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Ernährung: "Gutes" Cholesterin schützt Hirn und Gefäße

"Gutes" Cholesterin schützt Hirn und Gefäße

25.02.2011, 13:14 Uhr | cme

Vor allem im Butter ist viel Cholesterin enthalten. (Foto: imago)Vor allem im Butter ist viel Cholesterin enthalten. (Foto: imago)Die Angst vor Cholesterin ist groß. Jahrzehntelange Warnungen vor der fettähnlichen Substanz haben ihre Wirkung gezeigt. Noch immer verzichten viele Menschen auf Eier und Butter, obwohl längst klar ist: Die vermeintlichen Cholesterin-Bomben sind nicht die Hauptschuldigen erhöhter Blutfettwerte. So wissen nur die wenigsten, was es mit dem so genannten "guten" Cholesterin auf sich hat. Neue Studien zeigen nämlich, dass dieses so genannte HDL-Cholesterin nicht nur die Gefäße schützt, sondern auch das Gehirn jung hält.

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Nur LDL-Cholesterin ist schädlich

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist Cholesterin ein lebenswichtiger Stoff, der beispielsweise an der Bildung zahlreicher Hormone beteiligt ist. Die fettähnliche Substanz kommt in Lebensmitteln ausschließlich in tierischen Fetten vor, wird aber auch im menschlichen Körper gebildet. „Cholesterin an sich ist nichts Schlechtes“ bestätigt Dr. Heike Kantner, Geschäftsführerin der Lipid-Liga. „Auf die Verpackung kommt es an“. Im Blut ist Cholesterin nämlich an Eiweiße gebunden und kommt in zwei Varianten vor: Das so genannte LDL-Cholesterin, das auch als "schlechtes" Cholesterin bezeichnet wird, transportiert die Substanz aus Leber und Darm in die Körperzellen. Steigt die Konzentration des schädlichen LDL-Cholesterins im Blut zu stark an, können sich Ablagerungen in den Gefäßen bilden. Diese führen im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das "gute" HDL-Cholesterin hingegen trägt die Substanz wieder zurück in die Leber, wo sie wieder abgebaut werden kann. Nun zeigt eine neue Studie, dass ein ausreichend hoher HDL-Spiegel vor Gedächtnisverlust und sogar Alzheimer schützen kann.

Gutes Cholesterin schützt vor Alzheimer

Forscher des University Colleges in London testeten das Gedächtnis von mehr als 3600 Beamten mit einfachen Merktests zu Beginn und am Ende einer Fünf-Jahres-Periode. Parallel wurden die Cholesterinwerte im Blut gemessen. Das Ergebnis: Probanden mit auffällig niedrigen HDL-Cholesterinwerten waren nach fünf Jahren doppelt so häufig von Gedächtnisschwächen betroffen wie die übrigen Testpersonen. Gedächtnislücken gelten als frühe Anzeichen für die Alzheimer-Krankheit. Die Forscher vermuten, dass das "gute" HDL-Cholesterin die Bildung von schädlichen Ablagerungen im Gehirn verhindert.

Hohe Cholesterinwerte erkennen

Die wenigsten Deutschen wissen allerdings über ihren Cholesterinspiegel Bescheid. Dabei ist die Messung einfach und ab dem 35. Lebensjahr für jeden kostenlos. Liegt der Gesamtcholesterinwert über 200 Milligramm pro Deziliter, sollte eine genauere Untersuchung durch den Arzt erfolgen. Ist das schädliche LDL-Cholesterin erhöht, ist eine Ernährungsumstellung nötig, in schweren Fällen auch Cholesterin senkende Medikamente. Entgegen landläufiger Meinung ist es aber nicht in erster Linie das Cholesterin im Essen, das den Blutwert in die Höhe schnellen lässt. Vor allem die genetische Veranlagung sowie eine Ernährung mit zu viel tierischen Fetten werden für hohe Cholesterinwerte verantwortlich gemacht.

Bewegung und mediterrane Kost

Insbesondere gesättigte Fettsäuren aus tierischen Fetten, die zum Beispiel in Butter, Schmalz oder Wurst stecken, wirken sich negativ aus. "Sinnvoll ist es, die Ernährung auf eine fettarme, mediterrane Kost umzustellen", rät Heike Kantner. "Diese ist ballaststoffreich und zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an ungesättigten Fetten aus." Auch regelmäßige Bewegung beeinflusst die Cholesterinwerte positiv und kann beispielsweise den Blutwert des "guten" HDL-Cholesterins erhöhen. Helfen diese Maßnahmen nicht, muss der Arzt möglicherweise Medikamente verordnen, um das Herzinfarkt-Risiko zu senken.

Ratgeber: HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin - Das sollten Sie wissen

Weitere Informationen gibt es unter www.lipid-liga.de

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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