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Diese Augentropfen helfen gegen Kurzsichtigkeit

Ärzte testen neue Therapie  

Diese Augentropfen helfen gegen Kurzsichtigkeit

29.09.2016, 16:42 Uhr | dpa, t-online.de

Diese Augentropfen helfen gegen Kurzsichtigkeit. Neue Studien mit ein altbekannten Wirkstoff zeigten überraschend positive Effekte bei Kurzsichtigkeit. (Quelle: imago images/Symbolfoto: Westend61)

Neue Studien mit ein altbekannten Wirkstoff zeigten überraschend positive Effekte bei Kurzsichtigkeit. (Quelle: Symbolfoto: Westend61/imago images)

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die unter Kurzsichtigkeit leiden, steigt. Mit der Sehschwäche steigt unter anderem das Risiko für Grauen Star. Spezielle Augentropfen mit einem altbekannten Wirkstoff könnten helfen.     

Im Kampf gegen immer weiter zunehmende Kurzsichtigkeit bei Kindern versprechen sich Augenärzte anhand von Studien viel von dem Mittel Atropin. Die Augentropfen, die früher wegen Nebenwirkungen nicht in Frage kamen, hätten sich nun in deutlich niedrigerer Konzentration als wirksam erwiesen, sagte Prof. Wolf Lagrèze von der Universitäts-Augenklinik Freiburg. Die Relation von Aufwand, Nachteilen und Nutzen sei sehr günstig, so Lagrèze. Auch an der Berliner Charité wird bereits eine Reihe von Kindern so behandelt, wie es auf Anfrage hieß.

Atropin-Studie stellt vielversprechende Wirkung fest

Atropin wird aus der Tollkirsche gewonnen und wird von Augenärzten schon lange in höherer Konzentration verwendet – etwa nach Augen-OPs oder bei Entzündungen, wie Lagrèze sagte. Eine Studie aus Singapur zeigte die Effektivität gegen Kurzsichtigkeit bei niedriger Konzentration.

"Jetzt sind dringend Studien in Deutschland notwendig, um Wirksamkeit, Dosierung und mögliche Nebenwirkungen von Atropin zu prüfen", erklärte der Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), Prof. Horst Helbig. Atropin wird nach Angaben von Lagrèze nicht von den Kassen bezahlt. Es koste pro Jahr zwischen 250 und 500 Euro.

An der Klinik für Augenheilkunde der Charité in Berlin, Europas größter Universitätsklinik, wird die Therapie als "vielversprechend" eingeschätzt. Eine Reihe von Kindern werde mit Atropin behandelt. "Die ersten Erfahrungen sind gut, zur endgültigen Beurteilung müssen aber die Langzeitbefunde abgewartet werden", erklärte Daniel J. Salchow. Er schränkt ein: "Besonders die Frage, wann die Therapie abgesetzt werden kann, ist noch ungeklärt."

Bisher wenig effektive Mittel gegen Kurzsichtigkeit

Lagrèze selbst verordnet Kindern das Mittel seit wenigen Jahren, knapp 100 seien es bisher an der Freiburger Klinik. Dem Fortschreiten der Kurzsichtigkeit kann auch mit anderen Methoden vorgebeugt werden: speziellen Kontaktlinsen, die bei Kindern aber problematisch sein können, und mit ausreichend Tageslicht. Diese Methoden schnitten in den asiatischen Studien laut DOG aber weniger effektiv ab.

Starke Kurzsichtigkeit begünstigt Grünen Star

Bei Kurzsichtigkeit, in der Fachsprache Myopie genannt, werden entfernte Objekte unscharf wahrgenommen. Ursache kann genetische Veranlagung sein. Für die Zunahme in vielen Ländern machen Experten aber vor allem Verhaltensänderungen verantwortlich, wie häufigeres Pauken in Asien oder viel Zeit am Computer. Zudem spielen viele Kinder seltener als früher draußen, weniger Tageslicht kann Kurzsichtigkeit begünstigen.

Eine starke Kurzsichtigkeit gilt als Risikofaktor für andere Augenerkrankungen wie Grünen und Grauen Star oder Netzhautablösungen. In Deutschland sind laut Angaben knapp die Hälfte der 25-Jährigen betroffen.


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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