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"Heilmittel-Bericht 2009": Zahl der Therapien steigt

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Heilmittel-Bericht 2009  

Jeder fünfte Junge braucht beim Schulstart Hilfe

06.02.2009, 15:22 Uhr | mmh, dpa

"Heilmittel-Bericht 2009": Zahl der Therapien steigt. Kind spielt mit Arzthelferin.

Therapien unterstützen die Entwicklung. (Bild: imago)

Psychisch, sensorisch oder motorisch: Viele Kinder brauchen unterstützende Therapien, um sich gut zu entwickeln. Tendenz steigend. Der "Heilmittel-Bericht 2009" zeigt, wo am meisten Hilfe nötig ist.

Immer mehr Therapien für Kinder

Mit 23.400 Sprachtherapien wurden mehr als 20 Prozent der bei der AOK versicherten Jungen im Alter von sechs Jahren in ihrer Sprachentwicklung durch eine entsprechende Therapie unterstützt, mehr als 13 Prozent erhielten eine ergotherapeutische Behandlung. Seit Jahren steigt der Anteil sowohl der Jungen als auch Mädchen, die sprachtherapeutische Behandlungen zur Behebung von Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen oder Ergotherapien zur Behandlung psychischer, sensorischer oder motorischer Störungen erhalten. Das zeigt der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) herausgegebene Heilmittel-Bericht 2009.

Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen

Jeder fünfte Junge erhält eine Therapie, aber nur jedes siebte Mädchen. Eine Ursache für den Unterschied sei vermutlich, dass Jungen stärker unter Bewegungsarmut litten, sagte der stellvertretende Institutsleiter Helmut Schröder. Sie säßen häufiger vor dem Fernseher oder dem Computer. Möglicherweise mache sich bei ihnen auch deutlicher bemerkbar, dass sich Kinder zuhause häufig nicht richtig austoben könnten.

Kritischer Übergang von Kindergarten zu Grundschule

Die hohen, weiterhin steigenden Verordnungsmengen bei Ergo- und Sprachtherapien für Kinder weisen auf die spezifischen Anforderungen im Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule hin. So befinden sich 13,2 Prozent der sechsjährigen Jungen in ergotherapeutischer Behandlung, im Vergleich zu 5,4 Prozent der Mädchen dieses Alters. Bei den sprachtherapeutischen Behandlungen erreichen die Sechsjährigen ebenfalls einen Höchstwert: 21,2 Prozent aller Jungen und 14,7 Prozent aller Mädchen in dieser Altersgruppe haben 2007 eine Sprachtherapie erhalten. Das ist nach Einschätzung der Fachwelt zu spät: Die sprachtherapeutische Behandlung sollte nicht erst beim Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule stattfinden, sondern bereits bei drei- bis vierjährigen Kindern. Ergo- und Sprachtherapie können helfen, Defizite der kindlichen Umwelt zu bewältigen. Alternative Ansätze in Form von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus sind wichtig, um Gesundheitsstörungen schon in frühen Jahren vorzubeugen. Die Krankenkassen haben mit ihren Angeboten im Jahr 2007 insgesamt 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche in Kindergärten, Schulen und Kindertagesstätten erreicht.

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