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Schlafforschung: Wie Kinder schlafen

Schlafforschung  

Wie Kinder schlafen

17.07.2013, 12:24 Uhr | nw, t-online.de

Schlafforschung: Wie Kinder schlafen. Schlaf: Je nach Alter haben Kinder andere Schlafbedürfnisse. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Je nach Alter haben Kinder andere Schlafbedürfnisse. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Einen guten Teil seines Lebens verbringt der Mensch mit Schlaf, der unverzichtbar ist für unser Wohlbefinden. Schlaf dient der körperlichen Erholung und auch die Sinne können ausruhen, weil das Gehirn nachts nur eingeschränkt funktioniert. Im Umkehrschluss: Wer zu wenig schläft, kann kann sowohl physisch und psychisch krank werden. Vor allem für Kinder ist Schlafen wichtig, da ihre Gehirnentwicklung noch in vollem Gange ist. Doch nicht in jeder Lebensphase ist das Schlafbedürfnis gleich und auch die Qualität unterscheidet sich. Wie groß das "Schlummerspektrum" bei Kindern ist, hängt von der Reife des Gehirns ab.

Unruhiger Schlaf bei Neugeborenen

Sehr junge Babys schlafen noch sehr unregelmäßig. Ihr Muster ist noch chaotisch und unruhig. 70 Prozent der Zeit dominiert der "Traumschlaf", der sogenannte REM-Schlaf (Rapid-Eye-Movement), der durch rasche Augenbewegungen gekennzeichnet ist und Erlebtes verarbeitet. Ein bestimmter Wach-Ruhe-Rhythmus spielt sich meist erst nach dem vierten Lebensmonat ein. Deshalb macht es auch wenig Sinn, wenn Eltern versuchen ihre Sprösslinge wach zuhalten, um dadurch eine lange Schlafphase bei den Säuglingen zu erreichen. Das einzige, was bei einer solchen Methode garantiert ist, dass die Augenringe und der Stress bei den frisch gebackenen Eltern größer werden.

Tiefschlaf reinigt das Gehirn

Mit zunehmenden Alter bis zur Pubertät nimmt dann gleichmäßig der Traumschlaf ab und die Anteile des Tiefschlafs wachsen. Vor allem Kleinkinder im Kindergartenalter schlafen besonders tief. Dies haben Hirnforscher im Schlaflabor festgestellt: Mit der Elektroenzephalographie (EEG) wurden langsame Hirnstromwellen gemessen, die dazu führten, dass die Verknüpfungspunkte zwischen den Zellen, die sogenannten Synapsen, wieder abnahmen, nachdem sie am Tag angewachsen waren.

Nur dort, wo Fakten und Fertigkeiten tiefe Spuren im Gedächnis hinterlassen, sind die Synapsen besonders stabil. Hier bleibt das Erlernte bei den Kindern bestehen, die "dünnen" Verbindungen für unwesentliche Informationen werden aussortiert. Die "Festplatte" des Gehirns wird so gereinigt und ist für den nächsten Tag wieder aufnahmebereit. Das funktioniert zwischen dem fünften und zehnten Lebensjahr am besten: In dieser Zeitspanne steigt die Dichte der Nervenzellen im Gehirn extrem an, weil die Kinder viel lernen. Nach der Pubertät wird diese Engmaschigkeit wieder herunterreguliert, das Schlafbedürfnis nimmt ab, weil nicht mehr so viel überarbeitet werden muss. Auch dies konnten die Wissenschaftler im EEG sichtbar machen.

Schlafdauer wechselt

Auch die Länge des Schlafes verändert sich drastisch im Laufe der Kindheit. Die nach Alter unterschiedlichen Durchschnittswerte können Eltern einen groben Anhaltspunkt geben: Babys brauchen innerhalb des ersten Lebensjahres täglich insgesamt zwischen 14 und 17 Stunden Schlaf. Bei Zwei- bis Dreijährigen schrumpft das Schlafbedürfnis dann auf circa zwölf bis 13 Stunden. Ein Mittagsschlaf ist in dieser Zeit meist noch notwendig. Während der Kindergartenjahre fällt die mittägliche Siesta weg und die Nachtruhe pendelt sich bei circa elf Stunden ein. Bis dahin haben die kleinen Menschen mehr Zeit im Schlaf als im Wachzustand verbracht. Grundschulkinder kommen dann mit neun bis zehn Stunden Schlaf aus.

Kurzfristige Schlafdefizite schaden nicht

Obwohl Schlafen für Heranwachsende so wichtig ist, können sie kurzzeitige Schlafdefizite gut wegstecken: Eine Studie der Freiburger Uniklinik mit Pubertierenden zeigte, dass Schlafmangel über vier Nächte keinen Einfluss auf deren Gedächnisleistung hatte. Gleichgültig ob die Jugendlichen fünf oder die "altersgemäßen" neun Stunden schliefen, die Tiefschlafdauer zur "Reparatur des Gehirns" blieb bei allen Teilnehmern konstant. Unerforscht ist bislang, wie sich Schlafentzug bei Jugendlichen über einen langen Zeitraum auswirken würde, denn die nächtliche Erholung im Land der Träume spielen auch bei jungen Erwachsenen noch eine große Rolle. Die Reifung des Gehirns ist nämlich erst mit dem 24. Lebensjahr vollendet.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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