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Wenn das Kind einfach nicht einschlafen kann

dpa-tmn, Marie Blöcher

Aktualisiert am 28.08.2015Lesedauer: 4 Min.
Schlafstörungen: Das Kind ist schon wieder nachts aufgewacht. Schlafstörungen belasten auch die Eltern.
Das Kind ist schon wieder nachts aufgewacht. Schlafstörungen belasten auch die Eltern. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Schlaf ist ein Dauerthema bei Eltern. K√∂nnen Babys oder auch √§ltere Kinder schlecht schlafen, bringt das auch M√ľtter und V√§ter um die n√§chtliche Erholung. Was beim Einschlafen hilft und wann Schlafst√∂rungen ein Fall f√ľr den Kinderarzt oder Psychologen sind.

Die ersten Monate seines Lebens konnte Jonas einfach nicht einschlafen. Er war wach und hat geschrien - zu jeder Tages- und Nachtzeit, erinnert sich seine Mutter Christina Betke (Name ge√§ndert). "Wenn es doch mal geklappt hat, dann nur f√ľr ein oder zwei Stunden." Jede Nacht durfte Jonas mit ins Elternbett. "Das soll man ja eigentlich nicht erlauben - aber irgendwann macht man alles, damit ein Kind schl√§ft", erz√§hlt Betke. Denn sie selbst war in den ersten Monaten nach der Geburt am Ende ihrer Kr√§fte.

Eltern unsicher √ľber Schlafbed√ľrfnis von Kindern

"F√ľr viele Eltern ist das Thema Schlaf ein Buch mit sieben Siegeln", sagt Dana Urban von der Bundeskonferenz f√ľr Erziehungsberatung. Oft seien die Eltern unsicher und h√§tten keine genauen Vorstellungen, wie viel Schlaf ihr Kind braucht. Grunds√§tzlich ist das Schlafbed√ľrfnis abh√§ngig vom Alter: Neugeborene brauchen ungef√§hr 16 bis 18 Stunden Schlaf, Einj√§hrige zwischen zw√∂lf und 15 Stunden, und ab vier Jahren reichen rund zw√∂lf Stunden. Doch das ist nur eine grobe Orientierung: Jedes Kind schl√§ft anders und unterschiedlich viel. Gerade Eltern mit S√§uglingen, die wenig schlafen, erleben dies als gro√üe Belastung und sind schnell verunsichert.

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Wann Babys mit Schlafst√∂rungen zum Kinderarzt m√ľssen

Dabei sind Schlafprobleme bei Babys oft normal: Neugeborene hätten meist einfach noch nicht gelernt, durchzuschlafen und sich selbst zu beruhigen, wenn sie nachts aufwachen, sagt Torsten Spranger vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Treten noch andere Beschwerden auf, sollten Eltern allerdings den Kinderarzt um Rat fragen. Wenn ein Baby oder ein Kleinkind etwa laut atmet, kann eine Atemwegserkrankung der Grund sein. Auch Verdauungsprobleme könnten Babys nachts wachhalten. Auch bei Schlafproblemen im Kindergarten- und Grundschulalter ist es wichtig, organische Ursachen auszuschließen.

Rituale helfen beim Einschlafen

Will ein Kind partout nicht einschlafen, versuchen es Eltern am besten erst mal mit einfachen √Ąnderungen im Alltag. Den Tag √ľber sollte das Kind aktiv sein, damit es ausgelastet ist. Den Abend lassen die Familien am besten in Ruhe ausklingen. Bei der Schlafenszeit sollten Eltern auf Regelm√§√üigkeit achten: Damit der Schlaf-Wach-Rhythmus nicht durcheinanderger√§t, geht das Kind am besten jeden Abend etwa zur gleichen Zeit ins Bett.

"Vielen Kindern helfen Rituale, abends zur Ruhe zu kommen", sagt Urban. Wer ihm nach dem Z√§hneputzen jeden Abend eine Geschichte vorliest, etwas singt oder sich Zeit zum Kuscheln nimmt, k√ľndigt auf eine positive Art an: Bald ist Schlafenszeit. "Es geht nicht darum, ein ganzes Paket an Ritualen abzuhaken, sondern f√ľr sich selbst und das Kind etwas zu finden, was Freude macht und gleichzeitig Best√§ndigkeit vermittelt", sagt die Expertin.

Strategien gegen Albträume und das Monster unterm Bett

Wacht ein Kind nachts auf, weil es Albtr√§ume hat, ist es wichtig, es zu beruhigen. "F√ľrchtet es sich vor Monstern unter dem Bett, sollte man das ernst nehmen", r√§t sie. Wer gemeinsam mit dem Kind ein Kuschelmonster n√§ht oder einen Traumf√§nger bastelt, vertreibt die Angst vielleicht.

Sorgen und Streit nicht mit ins Bett lassen

Auf keinen Fall sollten Kinder im Streit mit ihren Eltern ins Bett gehen. "Auch wenn es am Tag einen Konflikt gab, ist es wichtig, dem Kind zu zeigen: Wir haben dich lieb und klären das morgen", betont Urban.

Bei älteren könne es helfen, die Gedanken und Sorgen am Abend in einem Tagebuch loszuwerden, sagt Kinderpsychologe Holger Simonszent. Denn manchmal reicht ein besonderes Ereignis wie ein Schulwechsel oder eine bevorstehende Klassenfahrt, um Kindern den Schlaf zu rauben.

M√ľtter √ľberschreiten zu oft ihre Belastungsgrenze

Doch nicht immer seien die Ursachen banal, meint Simonszent. Oft entstehen Schlafst√∂rungen bei Kindern durch eine emotionale Belastung. Streit in der Familie, Leistungsdruck oder die Krankheit eines Elternteils - die Gr√ľnde f√ľr emotionalen Stress sind ganz unterschiedlich. "Wer nur das Symptom Schlaflosigkeit behandelt, nicht aber die Ursache, hilft dem Kind nicht", sagt Simonszent. Ist eine psychische Belastung der Ausl√∂ser f√ľr die Schlafst√∂rung, sollten Eltern das gemeinsam mit einem Kinderpsychologen aufarbeiten.

Je gelassener Eltern mit dem Schlafproblem des Kindes umgehen, desto eher kommt auch das Kind selbst zur Ruhe. Deshalb sei es wichtig, offen auszusprechen, wenn man √ľberlastet ist, sagt Spranger. "H√§ufig sind es die M√ľtter, die irgendwann v√∂llig ersch√∂pft sind." Nur wer offen sagt: Ich kann nicht mehr, dem kann geholfen werden. Denn um ein Kind zu beruhigen, und beim Schlafen zu unterst√ľtzen, brauchen Eltern selbst Kraft - und Schlaf.

Diese Erfahrung hat auch Christina Betke gemacht. Inzwischen hat Jonas gelernt, allein einzuschlafen, und wacht nachts nur selten auf. Doch das war ein langer und anstrengender Weg f√ľr sie beide. Betke r√§t Eltern deshalb, Hilfe anzunehmen. Und sie sollten nicht den Mut verlieren, sondern sich immer wieder sagen: Das ist nur eine Phase, das geht vorbei.

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
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