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Todesfälle durch Zivilkrankheiten könnten verhindert werden

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Herzinfarkt, Krebs, Diabetes  

Ungesunde Lebensweise bringt Millionen Menschen vorzeitig ins Grab

19.01.2015, 17:37 Uhr | AFP, t-online.de, dpa

Todesfälle durch Zivilkrankheiten könnten verhindert werden. Alkoholmissbrauch (Quelle: dpa)

3,3 Millionen sterben jährlich an an Alkoholmissbrauch. (Quelle: dpa)

Millionen von Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen ihrer ungesunden Lebensweise. Dabei sind Zivilisationskrankheiten vermeidbare Todesursachen. Im Jahr 2012 seien allein 38 Millionen Menschen an den Folgen von Herzinfarkten und Diabetes gestorben, teilt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit.

Fast die Hälfte davon - etwa 16 Millionen - starben noch vor dem 70. Lebensjahr. Viele dieser vorzeitigen Todesfälle seien vermeidbar, sagt WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Die Staatengemeinschaft müsse entschlossener gegen diese "Epidemie" von Lifestyle-Krankheiten vorgehen.

Ungesunder Lebensstil macht krank

Als die vier häufigsten nicht ansteckenden Krankheiten nennt WHO Herzkreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Atemwegerkrankungen und Diabetes. Die Ursache sei meist eine ungesunde Lebensweise, beispielsweise Rauchen, Alkoholmissbrauch oder Genuss von Fetten, Salz und Zucker im Übermaß, warnt die WHO.

So sterben jährlich vorzeitig rund sechs Millionen Menschen durch Tabakkonsum, 3,3 Millionen an Alkoholmissbrauch, 3,2 Millionen an den Folgen von Bewegungsmangel und 1,7 Millionen, weil sie durch den Verzehr von zu viel Salz erkrankten. Insgesamt seien 42 Millionen Kinder unter fünf Jahren weltweit fettleibig und schätzungsweise 84 Prozent der Jugendlichen litten unter Bewegungsmangel. Shanthi Mendis, Chefautorin des vorgestellten WHO-Berichts, nennt die Lage "beängstigend".

Laut WHO nahm die Zahl vorzeitiger Todesfälle durch nicht übertragbare Krankheiten in den vergangenen Jahren deutlich zu. Im Jahr 2000 starben deshalb rund 14,6 Millionen Menschen vor dem 70. Lebensjahr, nun sind es schon 16 Millionen.

Armut begünstigt Erkrankungen

Diese Zivilisationskrankheiten seien in allen Altersgruppen aus allen Teilen der Welt zu beobachten. Besonders betroffen seien aber Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen Präventionsmaßnahmen fehlten. Nach WHO-Angaben sterben dort mehr Menschen an den Folgen von Zivilisationskrankheiten als an Infektionskrankheiten. In Deutschland ist das Risiko, frühzeitig an Zivilisationskrankheiten zu sterben, nach Einschätzung der Experten verhältnismäßig gering. Am höchsten ist es unter anderem in Russland und im Oman.

WHO-Generaldirektorin Chan ruft die Staatengemeinschaft auf, mehr in Aufklärungskampagnen zu investieren. In den meisten Fällen könnte mit wenig Geld viel erreicht werden. Millionen Menschenleben könnten im kommenden Jahrzehnt gerettet werden, wenn pro Kopf ein bis drei Dollar jährlich für Aufklärung über eine gesündere Lebensweise ausgegeben würden.

So sei in der Türkei die Zahl der Raucher seit 2008 um 13,4 Prozent gesunken, was auf ein Werbeverbot für Tabakwaren, gesundheitliche Warnhinweise und eine deutliche Steuererhöhung zurückgeführt wird. Viele Länder neigten jedoch dazu, den bis 2025 ausgegebenen WHO-Zielen im Kampf gegen Zivilkrankheiten nicht nachzukommen. Ziel ist es, zwischen 2011 und 2025 die Zahl der Sterbefälle infolge von Zivilisationskrankheiten um ein Viertel zu reduzieren.

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