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Nieren: 1,5 Millionen Deutsche sind nierenkrank

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Ab 50 steigt das Risiko  

1,5 Millionen Deutsche sind nierenkrank

09.09.2014, 16:15 Uhr | cme

Nieren: 1,5 Millionen Deutsche sind nierenkrank. Eine kranke Niere merkt man nicht sofort.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine kranke Niere merkt man nicht sofort. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Etwa 80.000 Menschen in Deutschland sind dauerhaft auf die Dialyse angewiesen. Doch die Zahl der Nierenkranken ist deutlich höher, wie die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) anlässlich ihrer Jahrestagung berichtet. Laut einer aktuellen Auswertung von Forschern der Universität Halle-Wittenberg leiden mehr als 1,5 Millionen Deutsche an gravierenden Nierenschäden.

Die Auswertung beruht auf Daten des Robert-Koch-Instituts von mehr als 7000 Männern und Frauen zwischen 18 und 79 Jahren. Den Autoren zufolge wurde damit erstmals die Häufigkeit von Niereninsuffizienz in Deutschland repräsentativ erfasst.

Jeder Achte über 70 ist nierenkrank

"Bedeutsame Nierenschäden finden sich demnach bei circa 2,3 Prozent aller Menschen zwischen 18 und 79 Jahren", sagte Tagungspräsident und Studienleiter Professor Matthias Girndt. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung seien dies bereits mehr als 1,5 Millionen Betroffene - die über 80-Jährigen noch nicht mitgerechnet.

Es zeigte sich auch, dass bedeutende Nierenschäden bis zum 50. Lebensjahr selten vorkommen. Zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr steigt die Zahl der Nierenkranken auf etwa drei Prozent, ab 70 ist etwa jeder Achte betroffen. Die Untersuchung deckte zudem auf, dass Frauen offenbar häufiger betroffen sind als Männer.

Diabetes und Bluthochdruck können Nieren zerstören

Mehr als die Hälfte aller chronischen Nierenschäden werden Girndt zufolge durch Diabetes oder Bluthochdruck verursacht. Das Nierengewebe wird aufgrund dieser Krankheiten schlecht durchblutet und stirbt langsam ab. Allerdings lasse sich dieser Verfall stoppen: "Die Entwicklung und das Fortschreiten dieser Nierenschäden sind in den meisten Fällen durch Behandlung vermeidbar", sagte der Nierenexperte auf dem Kongress.

Weitere Ursachen für Niereninsuffizienz sind Gicht, die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln oder eine familiäre Veranlagung für Nierenerkrankungen.

Nierenschäden zeigen sich erst spät

Das Tückische: Während Nierensteine und Nierenbeckenentzündungen heftige, akute Schmerzen verursachen, merkt man chronische Niereninsuffizienz zunächst nicht. Die Leistung der Niere nimmt kontinuierlich ab, ohne dass der Patient dies merkt.

Erst im fortgeschrittenen Stadium zeigen sich Symptome wie Appetitlosigkeit und Übelkeit. Dann besitzen die Nieren aber oft nur noch weniger als die Hälfte ihrer Funktionsleistung.

Frühzeitig Niere kontrollieren lassen

Risikopatienten sollten einmal im Jahr ihre Nierenfunktion ärztlich untersuchen lassen. Wird die Niereninsuffizienz relativ früh festgestellt wird, lassen sich weitere Schäden vermeiden. Für die Untersuchung reicht dem Arzt meist schon eine Blut- oder Urinprobe.

Ist die Niere einmal zerstört, kann sie allerdings nicht mehr geheilt werden. Dann helfen nur noch die Dialyse, also Blutwäsche, die die Funktion des Organs übernimmt, oder eine Transplantation.

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