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Gesundheit: Der Fuchsbandwurm breitet sich rasant aus

Fuchsbandwurm  

Der Fuchsbandwurm breitet sich rasant aus

15.08.2006, 14:12 Uhr | bri, t-online.de

Gesundheit: Der Fuchsbandwurm kann auch den Menschen befallen und eine tumorartige Geschwulst an der Leber auslösen. (Foto: dpa)Der Fuchsbandwurm kann auch den Menschen befallen und eine tumorartige Geschwulst an der Leber auslösen. (Foto: dpa)Wer nascht zurzeit nicht gerne reife Heidelbeeren oder Brombeeren frisch aus dem Wald? Die Früchte können jedoch mit Eiern von Fuchsbandwürmern befallen sein, wenn sie in Bodennähe wachsen. Wie der Name schon sagt, verbreiten vor allem Füchse die Parasiten. Nimmt der Mensch über die Früchte auf, kann er an Echinokokkose erkranken. Eine Krankheit, die unheilbar ist und tödlich enden kann. Und die Gefahr wird immer größer: "In ganz Deutschland sind Füchse mit den Würmern befallen, zum Teil zehn Mal so viele wie noch vor zehn Jahren", warnt Torsten Reinwald, Biologe vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV). Man kann sich jedoch gut vor den Erregern schützten. Wir geben Tipps zur Vorbeuge.

Lebenslang Medikamente schlucken

Nimmt der Mensch die Bandwurmeier mit der Nahrung auf, gelangen sie in den Dünndarm, wo die Larven schlüpfen. Über das Blut dringen sie in die Leber des Menschen ein. Erst nach 10 bis 15 Jahren treten die ersten Symptome der Echinokokkose auf: Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Unwohlsein. "Zu diesem Zeitpunkt ist die Krankheit aber schon so weit fortgeschritten, dass keine Heilung mehr möglich ist. Der Patient muss lebenslang Medikamente schlucken", erklärt Professor Achim Hörauf Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie in Bonn. In einem früheren Stadium wäre eine Heilung durch einer Leber-OP möglich. "Doch da die Symptome so lange ausbleiben, kann ein Arzt den Wurmbefall im Frühstadium nur zufällig entdecken", erklärt der Professor.

Mehr Erkrankungen befürchtet

Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 20 Menschen an Echinokokkose. Experten sind trotz dieser eher niedrigen Zahlen besorgt. Ich glaube, dass die Zahlen in den kommenden Jahren ansteigen, weil auch die Zahl der infizierten Füchse stark gestiegen ist", sagt Dr. Thomas Romig, Parasitologe von der Universität Hohenheim. "In den Mittelgebirgen und im Alpenvorland ist mindestens jeder zweite Fuchs befallen, teilweise sogar mehr als 90 Prozent", so Romig. Und durch die lange Zeit bis zum Ausbruch der Krankheit werden die Folgen erst in einigen Jahren absehbar sein.

Haustiere sind auch betroffen

Überträger der Bandwürmer sind nicht nur Füchse. Wenn Hund und Katze in freier Natur Ratten oder Mäuse fressen, bleiben auch sie nicht von den Würmern verschont und können so den Menschen gefährden. Ein besonderes Problem sind "Stadtfüchse" - also Füchse, die in Städten vom Müll der Menschen leben. "In Stuttgart sind fast 20 Prozent der Tiere mit Bandwürmern befallen und die treffen dann auf noch viel mehr Menschen als auf dem Land", warnt Romig.

Früchte waschen und erhitzen

Zum Schutz vor der Wurmbefall, sollten Früchte, Gemüse und Pilze vor dem Essen unbedingt gründlich abgewaschen werden. Erhitzen über 60 Grad tötet die Eier zuverlässig ab. In Regionen mit starkem Fuchsbandwurmbefall sollten Hunde- und Katzenhalter, die Tiere regelmäßig auf Würmer untersuchen lassen. Nach Arbeiten im Garten sollten Sie immer die Hände gründlich waschen.

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