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Zigarettenpackungen: Schockbilder helfen nicht beim Rauchstopp

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Tabak-Warnungen  

Studie empfiehlt positive Ansprache von Rauchern

16.09.2014, 13:27 Uhr | hda, Spiegel Online

Zigarettenpackungen: Schockbilder helfen nicht beim Rauchstopp. Forscher setzen auf positive Hinweise bei der Anti-Rauch-Kampagne. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Forscher setzen auf positive Hinweise bei der Anti-Rauch-Kampagne. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schocknachrichten auf Zigarettenpackungen zeigen durchaus Wirkung - doch sie erreichen nur einen Teil der Raucher. Forscher empfehlen, auch den gesundheitlichen Nutzen zu verdeutlichen, der mit dem Aufhören des Rauchens verbunden ist.

Die Botschaft auf Zigarettenpackungen ist mittlerweile fast weltweit die Gleiche: "Warnung! Rauchen verursacht Krebs". Hinzu kommen in immer mehr Ländern Schockbilder von zerfressenen Lungen, schwarzen Zähnen und Atemschläuchen.

Doch wäre es nicht besser, Raucher vom Nutzen eines zigarettenfreien Lebens zu überzeugen als mit Warnungen vor einem womöglich qualvollen Tod? Dieser Frage sind Forscher des Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center in den USA nachgegangen. Die Antwort hängt offenbar davon ab, ob der Angesprochene sich zutraut, mit dem Rauchen aufzuhören.

UMFRAGE
Würden Schockbilder Sie vom Rauchen abhalten?

Hinweise in beide Richtungen

Darren Mays und seine Kollegen befragten im Rahmen ihrer Studie 740 Raucher zur Wirkung der Botschaften auf Zigarettenpackungen. Dabei zeigte sich, dass weder die auf den Nutzen des Rauchstopps ausgerichteten Nachrichten noch die Todeswarnungen bei allen Rauchern Wirkung zeigten.

Positive Botschaften, die den Nutzen eines rauchfreien Lebens hervorheben, hätten vor allem jene Raucher angesprochen, die glaubten, dass sie es schaffen, von der Zigarette loszukommen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nicotine & Tobacco Research". Der Text "Rauchen tötet" sei hingegen bei Menschen effektiver, in deren Vorstellung das Aufhören schwierig sei.

Die meisten Botschaften auf Zigarettenpackungen würden auf die Gefahren des Rauchens hinweisen, schreiben die Forscher. Damit könne man aber nicht alle Raucher überzeugen, sagt Mays. "Unsere Studie zeigt, dass man mehr Raucher zum Aufhören bringen kann, wenn man sowohl positive als auch negative Botschaften einsetzt."

Gefährliche Zusatzstoffe sollen verschwinden

Die Europäische Union setzt im Kampf gegen das Rauchen künftig auch auf Schockbilder. Ab 2016 werden auf Zigarettenpackungen beispielsweise verfaulte Füße oder schwarze Raucherlungen zu sehen sein. Die Warnhinweise sollen dabei deutlich größer werden als bisher: Sie werden 65 Prozent der Vorder- und Rückseite von Zigarettenschachteln bedecken. Die EU-Kommission hatte ursprünglich 75 Prozent empfohlen. Aktuell nehmen die Warnhinweise mindestens 30 Prozent der Vorderseite und 40 Prozent der Rückseite ein.

Besonders gefährliche Zusatzstoffe, die Krebs erregen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzungsfähigkeit einschränken können, sollen komplett aus Tabakprodukten verbannt werden. Das Gleiche gilt für Aromen wie Vanille oder Schokolade, die den bitteren Geschmack des Tabaks mildern und deshalb vor allem Jugendlichen den Einstieg ins Rauchen erleichtern. Mentholzigaretten sollen ebenfalls vom Markt genommen werden - allerdings erst ab 2020.

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