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Kindersicherheit: Warum Spielplätze nicht zu sicher sein dürfen

Kindersicherheit  

Warum Spielplätze nicht zu sicher sein dürfen

28.08.2013, 18:20 Uhr | tze, Pressetext

Kindersicherheit: Warum Spielplätze nicht zu sicher sein dürfen. Wer hoch hinaus klettert, baut Höhenangst ab. (Foto: imago)

Wer hoch hinaus klettert, baut Höhenangst ab. (Foto: imago)

So mancher Spielplatz in Deutschland ist lebensgefährlich, weil die Geräte marode und schlecht gewartet sind, wie aus einem TÜV-Spielplatztest hervorgeht. Andererseits - und das überrascht - sind auch "entschärfte" Spielplätze in zweifacher Hinsicht ein Sicherheitsrisiko für Kinder.

Gummiboden verleitet zu waghalsigen Experimenten

Bei neuen Spielplätzen geht der Trend zur Gummimatte unterm Klettergerüst, um Stürze abzufedern. Das wiegt Eltern und Kinder in falscher Sicherheit. Experten zufolge hat das die Unfallhäufigkeit nicht gesenkt, sondern erhöht. Laut David Ball von der Middlesex University hat das einen einfachen Grund: "Sobald Kinder und Eltern die Umgebung sicherer einschätzen, als sie ist, gehen sie zu große Risiken ein."

Wer nie gefallen ist, bekommt eher Höhenangst

Vor einem weiteren Nachteil für die kindliche Entwicklung warnt die norwegische Psychologin Ellen Sandheter. Ihre These: Gefahrlose Spielplätze verstärken Ängste, aus denen sich später sogar krankhafte Phobien entwickeln könnten. Darüber berichtet das Magazin "Geo" in seiner September-Ausgabe. Aus Beobachtungen auf Spielplätzen in Norwegen, England und Australien folgert sie, dass Höhenangst verstärkt bei Kindern auftritt, die selten Gelegenheit hatten, hoch hinaus zu klettern. Dagegen hatten Kinder, die schon einmal aus größerer Höhe gestürzt waren, weniger Höhenangst.

Kinder müssen Umgang mit Gefahren lernen

Wer Kinder immer und überall schützen will, verwehrt ihnen die Möglichkeit, den Umgang mit Gefahren zu lernen und dadurch Sicherheit zu gewinnen. Gerade Spielplätze sind ein geeignetes Territorium, um spielerisch die eigenen Grenzen auszuloten und Geschicklichkeit zu entwickeln. Auf zu sicheren Spielplätzen könnten Kinder nicht lernen, Ängste - beispielsweise Höhenangst auf dem Klettergerüst - schrittweise zu überwinden, erklärt Sandheter. Es sei wichtig, dass sie schon in jungen Jahren mit solchen Herausforderungen konfrontiert würden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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