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Schlafentzug bei Depressionen kann lindernd wirken

Therapie  

Schlafentzug bei Depressionen kann lindernd wirken

18.09.2012, 11:56 Uhr | ek (CF)

Schlafentzug bei Depressionen kann lindernd wirken. Bei Depressionen kommt es häufig zu Schlafstörungen (Quelle: imago images)

Bei Depressionen kommt es häufig zu Schlafstörungen (Quelle: imago images)

Nach Angaben von Experten kann Schlafentzug bei Depressionen förderlich sein. Während er sonst als heilsam gilt, kann Schlaf Depressionen sogar verschlimmern. Aus diesem Grund wird von Ärzten eine sogenannte Schlafentzugstherapie angewendet, die erstaunliche Ergebnisse zeigt.

Wie funktioniert Schlafentzug bei Depressionen?

Depressive Menschen fühlen sich oft müde und überfordert. Die Versuchung bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu schlafen ist daher groß. Außerdem leiden viele Betroffene ohnehin an Schlafstörungen und versuchen so oft wie möglich die in der Nacht verlorenen Stunden aufzuholen. Doch gerade dieses Verhalten könne die Depression noch verschlimmern, erklärt Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Leipzig, in einem Bericht des "Focus". Deshalb wird in zahlreichen Kliniken seit einigen Jahren der kontrollierte Schlafentzug bei Depressionen als Therapie eingesetzt. Eine Gruppe von Patienten wird nach einigen Stunden Schlaf, häufig gegen 2 Uhr morgens, wieder geweckt. Anschließend werden sie bis zum nächsten Abend wachgehalten. Die Behandlung in der Gruppe ist dabei von Vorteil, da dabei kein Patient allein diese Aufgabe bewältigen muss. Patienten frühstücken oder kochen zusammen und vergessen darüber die anfängliche Müdigkeit.

Noch kein Langzeiteffekt

Die positive Wirkung von Schlafentzug bei Depression konnte zwar bei 60 % der Patienten nachgewiesen werden, doch der Effekt hält nicht auf Dauer an. Meist verfallen Patienten schon nach dem nächsten normalen Schlaf - teilweise sogar nach einem Nickerchen - wieder in ein seelisches Tief. Eine längere positive Wirkung eines einmaligen Schlafentzugs konnte nur bei etwa 15 % der Betroffenen festgestellt werden. Doch zumindest dieser kleine Teil der Patienten fühlt sich durch den Schlafentzug regelrecht beflügelt. "Die persönliche Erfahrung, dass die Stimmung tatsächlich auch wieder besser sein kann, ist für die meisten Patienten bahnbrechend. Sie schöpfen daraus Hoffnung und erkennen, dass sie ihre Erkrankung selbst beeinflussen können. Ein Gefühl, das sie bei Medikamenten weniger haben", so Michael Grözinger, Psychiater am Universitätsklinikum Aachen, laut dem "Spiegel". (Elektrokrampftherapie bei Depression)

Warum wirkt Schlafentzug bei Depressionen lindernd?

Die genaue Ursache für die positive Wirkung von Schlafentzug bei Depressionen ist noch nicht bekannt. Bisher können Forscher nur Vermutungen anstellen. Zum einen führen Sie es darauf zurück, dass viele depressive Menschen bereits an Schlafstörungen leiden. Sie können nicht einschlafen oder liegen nachts stundenlang wach. In dieser Zeit verfallen sie in Grübeleien und geben sich ihrer Traurigkeit und Hilflosigkeit regelrecht hin. Der kontrollierte Schlafentzug verhindert diese Wachphasen und damit auch das negative Grübeln. Eine weitere These ist, dass der Hormonhaushalt im Gehirn durch das Wachbleiben in einen neuen Rhythmus versetzt wird. Während des Schlafs wird weniger Serotonin produziert. Bleibt der Körper wach, wird dieses "Glückshormon" ohne Pause weiter ausgeschüttet, vermuten Experten. Ein wichtiges Ziel der Forschung sei es, die positiven Auswirkungen von Schlafentzug bei Depressionen langfristig aufrechtzuerhalten, erklärt Schlafforscher Axel Steiger vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, gegenüber der "Welt". (Bipolare Depression: Emotionale Berg- und Talfahrt)

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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