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Inkontinenz: Jeder zehnte Deutsche leidet an der Tabukrankheit

Volkskrankheit Inkontinenz: Jeder Zehnte ist betroffen

12.11.2012, 11:47 Uhr | dpa, het

Inkontinenz: Jeder zehnte Deutsche leidet an der Tabukrankheit. Die Blase nicht im Griff: Fast jeder zehnte Deutsche kämpft mit Inkontinenz.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Etwa sechs Prozent der Bevölkerung leidet an Verstopfung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Etwa jeder Zehnte hat seine Blase nicht im Griff. Das Thema Inkontinenz ist dennoch ein Tabu. Experten bezeichnen es gar als "verschwiegene Volkskrankheit". Fachmediziner setzen daher auf Aufklärung - und zwar bei Betroffenen und bei Ärzten.

Neun Millionen Deutsche leiden an Inkontinenz

Ob nach einer Operation, wegen des Alters oder aufgrund einer angeborenen Fehlbildung - etwa neun Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Inkontinenz. Trotz dieser hohen Zahl wird die Krankheit tabuisiert. "Das Thema ist negativ belegt. Es gibt keiner gern zu: 'Ich mache in die Hose'", sagt Klaus-Peter Jünemann, Vorsitzender der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft.

Auch Jüngere sind betroffen

Harn- und Stuhlinkontinenz sei eine verschwiegene Volkskrankheit. Bei den über 60-Jährigen leide rund ein Viertel der Frauen und jeder zehnte Mann unter der Krankheit. Doch auch Jüngere sowie Kinder gehören zu den Betroffenen. "Nur zehn Prozent der Betroffenen werden auch adäquat behandelt. Und das ist ein großes Problem", so Jünemann weiter.

Krankheit oft von Ärzten verharmlost

Deshalb ist es wichtig, die Schweigemauer zu durchbrechen. Und zwar nicht nur auf Seiten der Betroffenen, denen die schwache Blase peinlich ist. Es gebe auch Defizite bei den Medizinern: "Inkontinenz wird auch von Ärzten bagatellisiert", meint Ursula Peschers, Chefärztin der Gynäkologie der Chirurgischen Klinik München- Bogenhausen. "Wenn sich Betroffene überwinden und sich endlich trauen, über ihr Problem zu reden, sollten die Ärzte zumindest die richtigen Anlaufstellen kennen", fordert Christoph-Thomas Germer, Direktor einer Klinik für Chirurgie am Uniklinikum Würzburg.

Inkontinenz kann zu psychischen Problemen führen

Betroffene sollten sich trauen, kompetente Beratungsstellen anzulaufen und das Problem nicht jahrelang heimlich mit sich herum schleppen, rät die Kontinenzgesellschaft. Harninkontinenz könne ansonsten zu schwerwiegenden psychischen und sozialen Komplikationen wie Depressionen, Angstzuständen oder in die soziale Isolation führen.

Ursachen von Inkontinenz

Häufig sind Vorerkrankungen für das Auftreten der Blasenschwäche verantwortlich. Diese können zum Beispiel hormonelle Schwankungen, Veränderung der Prostata, eine Verletzung oder Entzündung der Blase sein. Doch auch die Einnahme von Medikamenten kann zum Auftreten von Inkontinenz führen. Speziell bei Frauen tritt Blasenschwäche häufig während der Schwangerschaft oder nach der Geburt auf. Oft ist dann die Blasenmuskulatur geschwächt und so der Harnfluss schwieriger zu kontrollieren.

Individuelle Behandlungsmöglichkeiten

Erste Hilfe bei Inkontinenz bieten regelmäßiges Beckenbodentraining, Einlagen und Medikamente. Lindert dies die Blasenschwäche nicht, ist auch eine Operation möglich. Doch welche Maßnahmen individuell infrage kommen, kann nur ein Experte beurteilen. Daher sollten Betroffene schon bei ersten Anzeichen einen Arzt ausuchen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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