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WHO: Jede Minute sterben fünf Menschen durch Ärztefehler

"Jede Minute sterben fünf Menschen"  

WHO warnt: Kultur in Kliniken befördert Ärztefehler

14.09.2019, 11:30 Uhr | dpa

WHO: Jede Minute sterben fünf Menschen durch Ärztefehler. Ein Arzt hält ein Stethoskop in den Händen: Viele Menschen sterben durch eine falsche ärztliche Behandlung. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Ein Arzt hält ein Stethoskop in den Händen: Viele Menschen sterben durch eine falsche ärztliche Behandlung. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

Millionen Menschen weltweit kommen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jährlich bei medizinischen Behandlungen zu Schaden. Die Bandbreite der Fehler ist groß.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen bei medizinischen Behandlungen jedes Jahr Millionen Menschen zu Schaden. "Jede Minute sterben fünf Menschen wegen fehlerhafter Behandlung", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

Weltweit erlitten 40 Prozent der Patienten bei ambulanten Behandlungen Schäden, im Krankenhaus seien es zehn Prozent, so die WHO. In den rund 150 Ländern mit niederen und mittleren Einkommen kämen nach Schätzungen 2,6 Millionen Menschen im Jahr durch fehlerhafte medizinische Behandlung ums Leben.

Falsche Diagnose, falsche Medikamente, falsche Operationen

Die Bandbreite der Fehler ist groß: Manche Patienten bekämen eine falsche Diagnose oder falsche Medikamente, sie würden falsch bestrahlt oder infizierten sich während der Behandlung. Auch Amputationen falscher Gliedmaßen oder Hirnoperationen auf der falschen Seite des Kopfes kämen vor. "Es ist ein globales Problem", sagte die WHO-Verantwortliche Neelam Dhingra-Kumar.

Grund sei etwa eine strenge Hierarchie in vielen Einrichtungen, wo Juniorpersonal sich nicht traue, etwas zu sagen. Oder Angestellte verschwiegen Fehler aus Angst vor Repressalien. Fehler müssten aber erkannt und benannt werden, so Dhingra-Kumar. "Fehler machen ist menschlich. Aber von Fehlern nicht zu lernen ist inakzeptabel."

"Tag der Patientengesundheit" soll aufmerksam machen

Nach ihren Angaben lässt sich mit mehr Sicherheit viel Geld sparen, denn geschädigte Patienten müssten länger in Behandlung bleiben. In den USA seien in Medicare-Krankenhäusern zwischen 2010 und 2015 durch bessere Sicherheitsmaßnahmen rund 28 Milliarden Dollar (gut 25 Milliarden Euro) eingespart worden.


Am "Tag der Patientengesundheit" (17. September) will die WHO auf das Thema aufmerksam machen. In vielen Ländern würden Wahrzeichen in orange angestrahlt, darunter die Pyramiden in Ägypten und die Wasserfontäne in Genf. Deutschland gehe wie einige andere Länder mit gutem Beispiel voran, um Fehler so weit wie möglich zu vermeiden, lobte die WHO.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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