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Bis zu 40.000 Tote durch Krankenhauskeime

dpa, vdb

Aktualisiert am 21.11.2014Lesedauer: 2 Min.
Restistente Keime, gegen die Antibiotika machtlos sind, haben in den letzten Jahren in KrankenhÀusern zugenommen.
Restistente Keime, gegen die Antibiotika machtlos sind, haben in den letzten Jahren in KrankenhÀusern zugenommen. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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In deutschen KrankenhĂ€usern sterben Medienberichten zufolge mehr Menschen an Infektionen durch multiresistente Erreger als bisher bekannt. Das berichteten die "Zeit", die Funke-Mediengruppe und das RecherchebĂŒro "Correctiv". Statt bisher angenommenen 7500 bis 15.000 könnten jĂ€hrlich 40.000 Menschen an Krankenhauskeimen sterben.

Dieser Aussage legen die Medien eine erstmalige Auswertung von Abrechnungsdaten aller deutschen KrankenhÀuser zugrunde. Dem Ergebnis zufolge wird das Problem bislang gesellschaftlich unterschÀtzt.

Experten seien sich sicher, dass die Zahl der Infektionstoten deutlich höher liege als vom Bundesgesundheitsministerium angegeben. Statt der 7500 bis 15.000 Toten pro Jahr gebe es "mindestens eine Million Infektionen und mehr als 30.000 bis 40.000 TodesfĂ€lle, wahrscheinlich weit mehr", zitieren die Medien den VizeprĂ€sidenten der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Krankenhaushygiene, Walter Popp. Ursache ist in all den FĂ€llen eine Infektion mit einem der drei hĂ€ufigsten Krankenhauskeime MRSA, ESBL oder dem Darmkeim VRE.

Gesundheitsministerium dementiert

Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Katja Angeli, wies die Zahlen als falsch zurĂŒck. "Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Krankenhaushygiene geht hier von einer falschen Annahme aus, da sie Tote, die einen resistenten Erreger in sich tragen, gleichsetzt mit TodesfĂ€llen durch einen resistenten Erreger." Zutreffend seien die offiziellen SchĂ€tzungen, nach denen in Deutschland pro Jahr 10.000 bis 15.000 Patienten infolge von Krankenhausinfektionen sterben. Offen bleibt an dieser Stelle die Frage, warum es fĂŒr die Bedrohung durch Krankenhauskeime und die damit verbundenen TodesfĂ€lle keine gesicherten Zahlen gibt.

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Keiminfektion schwÀcht kranken Menschen zusÀtzlich

Schwer festzulegen dĂŒrfte auch sein, ob die Ausgangserkrankung des Patienten oder die zusĂ€tzliche Infektion mit einem multiresistenten Keim letztlich zum Tod gefĂŒhrt hat. Meist handelt es sich um ein Zusammenspiel von beidem.

Einer SchĂ€tzung zufolge trĂ€gt mittlerweile sogar jeder Dritte den durch Körperkontakt ĂŒbertragbaren MRSA-Keim auf der Haut oder in der Nase, wie die "Zeit" berichtet. Bedrohlich wird dies erst, wenn Menschen im Krankenhaus operiert werden und die Keime so in den Körper gelangen. Dann fĂŒhrt die Infektion zu Krankheiten, die schwer zu behandeln sind und bei denen Antibiotika in der Regel nicht helfen. Zu ihnen zĂ€hlen offene Wunden, LungenentzĂŒndungen, Magen-Darm-Infektionen oder Blutvergiftungen. FĂŒr schon geschwĂ€chte Patienten werden diese Leiden dann oftmals zum VerhĂ€ngnis und enden tödlich.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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