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Hustentelefon: Das steckt hinter Ihrem Husten

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Husten  

Hustendiagnose per Telefon

14.02.2011, 11:54 Uhr | ag/dpa

Hustentelefon: Das steckt hinter Ihrem Husten. Husten: Das Hustentelefon hilft bei der Diagnose. (Foto: imago)

Per Telefondiagnose lässt sich die Art des Hustens bestimmen. (Foto: imago)

Er bringt uns um den Schlaf, nervt die Kollegen und lässt den Bus-Nachbarn beiseite rücken: Husten ist in der kalten Jahreszeit weit verbreitet. Wer den lästigen Reiz mit Medikamenten oder Hausmitteln bekämpfen will, muss wissen, welche Art von Husten er hat. Das Hustentelefon gibt Auskunft. Entwickelt wurde es vom Fraunhofer-Institut. Zunächst wählt der Patient die kostenfreie Nummer 0800 / 0007178 und hustet einige Male in den Telefonhörer. Daraufhin analysiert ein Computerprogramm das Hustengeräusch und eine freundliche Stimme verkündet, ob es sich um einen trockenen Reizhusten oder einen schleimigen Husten handelt.

Nicht mehr als eine erste Einschätzung

Ist der Husten nicht eindeutig zuzuordnen, wird dem Anrufer auch dies mitgeteilt. Mit der Ferndiagnose kann der Patient in die nächste Apotheke gehen und sich ein passendes Mittel geben lassen. Bei dem Hustentelefon gehe es darum, den Patienten eine erste Einschätzung über ihren Husten zu geben und ihnen bewusst zu machen, dass es unterschiedliche Arten von Husten gibt, sagt Stefan Goetze vom Fraunhofer-Institut, Abteilung für Digitale Medientechnologie, der die Technik für den Telefonservice mitentwickelte. "Einen Besuch beim Arzt oder in der Apotheke soll es nicht ersetzen." Tatsächlich wüssten laut einer aktuellen Umfrage nur etwa die Hälfte aller Deutschen, dass es überhaupt verschiedene Formen von Husten gibt.

Hustenaufnahmen in den Fußgängerzonen

Für diese Analyse hatten die Forscher, die bereits seit über zwei Jahren an Projekten in der Hustenforschung arbeiten, im vergangenen Jahr Hustenaufnahmen in Fußgängerzonen in Hamburg und Oldenburg sowie einer Lungenarztpraxis gesammelt. Anschließend wurden diese auf spezifische Merkmale verschiedener Hustenarten untersucht und kategorisiert. "In über 80 Prozent der Fälle erhalten die Anrufer eine richtige Einschätzung", sagt Goetze. Zur Diagnose von Raucherhusten ist das Erkennungstelefon jedoch nicht geeignet. Als die Hotline Anfang November freigeschaltet wurde, hatten Goetze und sein Team mit maximal 30 Anrufern pro Tag gerechnet. "Tatsächlich rufen mittlerweile täglich rund 200 Leute an."

Kritik an digitaler Hustenanalyse

Obwohl ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass die Hustenanalyse per Telefon nicht den Gang zum Arzt oder zur Apotheke ersetzen soll, sind einige Mediziner skeptisch. "Ich halte das Hustentelefon für eher problematisch, da die Hustencharakteristik zu sehr von verschiedenen Faktoren wie Alter, Gewicht, Geschlecht abhängt und sich ständig ändert", sagt der Erste Vorsitzende des Hausärzteverbandes Niedersachsens, Heinz Jarmatz. Er kritisiert außerdem, dass ein solcher Anruf zu mehr Eigendiagnostik der Patienten führe. Nur ein Mediziner könne den Husten und den Allgemeinzustand des Patienten sicher einschätzen.

Bei hartnäckigem Husten immer zum Arzt gehen

Wer einen hartnäckigen Husten nach einer Erkältung nicht ernst nimmt, riskiert, dass aus einem harmlosen Husten eine chronische Entzündung und damit dauerhafte Schädigung der Bronchien wird. "Hält sich der Husten nach einer Erkältung hingegen über einen längeren Zeitraum, sollte daher unbedingt ein Arzt aufgesucht werden", rät Irene von Majewski, Apothekerin beim Deutschen Grünen Kreuz in Marburg. Als chronisch wird Husten bezeichnet, der etwa acht Wochen nach einer Erkältung noch nicht abgeklungen ist.

Hinter dem Husten kann sich mehr verbergen

Viele Menschen husten auch ohne Erkältung über einen längeren Zeitraum. Auch in diesen Fällen sollte ein Arzt untersuchen, was der Auslöser ist. "Viele wissen nicht, dass Husten keine Krankheit ist, sondern ein Symptom, das auf eine Erkrankung hinweist", erklärt von Majewski. So führen gerade im Winter trockene Schleimhäute zu Husten, da viele ihre Wohnungen übermäßig heizen und zu wenig lüften. Eine erbliche Veranlagung, sowie Haus- und Feinstaub können ebenfalls Husten hervorrufen. Im schlimmsten Fall verbirgt sich dahinter Keuchhusten, eine Lungenkrankheit oder schlimmstenfalls Lungenkrebs. Wer auf Nummer sicher gehen und ernste Erkrankungen ausschließen will, sollte zum Arzt gehen.

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