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Kardiologie: Herzinfarkte sind oft vermeidbar

Gesundheit  

Herzinfarkt ließe sich oft vermeiden

08.02.2011, 12:22 Uhr | ag, dpa

Kardiologie: Herzinfarkte sind oft vermeidbar. Kennen Sie Ihr Herzinfarkt-Risiko? (Foto: imago)

Kennen Sie Ihr Herzinfarkt-Risiko? (Foto: imago)

Herzinfarkt ist kein unentrinnbares Schicksal. Wer seine Risikofaktoren kennt und einen vernünftigen Lebensstil pflegt, hat gute Chancen, bis ins Alter beschwerdefrei bleiben. Zu den vermeidbaren Risikofaktoren, die in 74 Prozent aller Fälle für schwere koronaren Herzkrankheiten verantwortlich sind, gehören Bluthochdruck, hohe LDL- Cholesterinwerte, niedriges HDL-Cholesterin, Zigarettenkonsum und Diabetes. Das berichteten französische Forscher auf dem Europäischen Kardiologenkongress in Wien. "Die Zahl der Erkrankungen ließe sich insgesamt auf ein Viertel reduzieren, wenn sich Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte, Rauchen und Diabetes ganz vermeiden ließen", erläutert Vanina Bongard von der Universitätsklinik Toulouse.

Das eigene Risiko richtig einschätzen

Die Herzspezialisten auf dem Kongress betonen, dass die richtige Einschätzung des individuellen Herzinfarktrisikos einer Person entscheidend sei, um erfolgreich Prävention zu leisten. Eine 60-jährige Frau mit einem gefährlich hohen Cholesterinspiegel habe ein zehn Mal geringeres Risiko für eine Herz- Kreislauferkrankung als ein 60-jähriger Mann mit normalen Cholesterinwerten, der aber rauche und hohen Blutdruck habe.

Neue Präventionsformel für Herzgesundheit

Um das Herz gesund zu erhalten und Schlaganfällen und Herzinfarkten vorzubeugen, empfehlen die Experten, den Lebensstil nach der Formel "0-3-5-140-5-3-0" zu gestalten. Im Klartext bedeutet das: Keine Zigaretten, täglich drei Kilometer zu zu Fuß gehen oder 30 Minuten moderates Fitnesstraining, 5 Portionen Obst oder Gemüse am Tag, einen Blutdruckwert von unter140 mmHg, Gesamtcholesterin-Werte unter 5 mmol pro Liter (das entspricht 190 mg/dl) sowie einen LDL-Cholesterin-Spiegel niedriger als 3 mmol pro Liter (das entspricht 116 mg/dl) und "0 Übergewicht". Diese neuen Präventions-Richtlinien stehen im Einklang mit der Europäischen Herzcharta, die von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und dem European Heart Network erarbeitet wurden und von der WHO unterstützt werden.

Besondere Eigenheiten des "Eva-Infarkts"

Dass Frauen besondere Risiken für eine Herzkreislauferkrankung haben, wissen noch immer zu wenige. Bei ihnen kündigt sich nämlich der Herzinfarkt anders an als bei Männern. Typische Beschwerden wir Engegefühl in der Brust und ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm treten beim so genannten "Eva-Infarkt" nämlich nicht unbedingt auf. Er äußerst sich vielmehr in Kurzatmigkeit, ungewöhnlicher Müdigkeit und Schwäche sowie Schlafstörungen, Übelkeit und Erbrechen, wie Dr. Verena Stangl von der Charité in Berlin bestätigt. Oftmals suchen Frauen daher viel zu spät ärztliche Hilfe und wichtige Zeit geht verloren. Wie fatal die Folgen sind, bestätigt die Statistik: Von 100 Männern überleben 56 einen Infarkt, aber nur 44 von 100 Frauen.

Risikofaktoren Diabetes, Rauchen und die Pille

Bei Frauen bahnt sich der Herzinfarkt nicht nur anders an, sondern sie haben auch andere Risikofaktoren als Männer. Als Beispiel nennt Verena Stangl die Zuckerkrankheit: "Frauen, die an Diabetes mellitus leiden, haben verglichen mit zuckerkranken Männern ein dreifach erhöhtes Risiko, eine Herzkreislauferkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.“ Besonders gefährdet sind Raucherinnen, die zusätzlich noch die Pille nehmen. "Ihr Infarktrisiko ist auf das Zwanzigfache erhöht", warnt Stangl.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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