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Ärzte verstehen Beipackzettel oft falsch

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Medikamente  

Ärzte deuten Beipackzettel oft falsch

16.10.2013, 11:03 Uhr | akl

Ärzte verstehen Beipackzettel oft falsch. Medikamente: Ärzte deuten das Risiko für Nebenwirkungen oft falsch. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Medikamente: Ärzte deuten das Risiko für Nebenwirkungen oft falsch. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ärzte, Apotheker und auch Juristen haben mit der Deutung von Beipackzetteln oft Schwierigkeiten, so das Ergebnis einer im "Deutschen Ärzteblatt" vorgestellten Studie. Besonders oft wird die Häufigkeit von Nebenwirkungen falsch eingeschätzt.

Fragebögen an Mediziner und Apotheker verschickt

Das Team um Andreas Ziegler vom Institut für Medizinische Biometrie und Statistik an der Universität Lübeck wollte es genau wissen und verschickte Fragebögen an insgesamt 600 Mediziner, 200 Apotheker und 200 Juristen. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. 60 Prozent der Fragebögen kamen ausgefüllt zurück.

Nebenwirkungen falsch eingeschätzt

Die Befragten sollten angeben, was genau es bedeutet, wenn Nebenwirkungen im Beipackzettel mit "häufig", "gelegentlich" oder "selten" beschrieben werden. Das Ergebnis: Nur wenige haben den richtigen Prozentwert zugeordnet - und das, obwohl es zu ihren beruflichen Aufgaben gehört, Wahrscheinlichkeiten beziehungsweise das Risiko für Nebenwirkungen mit ihren Patienten zu besprechen. Auch wenn die Unterschiede in den befragten Berufsgruppen gering sind, schnitten der Studie zufolge die Apotheker am besten ab, heißt es im Ärzteblatt.

Falsche Einschätzung führt zu Ängsten bei Patienten

Bei den Ärzten wurden sogar gezielt Angestellte der Fachbereiche Anästhesie und Innere Medizin angeschrieben, da gerade in diesen Gebieten der Umgang mit Arzneimitteln typisch ist. Besonders beim Begriff "häufig" hätten viele Ärzte sogar eine Nebenwirkungsrate von 60 Prozent angegeben - und das Medikament weitaus riskanter eingeschätzt als es tatsächlich ist.

Eine Überschätzung der Nebenwirkungen könne, den Studienautoren zufolge, dazu führen, dass Patienten eher auf ein für sie wichtiges Medikament verzichten müssen.

Was "häufig" bei Nebenwirkungen bedeutet

Die Einschätzungen des Risikos für Nebenwirkungen sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorgegeben: "Häufig" heißt, dass in ein bis zehn Prozent der Fälle Nebenwirkungen auftreten, also bei einem bis zehn von 100 Behandelten. "Gelegentlich" auftretende Nebenwirkungen betreffen 0,1 bis ein Prozent der Behandelten. Das heißt bei einem bis zehn von 1.000 Behandelten. "Selten" bedeutet: Unverträglichkeiten treten in mehr als 0,01 Prozent und in weniger als 0,1 Prozent der Fälle auf. Also bei einem bis zehn von 10.000 Behandelten.

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