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OP-Tipps: Nicht jeder Eingriff ist notwendig

Nicht jede Operation ist wirklich notwendig

25.02.2013, 17:18 Uhr | hut

OP-Tipps: Nicht jeder Eingriff ist notwendig. Wer bereits auf dem OP-Tisch liegt, hat keine andere Wahl, als den behandelnden Ärzten zu vertrauen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer bereits auf dem OP-Tisch liegt, hat keine andere Wahl, als den behandelnden Ärzten zu vertrauen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor einer Operation sind viele Menschen nervös. Unzählige Fragen tauchen auf: Ist dieser Chirurg auch der richtige für meinen Eingriff? Welches ist das beste Krankenhaus? Und ist der Eingriff wirklich notwendig? Mediziner raten: Stellen Sie Ihre Fragen ruhig direkt. Und sie geben Tipps, wie sie den richtigen Arzt finden und worauf Sie vor einem Eingriff achten sollten.

So finden Sie den besten Chirurgen

Lassen Sie sich Zeit mit der Wahl des Chirurgen. Selbst Mediziner empfehlen, nicht auf den erstbesten Arzt zurückzugreifen. Der beste Ansprechpartner für die Suche nach dem geeigneten Chirurgen ist der Haus- oder Facharzt, erklärt Dr. Jörg Ansorg, Geschäftsführer des Berufsverbandes der deutschen Chirurgen (BDC): "Er kennt die Kollegen im Umkreis und weiß, wem er seine Patienten anvertrauen kann." Auf Ärzterankings im Internet sollte man bei der Suche besser verzichten, rät der Experte. Denn der Großteil der Ärzte-Suchportale berücksichtige nicht die Spezialisierungen der Chirurgen und sei in der Suchfunktion sehr ungenau. Auch die Patientenbewertungen seien häufig unzuverlässig und intransparent, bemängelt Ansorg. Seit Herbst 2012 betreibt der BDC daher ein eigenes Suchportal, das nicht nur die vielen Spezialisierungen der Chirurgie berücksichtigt, sondern auch anzeigt, wie oft der jeweilige Chirurg den Eingriff bereits durchgeführt hat. Patienten können auf der Website chirurgie-suche.de Informationen einholen.

Stellen Sie sicher, dass der Eingriff wirklich notwendig ist

Da mit einer Operation immer auch Gefahren verbunden sind, lohnt es sich, die Alternativen zum chirurgischen Eingriff abzuklären. Nicht immer ist eine Operation dringend notwendig. Bei extrem langsam wachsenden Krebsarten wie Prostatakrebs kann es beispielsweise sinnvoll sein, sich mit der Entscheidung Zeit zu lassen, erklärt Dr. Bert Vorstmann gegenüber Reader's Digest. Vorausgesetzt natürlich, die Krankheit wird in einem frühen Stadium erkannt.

Hinter der Entscheidung für die OP können finanzielle Interessen stecken

Zudem ist zu bedenken, dass manche Chirurgen leistungsorientierte Verträge haben, das heißt ihr Gehalt hängt von der Zahl der durchgeführten Operationen ab. Da kann es in Einzelfällen schon mal vorkommen, dass eine OP durchgeführt wird, obwohl diese nicht unbedingt notwendig gewesen wäre, sagt der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie Prof. Dr. Markus W. Büchler, gegenüber dem Magazin.

Machen Sie eine Eigenblutspende

Ist die Operation planbar, kann eine Eigenblutspende sinnvoll sein. Denn das Blut anderer Menschen ist, genau wie ein Spenderorgan, ein Fremdkörper und kann daher unter Umständen abgestoßen werden. Gerade bei Eingriffen, bei denen mit starkem Blutverlust zu rechnen ist, wie etwa Hüftgelenkoperationen, ist eine Eigenblutspende vernünftig, empfiehlt Ansorg. "Denn damit lässt sich nicht zuletzt auch das winzige Restrisiko einer HIV oder Hepatitis C-Infektion ausschließen", sagt der Experte.

So finden Sie das geeignete Krankenhaus

Bei ernsthaften Erkrankungen sollten Sie sich für eine Uniklinik entscheiden, rät Dr. Thomas Salerno von der Medizinischen Fakultät der Universität in Miami in Reader's Digest. Denn dort seien die Ärzte auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Außerdem habe in einer Uniklinik ein Arzt rund um die Uhr Dienst, ein Chirurg ist zumindest in Rufbereitschaft. "Andererseits haben die Kollegen in der Uniklinik oft weniger Zeit für ihre Patienten, da sie sich zusätzlich um ihre Studien und Studenten kümmern müssen", gibt Ansorg zu bedenken. "Die Wahl der richtigen Klinik hängt letztlich von der Diagnose und der Spezialisierung des Krankenhauses ab", betont der Mediziner.

Schützen Sie sich vor Krankenhaus-Keimen

Bei der Wahl des Krankenhauses sollten Sie außerdem sicherstellen, dass die Klinik einen MRSA-Eingangstest durchführt. Mit diesem Test können Patienten, die sich mit den hoch ansteckenden Staphylokokkus aureus-Bakterien infiziert haben, erkannt werden. Gefährlich sind die Keime vor allem deshalb, weil sie im geschwächten Immunsystem schlecht verheilende Entzündungen und lebensgefährliche Blutvergiftungen auslösen können und gegen viele Antibiotika resistent sind.

Um sich vor gefährlichen Krankenhaus-Keimen zu schützen, sollten Sie aber auch selbst tätig werden. Sprechen Sie Ärzte und Pflegepersonal ruhig darauf an, ob sie sich vor der Versorgung Ihrer Wunden die Hände desinfiziert haben. Haben Sie keine Angst vor ruppigen Antworten. Und vor allem: Waschen Sie sich auch selbst gründlich die Hände, bevor Sie Ihre Wunden berühren.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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