Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesundheitswesen >

Umfrage: In Psychiatrien gibt es regelmäßig Übergriffe und Zwangsfixierung

Umfrage unter Beschäftigten  

In Psychiatrien gibt es regelmäßig Übergriffe und Zwangsfixierung

09.09.2019, 15:17 Uhr | dpa

Umfrage: In Psychiatrien gibt es regelmäßig Übergriffe und Zwangsfixierung. Wegweiser zur Klinik für Psychiatrie: Über 60 Prozent der Beschäftigten meinen, ungefähr die Hälfte oder fast alle Zwangsmaßnahmen wären mit mehr Personal vermeidbar gewesen. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)

Wegweiser zur Klinik für Psychiatrie: Über 60 Prozent der Beschäftigten meinen, ungefähr die Hälfte oder fast alle Zwangsmaßnahmen wären mit mehr Personal vermeidbar gewesen. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa)

Wegen Personalengpässen in der Psychiatrie kommt es einer Umfrage zufolge regelmäßig zu Übergriffen auf Beschäftigte und zur Zwangsfixierung von Patienten.

Fast die Hälfte der Beschäftigten in der Psychiatrie erlebt regelmäßig körperliche Übergriffe gegen sich selbst. Das zeigt eine Umfrage der Gewerkschaft Ver.di. Für diese wurden mehr als 2.300 Psychiatrie-Beschäftigte aus 168 Krankenhäusern befragt.

Umfrage zu Zwangsmaßnahmen in Psychiatrie

Die Untersuchung zielte auf die Erfahrungen in den vier Wochen vor der Befragung ab. Über 80 Prozent der Beschäftigten gaben an, in dem Zeitraum mit Beschimpfungen konfrontiert worden zu sein. Drei von vier Beschäftigten haben zudem mindestens eine Zwangsmaßnahme miterlebt, die Hälfte sogar mindestens einmal die Woche. Jeder Fünfte erlebt das praktisch in jedem Dienst. Patienten können mit Gurten festgehalten werden, sodass sie sich selbst oder andere nicht gefährden. Über 60 Prozent der Beschäftigten meinen, ungefähr die Hälfte oder fast alle Zwangsmaßnahmen wären mit mehr Personal vermeidbar gewesen.

Mehr als 80 Prozent der Befragten sagten, ein begleiteter Ausgang für die Patienten sei bei Bedarf nur teilweise oder nicht möglich. Mehr als drei Viertel der Beschäftigten können sich demnach nicht vorstellen, bei der derzeitigen Personalsituation bis zur Rente in der Psychiatrie zu arbeiten. 77 Prozent der Beschäftigten bewerten die Besetzung auf ihrer Station als knapp oder viel zu gering.

Ver.di will mit einem bundesweiten Aktionstag in zahlreichen Einrichtungen an diesem Dienstag auf die prekäre Personalsituation in psychiatrischen Krankenhäusern aufmerksam machen.

Entscheidung zu Personalausstattung steht bevor

Hintergrund ist eine bevorstehende Entscheidung über die Personalausstattung in der Psychiatrie. Am 19. September will der Gemeinsame Bundesausschuss über Vorgaben für die Personalausstattung entscheiden. Das ist das höchste Entscheidungsgremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Krankenkassen, Krankenhäuser und Ärzte machen hier entsprechende Vorgaben.



Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler sagte: "Das Personal muss dringend aufgestockt werden." Signale aus dem Bundesausschuss wiesen aber in die falsche Richtung. Würden die hier vertretenen Krankenhäuser und Krankenkassen ihrem Auftrag für eine gute Versorgung nicht gerecht, müsse die Politik eingreifen. Erhöht werden müsse etwa die Zeit, die für die Beschäftigten pro Patient vorgesehen sei.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Gesundheitswesen

shopping-portal