Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Risiko Papillomviren: Impfung schützt vor Mund-Rachen-Krebs

Risiko Papillomviren  

Impfung schützt vor Mund-Rachen-Krebs

01.05.2019, 04:23 Uhr | dpa

Risiko Papillomviren: Impfung schützt vor Mund-Rachen-Krebs. Um vor einer HPV-Infektion geschützt zu sein, empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung für Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren.

Um vor einer HPV-Infektion geschützt zu sein, empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung für Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Foto: Robert Günther. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa/tmn) – Mund-Rachen-Krebs gilt als klassische Raucher- und Trinkerkrankheit. Mittlerweile weiß man jedoch, dass hinter den Tumoren eine weitere Ursache stecken kann: Eine chronische Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV).

Das weltweit verbreitete Virus befällt Schleimhäute und Haut, es gibt allerdings eine wirksame Impfung gegen HPV-bedingte Tumore. Professor Jens Peter Klußmann, Klinikdirektor der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde an der Uniklinik Köln, rät zur Impfung.

Zwar seien Papillomviren vor allem dafür bekannt, Gebärmutterhalskrebs auszulösen. Doch Klußmann erklärt: "Wir konnten nachweisen, dass der Anteil der Tumore steigt, die auf eine HPV-Infektion zurückgehen."
Das Virus wird sexuell übertragen.

In seltenen Fällen geben Mütter es während der Geburt an ihre Kinder weiter. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben. Auch Kondome verhindern eine Infektion nicht sicher.

Infektion kann chronisch verlaufen

"In der Regel handelt es sich nur um flüchtige Infektionen, die von selbst ausheilen", sagt Professor Andreas Dietz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig. Sie können aber auch chronisch verlaufen und zu Krebs führen. "Wir gehen davon aus, dass Menschen, die in ihrem Leben viele Sexualpartner haben und Oralsex praktizieren, ein höheres Risiko haben, zu erkranken", so Klußmann.

Um sich zu schützen, ist eine Impfung vor dem ersten Sexualkontakt sinnvoll. Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren, da Gebärmutterhalskrebs zu 100 Prozent mit Papillomviren in Verbindung gebracht wird. Etwa 45 Prozent der 17-jährigen Mädchen in Deutschland sind geimpft. Seit 2018 gilt die Empfehlung der STIKO auch für Jungen. Auch sie übertragen HPV und ihre Impfung schützt nicht nur die Mädchen, sondern verhindert auch bei den Jungen die Entstehung von Mund- und Rachenkrebs und weiteren HPV-Tumoren wie Anal- und Peniskrebs. Die Impfung zahlen die Krankenkassen.

Kinder vor dem 14. Geburtstag impfen

"Wir empfehlen, Kinder vor dem 14. Geburtstag zu impfen", sagt Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt und Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Mit einem halben Jahr Abstand wird dann zweimal geimpft. Nach dem 14. Geburtstag gibt es drei Spritzen im Halbjahresabstand. "Die Impfung ist sehr gut verträglich", betont Kahl. Viele Eltern vergäßen das Impfen aber schlichtweg. Deshalb sollten Kinderärzte immer wieder darauf hinweisen. Ein guter Zeitpunkt dafür sei die Vorsorgeuntersuchung U11 im Alter von neun bis zehn Jahren, die einige Kassen bezahlen.

Dagegen sind Impfungen im Erwachsenenalter laut Andreas Dietz nicht sinnvoll. Vorab müsse man herausfinden, ob man mit HPV infiziert sei. Zwar gibt es kommerzielle Bluttests, die Antikörper im Blut nachweisen, doch davon rät Dietz ab. "Das ist Geldschneiderei. Die Tests sagen wenig über eine Krebsgefährdung aus und können für unnötige Beunruhigung sorgen." Außerdem seien die Tests nicht hundertprozentig verlässlich.

Im Erwachsenenalter auf den Körper achten

Ungeimpfte Menschen im Erwachsenenalter sollten gut auf ihren Körper achten. "Treten Schluckbeschwerden, Halsschmerzen oder ein Fremdkörpergefühl im Hals auf, sollte man zügig zum Arzt gehen", rät Klußmann. Denn bei einer frühzeitigen Diagnose gebe es erhöhte Chancen, den Krebs zu besiegen. "Hier zählen Monate." Obwohl Mund- und Rachenkarzinome, die auf HPV zurückgehen, schnell Metastasen bilden, hat die Erkrankung eine bessere Prognose als Tumore, die durch Rauchen und Trinken ausgelöst wurden. "Bei Tabak- und Alkoholkonsum wird die Erbsubstanz multipel geschädigt", erklärt Dietz. "Hier ist die Fähigkeit, auf die Therapie zu reagieren, schlechter."

Kopf-Hals-Krebs wird mit Operation, Strahlen- und Chemotherapie behandelt. Laut Klußmann gibt es derzeit an der Uniklinik Köln ein wissenschaftliches Projekt, das darauf abzielt, die Virus-DNA im Blut zu finden. So wäre für Patienten mit einem Rückfall eine frühzeitige und bessere Nachsorge möglich. "Vielleicht können wir künftig auch Antikörper gegen die Viren nutzen und so die Früherkennung dieses Krebses verbessern", hofft Klußmann.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Bereit für den Sommer? Finde luftig, leichte Kleider
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe