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Medizin: Wie gefährlich ist der Kaiserschnitt?

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Geburt  

Wie gefährlich ist der Kaiserschnitt?

22.05.2006, 19:12 Uhr | bri/dpa, t-online.de

Prominente wie Claudia Schiffer tun es, und immer mehr Frauen in Deutschland tun es ebenfalls: Sie bringen Ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Hierzulande stieg die Kaiserschnittsrate laut Statistischem Bundesamt in den vergangenen zehn Jahren von 17 auf 27 Prozent. Doch Gesundheitsexperten der UNO warnen vor den Gefahren durch diese Form der Geburt. Denn eine Studie im Auftrag der UNO in Lateinamerika hat ergeben, dass mit der steigenden Zahl von Kaiserschnitten auch die Zahl von Komplikationen und sogar Todesfällen während und nach der Geburt zunahm. Bestehen solche Gefahren auch in Deutschland? Ist der Kaiserschnitt gefährlich? Wir haben bei einem Geburts-Experten nachgefragt.


Der Wunsch nach schmerzfreier Geburt

Einst war der Kaiserschnitt mit Angst und Schrecken verbunden. Er galt als letzter Ausweg, um Mutter und Kind bei Komplikationen zu retten. Wenn Frauen heutzutage die OP freiwillig machen lassen, so steckt dahinter auch oft der Wunsch nach einer schmerzfreien Geburt. Außerdem lässt sich der Termin auf den Tag genau planen und mit dem Beruf abstimmen. "Statistisch gesehen, ist das Risiko bei der Operation selbst etwa gleich hoch wie bei einer natürlichen Geburt. Es gibt etwa gleich viele Todesfälle", erklärt Professor Klaus Vetter, Präsident der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie in Berlin.

Risiken bei der nächsten Schwangerschaft

"Ein Kaiserschnitt ist ein erhebliches Risiko für jede folgende Schwangerschaft", sagt Vetter. Denn nach der Operation bleibt eine Narbe zurück, die schon während der Schwangerschaft aufbrechen kann. Außerdem kann sich der Mutterkuchen von innen in die Narbe einnisten und bei einer Geburt darin hängen bleiben und abreißen. Die Folge: Lebensgefahr. Das Kind droht zu ersticken. "Bei einer Hausgeburt oder in einem kleinen Krankenhaus kann es sein, dass man diese Probleme nicht in den Griff bekommt", warnt Vetter.

Atemprobleme beim Kind

Unmittelbar nach einem Kaiserschnitt kann es beim Neugeborenen ebenfalls zu Problemen kommen: Bei einer natürlichen Geburt wird das Fruchtwasser aus der Lunge des Kindes herausgepresst. Nicht so beim Kaiserschnitt. Das restliche Fruchtwasser führt zu Atemwegsstörungen und stört beim Stillen. "Das legt sich aber nach kurzer Zeit wieder, weil das Wasser abgesaugt werden kann", sagt Vetter.

Glücksgefühle bei der natürlichen Geburt

Oft wird es als ein Vorteil der natürlichen Geburt angesehen, dass dabei eine starke emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind entsteht. Denn das Hormon Endorphin wird in großen Mengen ausgeschüttet, was für Glücksgefühle bei beiden sorgt. Jedoch bei sehr schweren Geburten dominieren im Körper von Mutter und Kind die Stresshormone. Um beiden unnötigen Stress zu ersparen wird dann oft ein Kaiserschnitt gemacht. "Außerdem gibt es keine Beweise dafür, dass durch einem Kaiserschnitt das Verhältnis zwischen Mutter und Kind dauerhaft gestört ist", erklärt Vetter.

Geburtsform sorgfältig wählen

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt? Professor Vetter rät, sich vor der Entbindung umfassend zu informieren und mehrere Meinungen einzuholen: "Allgemeingültige Aussagen kann man dabei nicht treffen. Nutzen und Risiken müssen in jedem Einzelfall abgewogen werden," so der Mediziner.

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