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Osteoporose erkennen: Wie sinnvoll ist die Knochendichtemessung

Knochendichtemessung  

Osteoporose früh erkennen und behandeln

19.12.2019, 11:32 Uhr | am (CF), ji, t-online

Osteoporose erkennen: Wie sinnvoll ist die Knochendichtemessung. Ein durch Osteoporose bedingter Wirbelbruch kann zu chronischen Rückenschmerzen führen.  (Quelle: Getty Images/ Raycat)

Ein durch Osteoporose bedingter Wirbelbruch kann zu chronischen Rückenschmerzen führen. (Quelle: Raycat/Getty Images)

Meist zeigen sich typische Osteoporose-Symptome erst, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Diagnoseverfahren wie die Knochendichtemessung können Sicherheit verschaffen, ob ein Knochenschwund vorliegt. Lesen Sie hier, welche Methoden es gibt und welche Therapien Linderung bringen.

Osteoporose: Typische Symptome 

Etwa 25 Prozent der Deutschen über 50 Jahre leiden unter Osteoporose, einer Krankheit, die auch als Knochenschwund bezeichnet wird. Vor allem Frauen sind davon betroffen. Auch eine frühe Menopause vor dem 45. Lebensjahr begünstigt die Krankheit. Kalziummangel, etwa durch zu wenig Magensäure, aber auch erbliche Veranlagungen, sind weitere Risikofaktoren.

Der Knochenabbau an sich ist nicht mit Schmerzen verbunden, sodass Osteoporose meist unbemerkt beginnt. Wenn jedoch im fortgeschrittenen Alter Rückenschmerzen plötzlich und heftig einsetzen, könnte eine Osteoporose dahinterstecken. Bei fortgeschrittener Krankheit kann es zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule bis hin zum Buckel kommen. Damit verbunden ist eine deutliche Abnahme der Körpergröße. Die Verkürzung der Wirbel ist mit Schmerzen verbunden. Eine Verkürzung des Rumpfes äußert sich häufig im sogenannten Tannenbaumphänomen: Die überschüssige Haut hängt herunter und wirft Falten, die an die Zweige einer Tanne erinnern.

Zu den typischen Osteoporose-Symptomen zählen auch Knochenbrüche (Frakturen) bei geringen äußeren Anlässen, etwa einem an sich harmlosen Sturz. Diese Brüche sind darauf zurückzuführen, dass die Knochendichte sich bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf schon stark verringert hat. Dann können die Knochen den Belastungen des Alltags nicht mehr standhalten. Knochenbrüche treten besonders häufig an den Wirbelkörpern der Lendenwirbelsäule, am Oberschenkelhals und an den Handgelenken auf.

Diagnose: So stellt der Arzt Knochenschwund fest

Bei der Diagnose von Osteoporose ist die Knochendichtemessung, auch Osteodensitometrie genannt, der Goldstandard. Die Messung gibt Aufschluss über die Dichte des untersuchten Knochens und hilft, den Knochenschwund frühzeitig zu erkennen. Die Messung der Knochendichte erfolgt mittels einer Röntgenuntersuchung. Die in Deutschland gebräuchlichste Methode ist die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA: Dual Energy X-Ray Absorptiometry), bei der der Röntgenstrahl durch den Knochen geht. Am Schenkelhals oder an der Wirbelsäule wird dabei gemessen, wie groß der Anteil der Strahlung ist, die auf der anderen Seite ankommt, und wie viel Strahlung der Körper absorbiert hat.

Struktur eines gesunden Knochens (links) und die Auflösung der Knochensubstanz bei Osteoporose (Mitte und rechts) (Quelle: Getty Images/ cosmin4000)Struktur eines gesunden Knochens (links) und die Auflösung der Knochensubstanz bei Osteoporose (Mitte und rechts) (Quelle: cosmin4000/Getty Images)

Bei der Messung der Knochendichte mithilfe der DXA-Methode wird der sogenannte T-Wert ermittelt. Er bezeichnet die Abweichung von der durchschnittlichen Knochendichte eines gesunden 30-jährigen. Je nachdem, wie weit der Wert des Patienten von diesem Standardwert abweicht, sprechen Ärzte von verringerter Knochendichte (Osteopenie), bei stärkerer Abweichung von Osteoporose oder bei vorausgegangenen Brüchen von einer manifesten Osteoporose. Sobald die Diagnose feststeht, kann der Arzt mit der Therapie beginnen.

Der Dachverband Osteologie (DVO) empfiehlt je nach Krankheitsverlauf eine Knochendichtemessung im Abstand von zwei bis fünf Jahren. Ist die Osteoporose sehr stark fortgeschritten, sind kürzere Abstände von sechs Monaten bis zu einem Jahr bei der Untersuchung sinnvoll.

Knochendichtemessung: Wann ist sie sinnvoll? 

Empfohlen wird die Knochendichtemessung für alle Frauen ab 60 Jahren und für Männer ab 70 Jahren, die jeweils bestimmte Risikofaktoren für Knochenbrüche aufweisen. Dazu gehören Rauchen, Untergewicht, häufige Stürze oder vorausgegangene Brüche an Armen oder Beinen bei einem eher harmlosen Sturz. Ob eine Knochendichtemessung für Sie sinnvoll ist, kann Ihr behandelnder Arzt einschätzen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Messung üblicherweise nur bei Patienten, die bereits einen verdächtigen Bruch hatten, der auf Osteoporose hinweist. Seit Januar 2014 gilt jedoch eine neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Demnach kann die Gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Untersuchuchung zahlen, wenn der Patient mit Medikamenten gegen Osteoporose therapiert werden soll. Die Planung einer medikamentösen Behandlung wird also vorausgesetzt.

Studien zeigen, dass die Messung generell bei Frauen ab der Menopause sinnvoll sein kann. Sie hilft, eine mögliche Osteoporose frühzeitig zu erkennen. In diesen Fällen müssen die Patientinnen die Kosten für die Knochendichtemessung jedoch selbst zahlen.

Weitere Methoden der Knochendichtemessung 

Neben der DXA gibt es weitere Verfahren, um Osteoporose zu diagnostizieren und ihren Schweregrad zu bestimmen. Hierzu gehören:

  • Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen
  • Quantitative Computertomografie (QCT)
  • Periphere quantitative Computertomografie (pQCT)
  • Blutuntersuchungen

Knochendichtewerte und Krankheitsstadium

Sobald eine Diagnose mit Hilfe der Knochendichtemessung erfolgt ist, kann der Grad der Erkrankung bestimmt werden. Die folgenden Tabelle zeigt, welche Werte den verschiedenen Stadien des Knochenschwundes zugeordnet werden:

T-WertDiagnose / Stadium
0 bis -1normale Knochenwerte
von -1.0 bis - 2.5 Osteopenie (niedrige Knochenmasse), Vorstadium
< -2.5  Osteoporose (ohne Frakturen)
<-2,5 und Frakturenmanifeste Osteoporose (mit Frakturen)


Therapie von Osteoporose: Bisphosphonate

Je nach Schwere der Krankheit müssen Medikamente oder andere Therapieformen zum Einsatz kommen. Doch nicht alle sind frei von Nebenwirkungen oder Komplikationen. Die Wirkung von Bisphosphonaten ist jedoch eindeutig wissenschaftlich belegt und sie sind die derzeit effektivsten Medikamente zur Behandlung von Osteoporose. Sie werden in Form von Tabletten oder Injektionen angewendet. Bisphosphonate vermindern den Knochenabbau, indem sie von den verantwortlichen Zellen aufgenommen werden und deren Aktivität hemmen. Gleichzeitig verbinden sie sich mit den Mineralstoffen im Knochen, sodass nicht zu viel Kalzium herausgelöst werden kann.

Weitere Therapieformen, die jedoch mit Komplikationen und Nebenwirkungen verbunden sein können, sind die Knochenzement-Therapie, die Magnetfeldtherapie oder Medikamente wie Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren.

Vorbeugen mit der richtigen Ernährung 

Eine ausgewogene Ernährung kann den Knochenaufbau unterstützen und damit langfristig Osteoporose vorbeugen. Auf dem Speiseplan sollten ausreichend pflanzliche Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse stehen. Mit Vollkornprodukten können Sie Ihre Mahlzeiten ergänzen. Fisch und Geflügel sollten Sie rotem Fleisch vorziehen aber nicht häufiger als zwei- bis dreimal die Woche.

Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Kalzium gelten grundsätzlich als gut geeignet, um Osteoporose vorzubeugen. Das Mineral ist entscheidend am Knochenaufbau beteiligt. Milchprodukte enthalten besonders viel Kalzium. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Kalziummenge von 1000 mg. Diese erreicht man bereits zum Beispiel mit 150 ml fettarmer Milch, einem Becher Joghurt (150 g), 2 Scheiben Käse (60 g), einer Portion Brokkoli (200 g) und 500 ml kalziumreichem Mineralwasser. Die DGE empfiehlt, die Nahrungsmittel über den Tag zu verteilen, damit der Körper das Spurenelement besser aufnehmen kann. Weitere Lebensmittel mit hohem Kalziumgehalt sind Gemüsesorten wie Brokkoli, grüne Bohnen, Kohlrabi oder Grünkohl.

Die Einnahme von Kalzium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ist unter Experten umstritten. Jutta Semmler, Expertin für Stoffwechselerkrankungen, warnt vor einer erhöhten Dosierung: "Zuviel Kalzium bedeutet eine verminderte Phosphat-Aufnahme im Darm, und Phosphat-Mangel schwächt die Muskulatur. Außerdem macht viel Kalzium den Stuhlgang fester." Der richtige Tipp lautet hier: Wer sich ausgewogen ernährt, nimmt in der Regel genügend Kalzium über die Nahrung zu sich. Ein unbedarfter Griff zu Zusatzpräparaten ist dann kontraproduktiv. Bevor Sie rezeptfreie Präparate einnehmen, sollten Sie daher Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Ausreichend Vitamin D sorgt dafür, dass der Körper das Kalzium überhaupt aufnehmen kann. Über die Nahrung ist es jedoch nur schwer möglich genügend Vitamin D zu sich zu nehmen, auch wenn es beispielsweise in großen Mengen in Fisch enthalten ist. Der Körper kann Vitamin D auch selbst produzieren. Dafür benötigt die Haut allerdings Sonnenlicht. Gehen Sie deshalb regelmäßig spazieren.

Diese Nahrungsmittel sollten Sie vermeiden

Es funktioniert aber auch andersherum: Indem Sie auf bestimmte Lebensmittel verzichten oder diese nur in Maßen zu sich nehmen, können Sie ebenfalls Ihr Osteoporose-Risiko senken. Der übermäßige Verzehr von Salz, Koffein, Zucker und phosphathaltigen Lebensmitteln, zum Beispiel Lachs, Schmelzkäse, Nüssen oder alkoholischen Getränken sollte vermieden werden. Sie können Knochen und Gelenken schaden.

Verwendete Quellen:
  • gesundheitsinformation.de
  • Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.
  • Dachverband Osteologie (DVO)
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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