigen Jahren griffen Ärzte bei einem Bandscheibenvorfall häufig zum Skalpell. Doch immer mehr Studien zeigen: Eine Operation bringt nur wenigen Patienten deutliche Vorteile. Das Beispiel ist nicht der einzige Fall, in dem Mediziner ihre Meinung radikal änderten. Ob Gipsbein, Mandeloperation oder Hormonersatztherapie: Immer wieder mussten sich Ärzte Fehler in der Behandlung eingestehen. Wir nennen die acht größten Irrtümer der jüngeren Medizingeschichte.

Bandscheiben-OPs sind oft überflüssig

Zehntausende Deutsche werden jährlich an der Bandscheibe operiert. Noch bis zum Jahr 2009 stieg die Zahl der Eingriffe in deutschen Kliniken stetig an. Doch im Jahr 2006 zeigte die bis dahin größte Studie zum Thema, der "Spine Patient Outcome Research Trial": Operationen bieten bei Bandscheibenvorfällen keinen deutlichen Vorteil gegenüber einer konservativen Therapie. Unterschiedlichen Schätzungen zufolge gelten heute 40 bis 80 Prozent der Rückenoperationen als überflüssig. Fachgesellschaften raten inzwischen, nur dann zu operieren, wenn Lähmungen auftreten. Doch das Wissen wird nur zögerlich in die Praxis umgesetzt.

Hormonersatztherapie in der Kritik

Einen ähnlichen Umbruch gab es im vergangenen Jahrzehnt in der Therapie von Wechseljahresbeschwerden. Bis Anfang des Jahrtausends verordneten Ärzte fast jeder Frau in den Wechseljahren Hormontabletten, um Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen zu bekämpfen. Doch im Jahr 2002 leitete die "Women's Health Initiative"-Studie und ein Jahr später die "One Million Women Studie" eine Kehrtwende ein. Die Studien zeigten, dass längst nicht alle Frauen von den Hormonen profitieren. Zudem steigern die Medikamente die Gefahr, eine Thrombose, einen Schlaganfall oder sogar Brustkrebs zu bekommen. Heute wägen Ärzte sehr genau ab, bevor sie einer Frau tatsächlich Hormontabletten verschreiben.

Mandeln bleiben heute meist drin

Ein älteres Beispiel für einen großen medizinischen Irrtum ist der Umgang mit Mandelentzündungen. In den sechziger und siebziger Jahren wurden die Mandeln noch fast routinemäßig bereits im Kindesalter entfernt. Die wichtige Funktion der kleinen Organe für das Immunsystem war zwar theoretisch bekannt, wurde jedoch lange Zeit ignoriert. Doch bei den Operationen traten immer wieder schwere Blutungen auf, einige Patienten starben sogar. Schließlich setzte in den späten siebziger Jahren ein Umdenken ein. Heute werden Mandelentzündungen zunächst mit Antibiotika behandelt. Nur bei schweren, wiederkehrenden Entzündungen wird noch operiert.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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