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Deshalb schützt Stallstaub Kinder vor Allergien

Von dpa
Aktualisiert am 29.11.2015Lesedauer: 3 Min.
Allergie: Wenn Kinder von klein auf mit Stallstaub und Tieren in Kontakt kommen, entwickeln sie seltener Allergien.
Wenn Kinder von klein auf mit Stallstaub und Tieren in Kontakt kommen, entwickeln sie seltener Allergien. (Quelle: Waldrich/imago-images-bilder)
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Jedes zehnte Kind in Deutschland leidet unter allergischem Asthma. Auffällig ist, dass Stadtkinder häufiger betroffen sind als Bauernhofkinder. Allergieforscher haben jetzt entdeckt, welche Substanzen für diesen Bauernhofeffekt eine wichtige Rolle spielen.

Kinder auf Bauernhöfen oder mit Haustieren in der Wohnung atmen über den Staub aus Stall oder Käfig mehr Pilz- und Bakterienpartikel ein. Vor allem bestimmte Mikroben, die bei Kühen vorkommen, gelten als allergiemindernd. Neben vielen anderen Partikeln enthält der Staub in der Luft auch Endotoxine. Das sind stabile Bestandteile der äußeren Zellmembran von Bakterien.

Neu entdecktes Enzym schützt vor Allergien

Werden Endotoxine über die Schleimhäute oder andere Wege in den Körper aufgenommen, aktivieren sie bestimmte Signalwege und führen so zu Entzündungen. Aber es gibt eine Art Gewöhnungseffekt: Versuche mit Mäusen hätten gezeigt, dass die Schleimhäute bei täglicher Aufnahme von Endotoxinen weniger stark auf allergieauslösende Faktoren reagieren, berichtet das Forscherteam im Fachmagazin "Science". Dieser schützenden Effekt werde über das Enzym A20 vermittelt, das Entzündungsreaktionen im Körper beeinflusst.

"Man wusste immer, dass der Schutz vor Allergien mit dem Stallaufenthalt zu tun hat, aber man wusste nicht, warum", sagte Erika von Mutius, Leiterin der Asthma- und Allergieambulanz am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München. "A20 ist ein ganz neu entdecktes Enzym, das offenbar eine unterdrückende Funktion hat."

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Die Forscher um Martijn Schuijs von der Universität Gent in Belgien und Erika von Mutius hatten Mäuse zwei Wochen lang täglich Endotoxine in niedrigen Dosen verabreicht. Zudem gab es eine unbehandelte Kontrollgruppe. Anschließend wurden die Tiere beider Gruppen Staubmilben ausgesetzt, die auch beim Menschen allergische Reaktionen auslösen können.

Die mit Endotoxinen behandelten Tiere hätten keine allergischen Symptome entwickelt, wohl aber die Kontrollgruppe, berichten die Forscher. Ähnliche Ergebnisse gab es, wenn den Tieren Staub von Bauernhöfen verabreicht wurde.

A20 stoppt die Enzündungskaskade

In weiteren Versuchen prüften die Wissenschaftler die Abläufe in menschlichem Gewebe. Sie analysierten mit Zellkulturen von Lungengewebe gesunder Probanden und Asthma-Patienten, wie die Zellen auf Endotoxine reagieren. Bei den Gesunden hätten sich weniger der für Allergien typischen Entzündungsmoleküle gebildet, heißt es in der Studie. Das Enzym A20 war bei diesen Probanden in größeren Mengen in den Zellen vorhanden als bei Asthmatikern. Für die schützende Rolle einer Bauernhof- oder Tierhaltungsumgebung sei dieses Enzym demnach ein wichtiger Faktor, schließen die Forscher.

"Das Enzym selber muss aktiviert werden - und das tut auf irgendeine noch unbekannte Weise der Stallstaub", sagte von Mutius. "Die Untersuchungen haben gezeigt, dass diese ganze Entzündungskaskade, die zu allergischem Asthma führt, nicht mehr abrollen kann, wenn A20 aktiviert ist." Bei Asthmatikern komme das Enzym in geringerem Maße in der Schleimhaut vor. "Das Enzym wird von einem Gen produziert und wenn dieses Gen nicht ganz in Ordnung ist, dann gibt es ein Risiko für Asthma."

Die nächste Frage für die Forscher sei nun, wie das Enzym sonst noch aktiviert werden kann, sagte von Mutius.

Auch Krippenkinder haben seltener Asthma

Ein ausgeglichenes Immunsystem ignoriert Allergene wie Hausstaub oder Pollen. Bei Allergikern aber wird der vermeintliche Feind mit aller Macht bekämpft: Die Atemmuskulatur verkrampft, die Schleimhaut der Bronchien schwillt. Studien haben gezeigt, dass Kinder, die auf dem Bauernhof groß werden oder viele ältere Geschwister haben oder früh in einer Krippe sind, seltener an Asthma und Allergien erkranken. Studien zufolge steigt die Zahl der Asthmatiker weltweit.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Wiebke Posmyk
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