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Alkohol ist gefährlicher als Heroin

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Alkohol ist gefährlicher als Heroin

01.11.2010, 12:18 Uhr | dapd

Alkohol ist gefährlicher als Heroin. Alkohol ist gefährlicher als Heroin. (Foto: imago)

Alkohol ist gefährlicher als Heroin. (Foto: imago)

Alkohol ist gefährlicher als Heroin oder Crack, so das Ergebnis einer neuen Studie. Die britischen Experten untersuchten 20 Drogen auf ihre Zerstörungskraft für den Körper und die Gesellschaft. Demnach liegt Alkohol auf Platz eins der gefährlichsten Drogen. Die Untersuchung des britischen Zentrums für Kriminalitäts- und Justizstudien (CCJS) ist in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift "Lancet" erschienen. Lesen Sie hier, welche die 20 gefährlichsten Drogen sind.

Hohe Todesraten durch Alkohol

Zwar stellten sich Heroin, Crack und Metamphetamine wie Crystal als die tödlichsten Rauschgifte heraus. Nach Ansicht der Experten ist Alkohol deshalb so gefährlich, weil er weiter verbreitet ist und sich nicht nur auf die Konsumenten, sondern auch auf ihr Umfeld auswirkt. So spielt er beispielsweise bei Gesetzesverstößen häufiger eine Rolle als die meisten anderen Drogen. Zudem schädigt exzessives Trinken nahezu alle Organe, Alkoholabhängigkeit steht daher in Zusammenhang mit höheren Todesraten. Auch Tabak, Kokain, Marihuana, Ecstasy und LSD schätzten die Forscher als deutlich weniger zerstörerisch ein.

Experten halten nichts von einem Alkoholverbot

Alkohol zu verbieten, halten Experten aber für falsch. Leslie King, einer der Studienautoren und Berater am Europäischen Beobachtungszentrum für Drogen, warnt sogar davor: Ein Verbot sei kein Ausweg. "Alkohol ist zu sehr in unserer Kultur verwurzelt, er kann nicht einfach entfernt werden", sagt King. Er rät deshalb, gezielt Vieltrinker ins Visier zu nehmen und plädiert auch dafür, die Alkoholpreise anzuheben und mehr Aufklärung zu betreiben.

Alkohol schadet fast allen Organen

Wie zu viel Alkohol im Körper wirkt, haben verschiedene Studien gezeigt: Durch Alkohol sterben beispielsweise Gehirnzellen ab. Wer mehrere Jahre trinkt, riskiert sogar Gehirnschäden. Auch das Schlaganfallrisiko wird durch Alkohol erhöht. In Mund, Prostata, Rachen, Lunge, Magen und Speiseröhre begünstigt Alkohol die Entstehung von Krebs. Durch exzessives Trinken kann man zudem an Leberkrebs oder einer Leberzirrhosen erkranken. Außerdem drohen Herzmuskelentzündungen und Bluthochdruck. Die Magenschleimhaut wird ebenfalls geschädigt und ist deshalb anfälliger für Entzündungen. Frauen, die zu viel trinken, haben zudem ein erhöhte Risiko für Brustkrebs.

Mindestens zwei Tage pro Woche nicht trinken

Laut einer Empfehlung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) riskieren Männer ihre Gesundheit, sobald sie mehr als 24 Gramm reinen Alkohol täglich zu sich nehmen. Bei Frauen sind bereits 12 Gramm zu viel. Das entspricht bei Männern rund einem halben Liter Bier oder einem Viertelliter Wein mit einem durchschnittlichen Alkoholgehalt. Bei Frauen ist es entsprechend die Hälfte. Für chronisch kranke Menschen liegen die Risikowerte noch darunter. Aber: Auch wenn die empfohlenen Richtwerte eingehalten werden, sollte man mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche einlegen.

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