Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Mücken: Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus

Mücken  

Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus

25.07.2013, 08:49 Uhr | dpa, afp, stw

Mücken: Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus . Mücke: Die Asiatische Tigermücke überträgt das Dengue-Fieber.  (Quelle: Stephan Jansen/ dpa)

Die Asiatische Tigermücke ist auch in Süddeutschland aktiv. (Quelle: Stephan Jansen/ dpa)

Erst summt es, dann juckt es: Jeden Sommer stechen die Mücken zu. Dieses Jahr scheint die Plage besonders schlimm. Denn das Wetter bietet ideale Voraussetzungen für eine massenhafte Vermehrung der Insekten. Doch nicht nur die gemeine Hausmücke treibt in Deutschland ihr Unwesen. Forscher haben in den vergangenen Jahren immer mehr Mücken-Exoten nachgewiesen, die gefährliche Viren übertragen können. In diesen Regionen breiten sich die exotischen Stechmücken aus.

Exotische Mücken übertragen gefährliche Viren

Die Forschung zu den heimischen Mückenarten hat in Deutschland Jahrzehnte lang weitgehend brach gelegen, bedauert Helge Kampen vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems bei Greifswald. "Seit der Ausrottung der Malaria in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg gab es dafür kaum noch Forschungsgelder." Über die exotischen Einwanderer ist allerdings mehr bekannt, denn sie gelten als bedrohlich: Die Mücken übertragen gefährliche Viren. Die Infektion findet über die Speichelflüssigkeit aus dem Stechrüssel statt.

Tigermücke in Süddeutschland verbreitet

So wurde die Asiatische Tigermücke in Süddeutschland, am Oberrhein und in Bayern wiederholt gesichtet. Allerdings scheint sie bislang die deutschen Winter nicht zu überstehen. In Italien ist sie dagegen schon weit verbreitet. Kampen hält es sogar für möglich, dass sich die Tigermücke langsam nach Norden hin ausbreitet - und sich auch an das kühlere Klima anpasst.

Die exotische Mücke ist bislang vor allem in Südostasien heimisch. Sie kann mehr als 20 teils gefährliche Viren auf den Menschen übertragen, darunter das Chikungunya-Virus und das Dengue-Virus. Infektionen mit diesen Viren seien in Italien, Südfrankreich und Kroatien schon nachgewiesen. Eine Denguefieber-Infektion äußert sich mit hohem Fieber und einhergehenden Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Besonders tückisch sind Komplikationen, die auftreten können. Bei einem schweren Verlauf drohen innere Blutungen. Die Fallzahlen des Fiebers haben sich von 1960 bis 2010 verdreißigfacht. Eine Impfung gegen das Virus gibt es bislang nicht.

Asiatische Buschmücke fast im ganzen Land aktiv

Die Asiatische Buschmücke hingegen, die vermutlich über den weltweiten Gebrauchtreifenhandel nach Europa kam, hat sich in Deutschland schon etabliert und breitet sich Kampen zufolge in Richtung Norden aus. "2008 wurde sie erstmals für Europa in der Schweiz nachgewiesen, 2012 dann auch in Nordrhein-Westfalen." In Baden-Württemberg habe die Asiatische Buschmücke schon weite Gebiete bis nördlich von Stuttgart erobert. 

Sie gilt als besonders aggressiv und überträgt unter anderem das West-Nil-Virus. Das Virus schadet vor allem dem Gehirn und Nervensystem und zeigt im Anfangsstadium keine Symptome. Patienten leiden erst nach etwa 14 Tagen an grippeähnlichen Beschwerden. Bei einer Infektion drohen eine Entzündung des Gehirns sowie eine Hirnhautentzündung. Dann kann die Erkrankung tödlich enden oder zu schweren Behinderungen führen.

Fiebermücke kommt in Süddeutschland vor

Nach Beobachtungen der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) breitet sich seit längerem auch die Malaria-Mücke Anopheles plumbeus - auch Gabel- oder Fiebermücke genannt, in ländlichen Regionen Süddeutschlands aus.

Japanischer Buschmoskito ebenfalls im Süden

Experten haben ebenfalls in Süddeutschland den japanischen Buschmoskito entdeckt, der lange Zeit in Deutschland unbekannt war. Der Moskito kann Viren übertragen, die Hirnhautentzündungen auslösen.

Mückenatlas zeigt betroffene Gebiete

Die verschiedenen Mückenarten werden im Deutschen Mückenatlas am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg (Brandenburg) gesammelt. Wer ein ungewöhnliches Exemplar entdeckt, kann es dorthin schicken. Im vergangenen Jahr gingen im zuständigen mehr als 2.000 erlegte Plagegeister ein. In diesem Jahr rechnet man dort mit noch mehr. Bisher sind etwa 8.000 Mückenfänge in Schächtelchen und Fläschchen verpackt eingetroffen. Dort werden sie bestimmt und die Vorkommen in eine Deutschlandkarte eingetragen. 

"Das ist eine wichtige Arbeit für uns", sagt Forscher Kampen in Greifswald. Denn die etwas mehr als 100 Duftfallen, die Wissenschaftler bundesweit für Stechmücken aufgestellt haben, reichten bei weitem nicht aus, um die geografische Verteilung und Intensität der Mückenvorkommen zu erforschen. 

West-Nil-Virus bisher nicht in Deutschland

Auch einheimische Arten können unter bestimmten Umständen gefährlich werden, meint Kampen. So ist es den Forschern ein Rätsel, warum das West-Nil-Virus bisher in Deutschland noch nicht aufgetreten ist. "Das Virus wird in den USA und auch in einigen europäischen Ländern von Mücken übertragen, die in die Verwandtschaft der gemeinen Hausmücke gehören." Die gemeine Hausmücke ist die häufigste der rund 50 Stechmückenarten in Deutschland. 

In den vergangenen beiden Jahren hat es in Griechenland eine West-Nil-Virus-Epidemie mit mehreren Todesfällen gegeben, berichtet Kampen. Die vernachlässigte Forschung könnte sich also noch rächen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die neuen Teufel Sound-Superhelden zu Top-Preisen
Heimkino, Portable, Kopfhörer und mehr
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe