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Warum der Olympia-Star Michael Phelps so viele Blutergüsse hat

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Rätselhafte rote Flecken  

Deshalb ist Michael Phelps mit Blutergüssen übersät

10.08.2016, 16:28 Uhr | sid

Warum der Olympia-Star Michael Phelps so viele Blutergüsse hat. Michael Phelps: Auf den Schultern des amerikanischen Rekordschwimmers zeichnen sich große, rund Flecken ab. (Quelle: Reuters/Marcos Brindicci)

Michael Phelps sorgte nicht nur mit seinen Leistungen für Aufsehen bei den Olympischen Spielen: Auf den Schultern des amerikanischen Rekordschwimmers zeichnen sich große, rund Flecken ab (Quelle: Marcos Brindicci/Reuters)

Was ist mit Michael Phelps passiert? Der Rekord-Olympiasieger aus den USA sieht aus, als sei er mit Gummikugeln beschossen worden. Sein Rücken und die Oberschenkel sind übersät von großen, runden blauen Flecken. Das hat es damit auf sich.

"Ich habe einige Blutergüsse, das tut weh", erklärte Phelps. Aber, keine Sorge: die Flecken sind gewollt, die Schmerzen auch. Wie mittlerweile viele andere Sportler steht Phelps auf "Cupping". Neu ist das keineswegs – höchstens im Trend. Erfunden haben es die Chinesen, im Deutschen wird es Schröpfen genannt.

Es gibt zwei Methoden: Entweder setzt man heiße Sauggläser auf den Körper oder man verwendet kleine Saugglocken, aus denen über einen Schlauch die Luft abgesaugt und ein Vakuum geschaffen wird. Phelps nutzt Saugglocken. Die Wirkung in beiden Fällen: Die Haut wölbt sich nach oben, später zeichnen sich Blutergüsse ab.

Schröpfen soll verhärtete Muskeln lockern

Schröpfen ist bereits seit etwa 5000 Jahren bekannt und seitdem Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Im Gegensatz zu einer Massage werden die Muskeln bei dieser Therapieform eben nicht gedrückt oder geknetet, sondern angezogen. Das soll den Transport von abgelagerten Stoffen im Körper verbessern und Verklebungen der Muskulatur verhindern. Phelps berichtete in Rio: "Ich mache das Schröpfen schon länger vor meinen Rennen." Zu sehen waren die Flecken schon 2008 bei Olympia in Peking: bei chinesischen Schwimmerinnen.

Fans sorgten sich um Phelps

Fotos vom geschröpften Phelps lösten in den sozialen Netzwerken große Besorgnis aus. Ein paar Witzbolde fragten sich, ob es sich um Kornkreise handele, andere vermuteten Auswirkungen des Zika-Virus. Bei Google stieg die Nachfrage nach "circles on Michael Phelps" um 2100 Prozent - die Suchanfrage überstieg sogar für kurze Zeit den Begriff "Olympic medals".

Auch Jennifer Aniston lässt sich schröpfen

Zu den Cupping-Jüngern in den USA gehören die Schauspielerinnen Jennifer Aniston und Gwyneth Paltrow. Auch Victoria Beckham schwört darauf.

Unter US-Sportlern ist Phelps nicht der Einzige, der sich schröpfen lässt. Turner Alex Naddour hat sich zu Zwecken der Selbsthilfe für 15 Dollar ein Saugset bei Amazon bestellt. Auch die zweimalige Schwimm-Olympiasiegerin Chris Brooks, in Rio Mannschaftskapitänin der Amerikaner, nutzt die "Cups" im Do-it-yourself-Verfahren. "Du sagst, okay, mir tut's hier ein bisschen weh, und dann kommt dein Zimmerkollege und schmeißt dir ein paar Cups drauf."

Nur Placebo? "Aber wenn es dem fliegenden Fisch hilft..."

Es gibt auch Kritiker, die argumentieren, dass der Nutzen des Schröpfens durch Studien nicht hinreichend belegt sei. Sie halten die vermeintliche Wirkung für einen Placebo-Effekt. Demgemäß hat es die englische Boulevardzeitung "The Sun" formuliert: "Wenn es dem fliegenden Fisch hilft, dann hilft uns das auch."

Schröpfen: Ein Mann lässt sich in Kambodscha Schröpfgläser auf den Rücken setzen. (Quelle: AP/dpa/AP Photo/Heng Sinith)Schröpfen ist eine traditionelle Behandlungsmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin. Hier lässt sich ein Mann in Kambodscha Schröpfgläser auf den Rücken setzen. (Quelle: AP/dpa/AP Photo/Heng Sinith)

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