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Medikamentöse Behandlung von ADS: Wann ist sie sinnvoll, wann nicht?

ADS  

Medikamentöse Behandlung von ADS

18.11.2008, 13:24 Uhr | ruf, t-online.de

Medikamentöse Behandlung von ADS: Wann ist sie sinnvoll, wann nicht?. Für die Kinder ist es oft nicht einfach, mit der Krankheit zu leben.

Für die Kinder ist es oft nicht einfach, mit der Krankheit zu leben. (Bild: Archiv)

ADS ist keine rein psychische Krankheit, sondern geht auf ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter, der Botenstoffe im Körper, zurück. Die Informationsweiterleitung von Nervenzellen zu einzelnen Hirnpartien funktioniert nicht richtig. Mit einer gezielten medikamentösen Behandlung kann man in diesen Stoffwechsel eingreifen. Jedoch ist eine Behandlung mit Medikamenten nicht ausreichend, um der Krankheit Herr zu werden. Viele Verhaltensweisen, die durch das ADS bedingt werden, haben sich über einen langen Zeitraum eingeschlichen und sind nicht so einfach loszuwerden. Die medikamentöse Behandlung muss daher unterstützt werden durch Psychotherapie und gezielte Förderung im familiären Bereich.

Umstrittene Behandlung

Das bekannteste Medikament im Umgang mit ADS ist das "Ritalin“, welches den Wirkstoff Methylphenidat enthält. Doch gerade dieses Medikament ist aufgrund der starken Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Depressivität und gesteigerte Kampfbereitschaft, sehr umstritten.

Medikamente als letzter Schritt

Es sollten zunächst alle anderen Therapieformen ausprobiert werden, bevor medikamentös eingegriffen wird. Wenn jedoch die schulischen Leistungen nachlassen und die Problematik sich auch auf alle anderen Lebensbereiche ausweitet, muss dem Kind geholfen werden. Wenn dies die anderen Behandlungsmethoden nur unzureichend können, sollte der behandelnde Arzt eine medikamentöse Behandlung in Betracht ziehen. Jedoch sollte man sich dabei stets im Klaren darüber sein, dass Medikamente die Krankheit nicht heilen können, sondern nur für den Zeitraum der Einnahme die Symptome lindern.

Therapie erst ab sechs Jahren

Die Beipackzettel der Medikamente raten dringend an, die Therapie erst ab dem sechsten Lebensjahr zu beginnen. Außerdem muss der Arzt für jedes ADS-Kind die individuelle Dosis sowie den richtigen Einnahmezeitpunkt finden, um die maximale Wirkung zu erreichen, ohne das Kind mit zu vielen Nebenwirkungen zu belasten.

Abhängigkeit

Viele Eltern haben Angst vor einer möglichen Medikamenten-Abhängigkeit ihrer Kinder. Die neusten Forschungs- und Studienergebnisse belegen jedoch, dass eine richtig dosierte Behandlung in der Regel zu keiner Abhängigkeit führt. Langzeitstudien zu diesem Thema liegen allerdings noch nicht vor. Vorsicht ist geboten in Familien, in denen ein erhöhtes Suchtrisiko besteht. Auf die Frage des Arztes nach Suchtfällen im Familienkreis sollte man daher immer ehrlich antworten.


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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