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DKV-Report: Dauersitzen macht krank und verkürzt das Leben

Gesundheitsreport  

In Mecklenburg-Vorpommern leben die Deutschen am gesündesten

27.01.2015, 12:22 Uhr | dpa/ag

DKV-Report: Dauersitzen macht krank und verkürzt das Leben. Die Deutschen sitzen zu viel und zu lange - vor allem vor der Glotze. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Deutschen sitzen zu viel und zu lange - vor allem vor der Glotze. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nie hatten es die Menschen so bequem wie heute: Tagsüber sitzen sie am Schreibtisch und abends auf dem Sofa. Der Alltag vieler Deutscher ist geprägt von sitzenden Tätigkeiten. In bestimmten Regionen ist das besonders schlimm, wie aus einem Gesundheitsreport der Deutschen Krankenversicherung (DKV) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln hervorgeht. Diese Grafiken zeigen, wo die Deutschen am ungesündesten leben.

Wie der Report zeigt, verbringen die Deutschen an Werktagen im Durchschnitt siebeneinhalb Stunden im Sitzen. Junge Erwachsene bringen es sogar auf neun Stunden. Viel zu viel, sagt DKV-Vorstand Clemens Muth. Er nennt die Deutschen daher ein "Volk der Sitzenbleiber" und warnt, dass das dauerhafte Sitzen weitreichende Folgen für den Fett- und Blutzuckerstoffwechsel habe.

Dauersitzen - die unterschätzte Gesundheitsgefahr

Zudem bewegt sich laut der Studie nur die Hälfte der Menschen ausreichend. Dauersitzen gilt neben Bewegungsmangel als eigenständiges Gesundheitsrisiko: Es lasse sich nicht vollständig durch Sport kompensieren, sagt Professor Gerhard Huber vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg. Nach seinen Worten steigt das Gesundheitsrisiko ab acht Stunden Sitzen pro Tag deutlich an.

Jede Fernsehstunde mehr verkürzt das Leben

"Im Bundesdurchschnitt sitzen die Menschen am längsten vor dem Fernseher", stellt Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule und wissenschaftlicher Leiter des DKV-Reports fest. Statistisch gesehen erhöht jede tägliche zusätzliche Fernsehstunde auf dem Sofa die Sterblichkeit um 11 Prozent. "Also kann jeder sich etwas Gutes tun, indem er den Fernseher nach der Lieblingssendung ausschaltet und vom Sofa aufsteht."

Der zweithäufigste Grund fürs Sitzen ist die Arbeit am Schreibtisch. Hier sieht Froböse die Arbeitgeber am Zug: "Es gibt Möglichkeiten, das Sitzen zu begrenzen, etwa Stehmeetings, verstellbare Schreibtische und aktive Büropausen." Gerade mit Blick auf die älter werdenden Belegschaften und den Fachkräftemangel sollten Arbeitgeber das Thema Dauersitzen ernst nehmen.

Gesundheitsstil und Mediennutzung im Fokus

Die DKV hatte 2014 mehr als 3000 Deutsche zu ihrem Gesundheitsverhalten befragen lassen. Dabei wurde auch gezielt analysiert, wie lange, an welchen Orten und aus welchen Gründen die Menschen sitzen. Untersucht wurden die Teilnehmer nicht. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge repräsentativ. Zusätzlich wurden rund 300 Eltern zur Mediennutzung und dem Verhalten ihrer 6- bis 12-jährigen Kinder befragt.

Stillsitzen und Bewegungsmangel sind der Studie zufolge bereits bei den Jüngsten an der Tagesordnung: Nur bei einem Viertel der Kinder bleibt die tägliche Zeit vor dem Bildschirm unter der empfohlenen Dauer von einer Stunde. Einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer hatten in der Umfrage mehr als 70 Prozent von ihnen, die Hälfte verfügt über einen Internetzugang. Sie kopierten den ungesunden Lebensstil ihrer Eltern, sagt Muth.

Stress in NRW, zu viel Alkohol in Berlin

Insgesamt schneidet bei dem Report nur ein kleiner Teil der Deutschen wirklich gut ab: Bei Ernährung, Bewegung, Umgang mit Stress, Alkohol und Rauchen konnten nur elf Prozent der Befragten die Kriterien der DKV erfüllen. Im Bundesvergleich verhalten sich die Berliner am wenigsten gesundheitsbewusst: Sie sitzen am längsten, zudem rauchen und trinken sie relativ viel. Am gesündesten leben Menschen den Angaben zufolge in Mecklenburg-Vorpommern. 19 Prozent der Bewohner zeigten sich hier rundum gesundheitsbewusst. Damit steht das Bundesland zum dritten Mal an der Spitze des DKV-Reports.

Berlin und Nordrhein-Westfalen sind mit acht Prozent die Schlusslichter im Gesundheitsranking. Die Ursachen seien durchaus unterschiedlich, erklärt Ingo Froböse: "Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern bewegen sich viel und ernähren sich gesund. Menschen in NRW leiden vor allem unter Stress und Bewegungsmangel. Und die Berliner rauchen viel und trinken gerne Alkohol."

So viel Bewegung sollte es sein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene pro Woche mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Arbeit. Die Bewegung kann dabei auf mehrere Tage verteilt werden, sollte aber nicht kürzer als jeweils zehn Minuten dauern.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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