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Diabetes: Diabetikerprodukte können mehr schaden als nutzen

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Diabetikerprodukte können mehr schaden als nutzen

06.05.2009, 14:55 Uhr

Ernährung: Experten halten spezielle Diabetiker-Produkte für Unsinnig.  (Foto: T-Online)Experten halten spezielle Diabetiker-Produkte für Unsinnig. (Foto: T-Online)Speziell für Diabetiker gekennzeichnete Lebensmittel sind nicht nur unnötig, sondern unter Umständen sogar schädlich. Darin sind sich zahlreiche Wissenschaftler und Ärzte einig. Deshalb setzen sich die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und die International Diabetes Federation (IDF) in EU-Gremien dafür ein, dass solche Bezeichnungen abgeschafft werden. Doch dagegen sträuben sich die Hersteller, die an so genannten Diabetiker-Lebensmitteln viel Geld verdienen. Nicht nur im Reformhaus, sondern auch in Supermärkten gibt es ganze Regale mit Schokolade, Marmeladen, Gebäck und Getränken mit der Aufschrift "Für Diabetiker geeignet" oder "diätisches Lebensmittel". In der Regel ist bei diesen Produkten Zucker gegen einen Ersatzstoff ausgetauscht - und sie kosten mehr als das vergleichbare Original.

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Fruktose kann Diabetikern schaden

Die Ansicht, dass Diabetiker bei ihrer Ernährung auf Industriezucker verzichten müssen, ist längst überholt. Das bestätigt Dr. Monika Toeller, Leiterin des Bereiches Ernährung und Schulung am Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut. Dennoch basieren die umstrittenen Produkte auf diesem Prinzip. Statt Zucker enthalten sie häufig Fruktose - durchaus keine harmlose, oder gesündere Alternative. "Das kann problematisch werden, denn Fruktose lässt den Harnsäurespiegel ansteigen, der bei Diabetikern ohnehin erhöht ist", erklärt die Medizinerin im Gespräch mit onLeben. Ein weiteres Gesundheitsrisiko ist, dass die Kennzeichnung den Betroffenen vorgaukelt, diese Lebensmittel könnten bedenkenlos auch in größeren Mengen verzehrt werden. Das stimmt nicht, weil auch Diabetiker-Lebensmittel kalorienreich sind. Manche enthalten zudem hohe Anteile gesättigter Fette oder Transfettsäuren, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. "Diabetiker sind dabei noch stärker gefährdet, als gesunde Menschen", betont Toeller.

Grundregeln für die gesunde Ernährung

"Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 können übliche Lebensmittel essen", heißt es in einer Erklärung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). In der heutigen Therapie lernen die Betroffenen, die Nährwertangaben zu deuten und den für sie besonders wichtigen Anteil der Kohlehydrate richtig einzuschätzen. "Im Grunde raten wir zu einer gesunden Basisernährung, die für jeden Menschen gilt", sagt Toeller. Das bedeutet: Nicht zu viele Kalorien aufnehmen, ballaststoffreich essen und möglichst wenig gehärtete und gesättigte Fette zu sich nehmen. Die ungesunden gehärteten Fette werden beispielsweise in Gebäck und Fertiggerichten verwendet. Auch wenn dies auf der Packung deklariert ist, fehlen meistens genaue Mengenangaben. Zucker sei auch für Diabetiker in geringen Mengen bis etwa 50 Gramm pro Tag tolerierbar. "Mehr würde man auch einem gesunden Menschen nicht empfehlen", betont die Expertin.

Experten fordern sinnvolle Nährwertangaben

Verschiedene Expertenverbände fordern, dass Lebensmittel in der EU nicht länger mit Hinweisen wie "für Diabetiker geeignet" vermarktet werden dürfen. Deutschland sei das einzige Land mit einer Diätverordnung, die besondere Regelungen für Diät-Produkte vorsieht. "Wir brauchen in der EU generell eine sinnvolle Kennzeichnung für Lebensmittel", fordert Toeller. Als sinnvoll erachtet sie Kaloriengehalt, die Gesamtmenge an Kohlehydraten, Zuckeranteil, Ballaststoffgehalt, sowie Fettgehalt mit ausdrücklichem Hinweis auf die Anteile gesättigter Fette und Transfette.

Abzocke auf Kosten der Diabetiker

"Schon Anfang der 70er Jahre ergaben Studien, dass Zucker nicht alleine der Übeltäter ist. Aber diese Meinung hatte sich so verankert, dass man schwer umsteuern konnte, zumal die Industrie diese Produkte weiter vermarkten und damit tüchtig Geld verdienen wollte," so Toeller. Preisvergleiche der DDG ergaben, dass beispielsweise Diabetiker-Schokolade doppelt so teuer ist wie normale Schoko mit Zucker. Bei einem Testkauf der Redaktion kosteten herkömmliche Butterkekse 0,99 Euro und die für Diät-Kekse für Diabetiker vom selben Hersteller 1,99 Euro. Die Pralinen einer bekannten Schokoladenmarke kosteten 2,09 Euro und als Diabetikerprodukt 2,99 Euro. Das Fazit der Ernährungsmedizinerin: "Der Diabetiker zahlt mehr, ohne einen Nutzen zu haben."

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