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Nieren: So bleiben die Organe fit

Nieren  

So beugen Sie Nierenleiden vor

06.03.2013, 17:06 Uhr | dpa

Nieren: So bleiben die Organe fit. Einem  chronischen Nierenleiden kann jeder mithilfe einfacher Maßnahmen vorbeugen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Einem chronischen Nierenleiden kann jeder mithilfe einfacher Maßnahmen vorbeugen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unsere Nieren leisten Enormes, ohne dass wir davon etwas mitbekommen. Wenn sie versagen, kann das schnell lebensgefährlich werden. Denn Nieren reinigen das Blut von Giftstoffen. "Ihre Funktion ist daher lebensnotwendig", sagt Nierenspezialist Professor Jan Galle von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Einem akuten Nierenversagen kann man nur bedingt vorbeugen. Dennoch gibt es einige Maßnahmen: So bleiben Ihre Nieren fit.

Funktion der Nieren ist lebensnotwendig

Neben dieser wichtigen Entgiftungs- und Entwässerungsfunktion haben die Nieren auch andere Aufgaben. "Sie sind Produktionsstätte wichtiger Hormone für die Blutdruckregulation, die Bildung von roten Blutkörperchen und für den Knochenstoffwechsel", erklärt Galle, der am Klinikum Lüdenscheid die Klinik für Nephrologie und Dialyseverfahren leitet. Darüber hinaus regulieren die Nieren den Salzgehalt des Körpers.

Nierenerkrankungen werden oft erst spät erkannt

Nierenerkrankungen sind besonders tückisch, weil sie kaum Symptome zeigen. "Häufig treten Spätsymptome auf wie Bluthochdruck, Blutarmut und teilweise auch schäumender Urin, also eine vermehrte Eiweißausscheidung", sagt der Nephrologe Professor Bernhard Krämer vom Universitätsklinikum Mannheim. Hinweise auf Nierenschäden könnten zudem blutiger Urin, Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Erbrechen sein. "Ein weiteres Symptom für Nierenkrankheiten sind Ansammlungen von Wasser in den Beinen - sogenannte Ödeme", ergänzt Professor Hermann Pavenstädt, Direktor der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Münster.

Chronisches Nierenversagen ist häufigste Erkrankung

Die wohl häufigste Erkrankung der Organe ist das chronische Nierenversagen. "Dabei nimmt die Funktion der Nieren oft unmerklich ab, bis sie dauerhaft und irreversibel ganz versagt", sagt Galle. Ursache ist häufig ein dauerhaft erhöhter Blutdruck oder ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus. "Etwa 60 Prozent aller chronischen Nierenversagen sind auf eine dieser beiden Ursachen zurückzuführen." Darüber hinaus gibt es entzündliche oder genetische Nierenerkrankungen, die ein dauerhaftes Nierenversagen verursachen können.

Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte gut einstellen

Nichtrauchen sei bei einer chronischen oder länger andauernden Störung der Nierenfunktion selbstverständlich, sagt Pavenstädt. "Zudem sollte man insbesondere auf einen sehr gut eingestellten Blutdruck und bei Patienten mit Diabetes mellitus zusätzlich auf die richtige Blutzuckereinstellung achten", rät der Nephrologe. Auch die Blutfettwerte müssen gut eingestellt sein, da Nierenerkrankte ein höheres Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen haben.

Akutes Nierenversagen ist ein lebensbedrohlicher Zustand

Neben dem chronischen ist das akute Nierenversagen ein Problem. "Gesunde Nieren geben da innerhalb kurzer Zeit ihre Funktion auf", erklärt Galle. Der Zustand könne durch unterschiedliche Ursachen plötzlich hervorgerufen werden - etwa durch einen Blutverlust und Schockzustände nach Unfällen, durch schwere Infektionen mit Blutvergiftung, aber auch durch Medikamente und Flüssigkeitsmangel. Ein akutes Nierenversagen ist in der Regel jedoch heilbar. Die Betroffenen werden wieder gesund und benötigen keine dauerhafte Dialysebehandlung. "Es handelt sich dabei aber immer um einen lebensbedrohlichen Zustand, der häufig eine intensivmedizinische Versorgung erfordert", betont Galle.

Einem akuten Nierenversagen vorbeugen

Die Prävention eines akuten Nierenversagens ist zwar nur bedingt möglich. Einige vorbeugende Maßnahmen gibt es dennoch. "Beispielsweise sollten Medikamente nie ohne triftigen Grund eingenommen werden. Ist dennoch eine Medikation notwendig, muss in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt immer auf die richtige Dosierung geachtet werden", sagt Pavenstädt. Darüber hinaus ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, insbesondere bei Infektionen mit Fieber oder Durchfall. Wichtig ist auch, eine Herzschwäche richtig zu behandeln, da sie ebenso wie schwere Infektionen ein akutes Nierenversagen begünstigen kann, erklärt Krämer.

Früherkennung ist sehr wichtig

Aufgrund der geringen Symptome ist die Früherkennung besonders wichtig, betont Galle. "Früh erkannt, kann ein Nierenfunktionsverlust aufgehalten oder zumindest deutlich hinausgezögert werden. Ein Urintest gibt frühzeitig Aufschluss über die Filterleistung der Nieren", sagt der Nierenspezialist. Sinnvoll ist es daher, alle zwei Jahre die Vorsorgeuntersuchung "Check-up 35" machen zu lassen. Diese bietet jede Krankenkasse ihren Mitgliedern ab dem 35. Lebensjahr an. Neben dem Urintest gehört dazu, dass Blutzucker- sowie Blutdruckwerte bestimmt werden. "Fällt der Test schlecht aus, sollte der Patient an einen Nephrologen überwiesen werden", rät Galle.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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