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Neues Diagnoseverfahren für Burnout

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Neues Diagnoseverfahren für Burnout

24.05.2012, 12:42 Uhr | md (CF)

Burnout und andere stressbedingte Erkrankungen können sehr verschiedene Symptome haben. Nur ein gutes Diagnoseverfahren ermöglicht daher eine zielgerichtete Behandlung. Hier hat die Wissenschaft einige Fortschritte gemacht.

Menschen reagieren unterschiedlich auf Stress

Dass Stress beim Menschen sowohl körperliche als auch psychische Veränderungen hervorrufen kann, ist bekannt. Die Auswirkungen sind von Mensch zu Mensch jedoch sehr verschieden. Das macht Medizinern die Diagnose Burnout mitunter recht schwer. Manche Patienten zeigen eindeutige körperliche Stress-Symptome, ohne sich subjektiv überlastet zu fühlen. Andere erklären, unter starkem Stress zu leiden, zeigen jedoch praktisch keine körperlichen Reaktionen. (Stress im Job: Balance zwischen Beruf und Familie)

Die drei Stress-Systeme verstehen

Auf der Suche nach einem zuverlässigen Diagnoseverfahren für Burnout haben Wissenschaftler drei sogenannte Stress-Systeme identifiziert. Beim ersten spielt das Hormon Cortisol eine wichtige Rolle, dessen vorrangige Aufgabe die Versorgung des Gehirns mit ausreichend Energie ist. Hier ist vor allem Glucose von Bedeutung, die die Konzentrationsfähigkeit steigert. Beim zweiten System stehen die Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin im Mittelpunkt. Sie beschleunigen den Atem und den Herzschlag, sodass der Körper mit belastenden Situationen besser fertig wird. Das dritte Stress-System schließlich ist mit dem Botenstoff Serotonin für die Entspannung zuständig. Dieses System muss mit den beiden anderen ein Gleichgewicht bilden - tut es das nicht, droht ein Burnout.

Komplexes Diagnoseverfahren

Ausgehend von den drei Systemen, haben Wissenschaftler ein komplexes Diagnoseverfahren entwickelt, mit dem sich stressbedingte Erkrankungen zuverlässig nachweisen lassen. Zu den Untersuchungen gehören zum Beispiel Speichelproben zur Messung des Stresshormons Cortisol und ein EKG zur Kontrolle der Herzfrequenz. Hinzu kommt ein umfangreicher Fragebogen, in dem sich der Patient unter anderem zum Schlafverhalten, zur persönlichen Stressbelastung und zu vielen anderen Aspekten äußern soll. So wird die Basis für eine wirklich fundierte Diagnose geschaffen. Hier lässt sich übrigens ein deutlicher Trend feststellen: Anders als früher werden stressbedingte Krankheiten heute auch als solche benannt und nicht länger hinter körperlichen Beschwerden sozusagen „versteckt“. (Unerfüllter Kinderwunsch wegen zu viel Stress)

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