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Komasaufen auch bei älteren Menschen ein Problem

Komatrinken auch bei älteren Menschen ein Problem

11.04.2012, 15:04 Uhr | CK, t-online.de

Komasaufen auch bei älteren Menschen ein Problem. Alkoholmissbrauch im Alter ist ein wachsendes Problem. (Quelle: imago images)

Alkoholmissbrauch im Alter ist ein wachsendes Problem. (Quelle: imago images)

Komasaufen: Bei diesem Wort denken die meisten von uns wohl an Jugendliche, die sich ohne Rücksicht auf Verluste berauschen. Doch auch bei älteren Menschen treten Alkoholvergiftungen immer häufiger auf, der Alkoholmissbrauch bei über 60-Jährigen steigt. Doch das Problem findet bislang zu wenig Beachtung. So erkennen Sie Alkoholsucht.

12.345 Senioren mit Alkoholvergiftung

Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2010 insgesamt 12.345 Menschen über 60 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen: So waren im Jahr 2001 nur 6.162 ältere Personen betroffen, 2005 waren es dann bereits 9.900. Die "Apotheken Umschau" spricht von derzeit etwa 17 Prozent der Frauen und 28 Prozent der Männer über 60 Jahren, die Alkohol in gefährlichen Mengen trinken.

Im Alter verträgt man weniger

Gabriele Bartsch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen bestätigt, dass Alkoholmissbrauch im Alter ein ernstzunehmendes Problem darstellt. Dafür gibt es ihrer Meinung nach mehrere Gründe. Dazu zählt, dass viele Menschen ihren Alkoholkonsum nicht dem Alter anpassen: "Die trinken weiter wie vorher und sagen sich dann, früher habe ich doch auch eine halbe Flasche Wein getrunken." Das Problem dabei sei jedoch, dass man im Alter grundsätzlich weniger vertrage, da der Wassergehalt im Körper sinkt, der für die Alkoholverträglichkeit wichtig ist.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Ein weiterer Faktor, der den Alkoholkonsum bei älteren Menschen beeinflusst, ist die Einnahme von Medikamenten. Denn viele Präparate haben Wechselwirkungen mit Alkohol oder verstärken dessen Wirkung.

Mancher greift zur Flasche, wenn er in Ruhestand geht

Doch während es hierbei quasi unbeabsichtigt zu einem starken Rausch oder einer Alkoholvergiftung kommt, gibt es auch Fälle, in denen ältere Menschen gezielt zur Flasche greifen, um Probleme zu verdrängen. "Manche fangen erst im Alter an zu trinken, wenn sie in Ruhestand gehen, den Partner verlieren oder depressiv werden", so Gabriele Bartsch. Auch in Altersheimen sei dies ein Problem.

Problem statistisch häufig nicht erfasst

Noch allerdings findet das Problem nicht genügend Beachtung. Ein Grund dafür dürfte sein, dass es noch nicht genug erforscht ist. Die Statistik etwa hat sich dem demographischen Wandel noch nicht angepasst. "Die allermeisten Statistiken gehen nur bis zum Alter von einschließlich 64 Jahren", so Bartsch. Und wo konkrete Zahlen fehlen, fehlt auch häufig das Problembewusstsein.

Engere Zusammenarbeit von Suchthilfe und Altersheimen

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, klagt in der "Apotheken Umschau": "Schädlicher Suchtmittelkonsum und Abhängigkeit im Alter werden bislang zu wenig beachtet." Die FDP-Politikerin fordert deshalb eine engere Zusammenarbeit von Suchthilfe, Altenheimen und anderen Senioren-Einrichtungen, um die Betroffen dort abzuholen, wo sie sind. Man dürfe nicht darauf warten, dass ältere Menschen von sich aus zur Beratung kommen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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