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Siebzig Prozent aller Schlaganfälle in Deutschland könnten vermieden werden

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Schlaganfall  

So beugen Sie einem Schlaganfall vor

04.05.2012, 15:12 Uhr | akl

Siebzig Prozent aller Schlaganfälle in Deutschland könnten vermieden werden. 70 Prozent der Schlaganfälle in Deutschland sind vermeidbar. (Quelle: imago)

70 Prozent der Schlaganfälle in Deutschland sind vermeidbar. (Quelle: imago)

Rund 270.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. "Bis zu 70 Prozent dieser Schlaganfälle wären vermeidbar", sagt Professor Karl Einhäupl, Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Wichtig ist, dass man die Risikofaktoren kennt und weiß, wie man vorbeugen kann.

Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache

Der Schlaganfall ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache neben Krebs- und Herzerkrankungen. Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe sterben 20 Prozent der Schlaganfall-Patienten innerhalb von vier Wochen, über 37 Prozent innerhalb eines Jahres. Ungefähr die Hälfte der überlebenden Patienten bleibt dauerhaft behindert. Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Neben dem Hauptrisikofaktor Bluthochdruck zählen Vorhofflimmern und Diabetes mellitus ebenso zu den Risiken wie Stoffwechselstörungen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol und Rauchen.

Den Gesundheits-Check-Up 35+ nutzen

Stiftungsratsvorsitzender Einhäupl und Stiftungspräsidentin Liz Mohn werben für Früherkennung und regelmäßige Arztbesuche. "Viele Menschen nehmen nicht einmal Vorsorgeprogramme in Anspruch, die sie mit ihren Krankenkassenbeiträgen bereits bezahlt haben", wundert sich Mohn.

So steht der Gesundheits-Check-Up 35+ gesetzlich Versicherten ab dem 36. Lebensjahr alle zwei Jahre kostenlos zur Verfügung. Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung nutzten zuletzt allerdings nur rund 46 Prozent der Frauen und 44 Prozent der Männer dieses Früherkennungsprogramm. Viele Hausärzte empfehlen die Untersuchung gerade jüngeren Patienten im Hinblick auf die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Risiken.

Wie man Schlaganfall vorbeugen kann

Um die Risikofaktoren für Schlaganfall zu reduzieren, kann man einiges tun. So sollte man auf eine gesunde Ernährung achten und Übergewicht vermeiden. Regelmäßige Bewegung und Sport sind wichtig, um körperlich gesund zu bleiben. Das muss nicht gleich Hochleistungssport sein. Radfahren, Walken oder Schwimmen halten den Körper fit, ohne ihn zu überfordern. Zu Alkohol sollte man besser nur sehr selten greifen und auf Zigaretten ganz verzichten. Aber auch Pausen sind wichtig, denn Stress begünstigt eine ungesunde Lebensweise und lässt den Blutdruck steigen. Wichtig ist auch, dass der Blutdruck regelmäßig kontrolliert wird.

Für ein gesundes Leben ist es nie zu spät, betont Einhäupl: "Wir wissen, dass sich Prävention auch in höherem Alter und gerade nach einem bereits erlittenen Schlaganfall positiv auswirkt." Der Neurologe rät Patienten zudem, sich stets gut auf einen Arztbesuch vorzubereiten. "Wichtig ist, dass Patient und Arzt einander verstehen. Patienten sollten sich nie scheuen, nachzufragen, denn Information ist der Schlüssel zur Gesundheit."

Auf mögliche Symptome sofort reagieren

Neben einer halbseitigen Lähmung des Gesichts, der Unfähigkeit beide Arme zu heben sowie Sprachstören, zählen auch schwache Beine und der Verlust des Sehvermögens zu den Hauptsymptomen für Schlaganfall. Aber auch Schwindel in Verbindung mit Schwierigkeiten beim Laufen und starke Kopfschmerzen sind mögliche Hinweise. Treten diese Anzeichen einzeln oder in Kombination auf, sollte sofort Hilfe geholt werden. Nur durch schnelles Handeln können Gehirnzellen vor dem Absterben gerettet werden. Es ist die 112 zu wählen.

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