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Glutenfreie Lebensmittel: Was steckt dahinter?


Glutenfreie Lebensmittel: Was steckt dahinter?

sj (CF)

Aktualisiert am 07.10.2014Lesedauer: 2 Min.
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Glutenfreie Lebensmittel sind speziell gekennzeichnet.
Glutenfreie Lebensmittel sind speziell gekennzeichnet. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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In den Supermarktregalen finden sich immer mehr glutenfreie Lebensmittel. Für Menschen mit Zöliakie, also einer Glutenunverträglichkeit, sind sie eine wichtige Ergänzung des Speiseplans. Die Kennzeichnung "glutenfrei" wird jedoch auch oft zu Werbezwecken eingesetzt. Hier lesen Sie, wann Sie wirklich glutenfreie Lebensmittel benötigen - und welche von Natur aus glutenfrei sind und daher eine Kennzeichnung überflüssig machen.

Glutenfreie Lebensmittel: Wer braucht sie?

Wichtig sind glutenfreie Lebensmittel für Menschen, die das in vielen Getreidesorten enthaltene Klebereiweiß Gluten nicht vertragen. Der Fachausdruck dafür lautet Zöliakie. Die Deutsche Zöliakiegesellschaft geht laut einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR) davon aus, dass in Deutschland etwa 300.000 Menschen davon betroffen sind. Nehmen sie das Klebereiweiß auf, entzündet sich ihre Darmschleimhaut.

Die Folge können Durchfall und Erkrankungen wie Mangelerscheinungen oder gar Darmkrebs sein. Ob jemand an Zöliakie leidet, kann durch einen Bluttest beim Arzt sicher nachgewiesen werden. Betroffene müssen bestimmte Lebensmittel wie Weizen- und Roggenmehl meiden. Besonders eingeschränkt ist die Auswahl daher oft bei Backwaren und Nudeln. Produkte, die zum Beispiel aus den glutenfreien Getreidesorten Mais und Reis bestehen, können ein Ausweg sein.


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Viele Lebensmittel sind von Natur aus glutenfrei

Hersteller bauen außerdem oft auf die Unkenntnis der Verbraucher darüber, welche Nahrungsmittel überhaupt Gluten enthalten. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nennt als Beispiel ein Mineralwasser, das in Spanien ausdrücklich als glutenfrei angeboten wird. Mineralwasser enthält jedoch von Natur aus kein Gluten - daher ist eine solche Kennzeichnung völlig überflüssig. Glutenfrei sind laut der Deutschen Zöliakiegesellschaft auch Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Butter und viele andere Milchprodukte wie zum Beispiel Hartkäse. Bei Getreideprodukten, verarbeiteten Lebensmitteln und Fertiggerichten sollten Sie hingegen auf das "Glutenfrei"-Siegel mit der Ähre achten, wenn Sie an Zöliakie leiden.

Kennzeichnung für glutenfreie Lebensmittel

Die offizielle Kennzeichnung für glutenfreie Lebensmittel ist ein gelbes Siegel mit einer durchgestrichenen Ähre. Wichtig: Ist ein Lebensmittel als glutenfrei gekennzeichnet, bedeutet das, dass der Grenzwert von 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm eingehalten wird. Mediziner gehen davon aus, dass geringere Glutenmengen nur bei äußerst sensiblen Menschen Beschwerden auslösen. Trotz Siegel können Produkte aber trotzdem Spuren von Gluten enthalten. Hersteller sind laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verpflichtet, auch in solchen Fällen die Namen der glutenhaltigen Zutaten auf der Verpackung anzugeben. Das kann zum Beispiel modifizierte Stärke sein.

"Glutenfrei" ist gut fürs Geschäft

Hersteller haben erkannt, dass Menschen, die sich selbst als ernährungssensibel betrachten, gerne glutenfreie Produkte kaufen. Entsprechend werben sie immer häufiger mit dem Hinweis, dass ein Produkt glutenfrei sei. "Es wird der Eindruck erweckt, diese Produkte seien besonders bekömmlich", kritisiert Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg in einem Bericht des NDR.

Wenn Sie jedoch nicht an Zöliakie leiden, ist es völlig unnötig, Gluten zu meiden. Das rät auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf ihrer Internetseite: "Ohne gesicherte Diagnose, zum Beispiel von Zöliakie, hat eine glutenfreie Ernährung, mit zum Teil großen Einschränkungen, keinen Sinn." Zudem kosten glutenfreie Lebensmittel meist deutlich mehr.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Andrea Goesch
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