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Wie Ärzte am Sterben verdienen - Mediziner klagt über Profitgier

Medzinier klagt Profitgier an  

"Die Ärzte verdienen am Sterben"

27.08.2016, 15:15 Uhr | t-online.de

Wie Ärzte am Sterben verdienen - Mediziner klagt über Profitgier. Zwischen Ärzten und Pharmafirmen können geschäftliche Verflechtungen bestehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zwischen Ärzten und Pharmafirmen können geschäftliche Verflechtungen bestehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aufgrund der Profitgier vieler Ärzte wird in Deutschland mit sterbenden Patienten schlecht umgegangen, behauptet ein Palliativmediziner und klärt auf über eine gängige Praxis in Kliniken.

"Was in der modernen Medizin geschieht, ist oft eher unmenschlich", kritisiert Dr. Matthias Thöns in einem Interview im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Es bringe dem Betroffenen weder Zeit noch Lebensqualität, sondern nur Leid, konstatiert der Mediziner aus Witten. Er erlebe täglich, dass Mediziner Patienten falsche Hoffnungen machten. "Man will das nicht wahrhaben, weil man Ärzte als Lebensretter und Helden kennt. Sie sind aber auch Geschäftsleute. Die Ärzte verdienen am Sterben", klagt er an.

Was Patienten und Angehörige in der Regel nicht wissen: Zwischen Ärzten und Pharmafirmen können geschäftliche Verflechtungen bestehen. "Die Pharmaindustrie hat den geschickten Schachzug gemacht, dass sie uns Ärzte quasi am Umsatz beteiligt. Wenn man bestimmte teure Medikamente verschreibt, ist der Patient oft Teilnehmer einer Studie der Firma", weiß Dr. Thöns.

Arzt verdient 7000 Euro an Studie

Das lukrative Procedere ist denkbar einfach: Der Arzt müsse nur regelmäßig ein paar Bögen ausfüllen und bekomme im Schnitt pro Patient 670 Euro. Für manche Therapie erhalte ein kooperativer Mediziner 7000 Euro. Es könne nicht sein, dass ein Arzt mehrere Tausend Euro bekäme, "damit er eine bestimmte Therapie verschreibt. Das muss in meinen Augen eine Straftat sein, das ist Bestechung", beklagt Thöns. Er ist seit fast 20 Jahren niedergelassener Palliativmediziner in Witten bei Dortmund und Gründer des Palliativ-Netzes Witten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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