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Drogenpolitik: Ist das Bierchen von der Tanke bald tabu?

Ist das Bierchen von der Tanke bald tabu?

15.04.2008, 19:32 Uhr | bri/dpa, dpa

Gesundheit: Suchtexperten wollen das Trinken an der Tanke verbieten. (Foto: dpa)Dürfen Tankstellen bald keinen Alkohol mehr verkaufen? (Foto: dpa)Kein Alkohol mehr an Tankstellen. Das schlagen Experten des Nationalen Drogen- und Suchtrats vor. Die Promillegrenze für Autofahrer solle außerdem mittelfristig auf 0,2 und langfristig auf Null sinken, heißt es in einem Maßnahmenkatalog für Bund und Länder. Um vor allem Jugendliche besser vor Alkohol zu schützen, schlägt der Drogen- und Suchtrat auch Warnhinweise auf Bier- und Weinflaschen und eine Steuererhöhung vor. Die Altersgrenze für den Verkauf von Bier und Wein soll von 16 auf 18 Jahre steigen.

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Konkrete Vorschläge ab Sommer 2008

Der Drogen- und Suchtrat ist ein Gremium mit Vertretern aus Bund, Ländern, Kommunen und Sozialverbänden. Er soll im Auftrag der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing Empfehlungen aussprechen. Bätzing, die auch Vorsitzende des Rates ist, hat über die Vorschläge noch nicht entschieden. Der Maßnahmenkatalog soll voraussichtlich im Sommer vorliegen. In Baden-Württemberg ist sich die Regierungskoalition schon einig: Die CDU/FDP-Regierung in Stuttgart will, dass aus Gründen des Jugendschutzes an Tankstellen nachts kein Alkohol mehr verkauft wird und arbeitet bereits an einem entsprechendem Gesetz.

1,6 Millionen Deutsche sind süchtig nach Alkohol

Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland gelten dem Drogen- und Suchtbericht 2007 zufolge als alkoholabhängig. Von den 12- bis 25-Jährigen greift jeder Fünfte regelmäßig zum Glas oder zur Flasche. Obwohl die Bundesbürger weniger Alkohol zu sich nehmen, liegt Deutschland im internationalen Vergleich mit rund zehn Liter reinem Alkohol pro Jahr auf dem achten Platz.

Immer mehr Schüler trinken

Vor allem der Alkoholmissbrauch Jugendlicher macht Suchtexperten Sorgen. Eine Studie hat ergeben, dass Schüler der neunten und zehnten Klassen häufiger Alkohol trinken als noch vor einigen Jahren. Mehr als zwei Drittel der Schüler in Deutschland trinken regelmäßig Bier, fast 60 Prozent greifen regelmäßig zu Schnaps. Die Folgen des Alkoholrausches: Gewalt und ungeschützter Sex. Für die "Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen" (ESPAD) wurden rund 12.500 Schüler der neunten und zehnten Klasse in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland und Thüringen befragt.

Trinken als Freizeitsport

Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen, dass viele Teenager ihre Freizeit mit Trinken bis zum Umfallen verbringen. Bei den 16- und 17-Jährigen kippen demnach mehr als die Hälfte mindestens einmal monatlich fünf oder mehr Gläser Alkohol an einem Tag. Mehr als jeder fünfte der 12- bis 17-Jährigen trinkt mindestens einmal pro Woche Alkohol.

Ganz offen wird gesoffen

Die Studien zeigen außerdem: Jugendliche betrinken sich heute nicht mehr heimlich im Park oder im Partykeller. Sie zeigen ihren Alkoholkonsum ganz offen. In den Vergnügungsvierteln der Großstädte sieht man am Wochenende junge Leute, die sich Schnapsflaschen teilen. Oft wird auch in S- und U- Bahnen getrunken. Außerdem liegen Club-Veranstaltungen mit Saufpauschale im Trend, so genannte Flatrate-Partys.

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