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"Pille danach" soll rezeptfrei werden: keine Argumente für Rezeptpflicht

Keine Rezeptpflicht mehr?  

Expertengremium befürwortet Rezeptfreiheit für "Pille danach"

14.01.2014, 17:38 Uhr | dpa

"Pille danach" soll rezeptfrei werden: keine Argumente für Rezeptpflicht. Die "Pille danach" soll nach Expertenmeinung rezeptfrei werden.  (Quelle: dpa)

Die "Pille danach" soll nach Expertenmeinung rezeptfrei werden. (Quelle: dpa)

Die Rezeptpflicht für die "Pille danach" soll aufgehoben werden. Dafür hat sich der Expertenausschuss für Verschreibungspflicht heute in Bonn ausgesprochen. Das letzte Wort hat jedoch das Bundesgesundheitsministerium.

Beratung durch Apotheken wichtig

Die Erörterung habe keine medizinischen Argumente ergeben, die zwingend gegen eine Entlassung aus der Rezeptpflicht sprächen, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn mit. Zugleich verwiesen die Experten auf die Bedeutung einer Beratung durch die Apotheken bei der Abgabe des Medikaments.

Bundesrat hatte Rezeptfreiheit gefordert

Das Votum wird nun als Empfehlung an das Bundesgesundheitsministerium weitergeleitet. Dieses kann dem Ausschuss folgen und dem Bundesrat eine entsprechende Verordnung vorlegen oder von der Einschätzung des Ausschusses abweichen.

Ob Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Verordnung erlässt, bleibt abzuwarten. Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn etwa steht der Freigabe kritisch gegenüber. Bereits 2003 gab es eine Expertenempfehlung, das Medikament freizugeben, doch eine entsprechende Verordnung kam nie zustande - Bund und Länder hätten an einem Strang ziehen müssen. Vor allem für die Union war eine freie Verfügbarkeit der "Pille danach" ohne Verschreibung unvorstellbar. 

"Pille danach" verhindert Schwangerschaft nach dem Geschlechtsverkehr

Das Arzneimittel basiert auf dem Wirkstoff Levonorgestrel. Es kann eine Schwangerschaft verhindern, wenn es bis spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Hat sich die Eizelle bereits in die Gebärmutter eingenistet, verhindert das Arzneimittel die Schwangerschaft nicht mehr.

Die Diskussion über die Rezeptpflicht für das Mittel hatte im vergangenen Jahr erneut an Fahrt gewonnen. Damals hatte es einen Aufschrei in der Öffentlichkeit gegeben, als zwei katholische Kliniken in Köln es ablehnten, einer vergewaltigten jungen Frau die "Pille danach" zu verschreiben. Einige Wochen später erlaubte die katholische Kirche dann die "Pille danach" für vergewaltigte Frauen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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