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Pflegeheime: Gut bewertete Häuser haben teils schwere Mängel

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Pflege-TÜV - Missstände in Pflegeheimen  

Wenig Fürsorge für teures Geld

04.06.2016, 08:36 Uhr | t-online.de, AFP

Pflegeheime: Gut bewertete Häuser haben teils schwere Mängel. Viel Pflegeheime sind nicht so gut, wie sie laut "Pflege-TÜV" sein sollten. (Quelle: dpa)

Viel Pflegeheime sind nicht so gut, wie sie laut "Pflege-TÜV" sein sollten. (Quelle: dpa)

Auch als "gut" bewertete Pflegeheime haben oft schwere Mängel. Das haben Nachforschungen des NDR zusammen mit dem Recherchezentrum Correctiv ergeben.

60 Prozent aller deutschen Pflegeheime fallen demnach bei den Qualitätsprüfungen der Kassen - dem "Pflege-TÜV" - negativ auf, wenn es um den medizinisch relevanten Teil der Pflege geht. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Versorgung mit Nahrung, Schmerzbehandlung oder Vorsorge für Bettlägerige.

Mehr als die Hälfte der Heime versorgt die Alten und Kranken nicht korrekt mit Medikamenten, mehr als 30 Prozent nicht vorschriftsmäßig mit Nahrung und Flüssigkeit.

Pflegepersonal: regional große Unterschiede

Die Datenanalyse zeigt gleichzeitig große Unterschiede bei der Personalausstattung der Pflegeheime. In Bremen arbeiten demnach fast vier von fünf Pflegekräften in Teilzeit, im Saarland sind es hingegen weniger als halb so viele.

In manchen Landkreisen, wie dem Saale-Orla-Kreis in Thüringen, arbeiten nach Daten der statistischen Landesämter sogar 90 Prozent der Pflegekräfte in Teilzeit.

Hohe Preise, aber schlechte Qualität

Der Untersuchung zufolge ist die Qualität von Pflegeheimen längst nicht immer mit den Preisen in Einklang zu bringen. In Rheinland-Pfalz etwa müssen demnach Heimbewohner das meiste Geld bezahlen, obwohl die Einrichtungen dort am häufigsten bemängelt würden.

Ein Heimplatz für einen Bewohner mit der Pflegestufe 3 kostet in dem Bundesland im Schnitt 3450 Euro pro Monat, mehr als 1800 Euro davon müssen Pflegebedürftige privat zahlen.

Pflegenoten mit teils wenig Aussagekraft

Die Pflegenoten - vergleichbar mit Schulnoten - stehen schon seit Jahren in der Kritik, weil die zum Teil wenig aussagekräftigen Einzelbewertungen zu einer Gesamtnote zusammengefügt werden. So können beispielsweise schwerwiegende Mängel im medizinischen Bereich ausgeglichen werden - zum Beispiel laut NDR mithilfe eines "gut lesbaren, mittig aufgehängten Speiseplans".  

Das kann dazu führen, dass beim "Pflege-TÜV" der bundesweite Durchschnitt der Häuser trotz teils gravierender Pflegemängel bei 1,2 liegt.

Benotungssystem soll überarbeitet werden

Auch bedenklich: Pflegeheime bereiten sich laut NDR "in speziellen Weiterbildungen auf die Prüfungen vor" - mithilfe von Trainern, die zum Teil vorher selbst als Prüfer gearbeitet haben.

Das bisherige Bewertungssystem soll daher in den nächsten Jahren grundlegend überarbeitet werden. Bis zur Einführung eines neuen "Pflege-TÜV" dürfen Heime aber weiter mit den umstrittenen Noten werben. Die Pflegenoten für Heime und ambulante Pflegedienste war im Sommer 2009 eingeführt worden.

Für die Untersuchung wurden etwa 13.000 Datensätze aller deutschen Pflegeheime sowie Informationen zu allen Landkreisen und Städten ausgewertet. 

Das ARD-Magazin "die reportage" zeigt heute Abend um 21:15 Uhr den Beitrag "Seniorenresidenz undercover - Recherchen über Pflegeheime"

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