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Unruhige Beine: Was hilft beim Restless-Legs-Syndrom?

Restless-Legs-Syndrom  

Was hinter zuckenden Beinen stecken kann

05.11.2018, 15:32 Uhr | Cynthia Böttger, t-online.de, lk

Unruhige Beine: Was hilft beim Restless-Legs-Syndrom?. Unruhige Beine: Dahinter kann das Restless-Leg-Syndrom stecken. (Quelle: Getty Images/LightFieldStudios)

Unruhige Beine: Dahinter kann das Restless-Leg-Syndrom stecken. (Quelle: LightFieldStudios/Getty Images)

Wer nachts häufiger unruhige Beine hat, die zudem ziehen oder kribbeln, sollte die Symptome besser vom Arzt abklären lassen. Es könnte sich um das so genannte Restless-Legs-Syndrom (RLS) handeln. Wir erklären Ihnen, wie sich das RLS bemerkbar macht und was Sie dagegen tun können.

Was ist das Restless-Legs-Syndrom?

Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung. Sobald die Betroffenen im Bett liegen und versuchen, zur Ruhe zu kommen, empfinden sie ein quälendes Ziehen oder Kribbeln in den Beinen sowie einen enormen Bewegungsdrang. Die Symptome treten auch beim längeren Sitzen etwa im Kino oder während einer Autofahrt auf. Erst durch Bewegung gehen die Missempfindungen zurück.

Der ständige Drang, sich zu bewegen, kann für Betroffene auf Dauer sehr belastend sein. Insbesondere die durch die Krankheit bedingten Schlafstörungen können zu körperlicher und seelischer Erschöpfung führen und die Lebensqualität stark einschränken.

Wer ist von RLS betroffen?

In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Restless Legs Vereinigung e. V. mehrere 100.000 Menschen an dieser Krankheit. RLS ist damit eine der häufigsten Bewegungsstörungen in der Neurologie. Typischerweise tritt das Syndrom bei Menschen im mittleren bis höheren Lebensalter auf. Diabetiker erkranken häufiger an RLS. Darüber hinaus sind Frauen doppelt so oft betroffen wie Männer.

Ursachen: Wie entstehen "unruhige Beine"?

Bis heute ist nicht abschließend geklärt, was die Ursache für "Restless Legs" ist. Man weiß lediglich, dass die Erkrankung auf einer gestörten Signalübertragung zwischen denjenigen Nervenzellen im Gehirn beruht, die den Neurotransmitter Dopamin herstellen. Hinter "unruhigen Beinen" kann neben einer genetischen Veranlagung auch eine chronische Erkrankung stecken. Grundlegend wird zwischen zwei Grundformen unterschieden:

  • idiopathischer RLS: Bei der genetisch vererbten "idiopathischen RLS" konnten bis heute sechs Risiko-Gene identifiziert werden.
  • symptomatischer RLS: Das symptomatische bzw. sekundäre RLS ist die Folge einer anderen Grunderkrankung oder Störung im Stoffwechsel. Auch bestimmte Medikamente können der Auslöser sein. 

Bei der sekundären Erkrankung führen unter Umständen folgende Faktoren zum Restless-Legs-Syndrom:

  • Schwangerschaft
  • Eisenmangel
  • Nierenerkrankungen
  • Rheumaerkrankungen
  • Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion
  • Medikamente (wie Antidepressiva und Neuroleptika)
  • andere Nervenleiden wie Polyneuropathie

Symptome zwingen zum Aufstehen

Allen Betroffenen gemeinsam ist eine gelegentliche bis permanente Unruhe, aber auch ziehende Schmerzen in den Beinen gehören zu den Symptomen. Die Beschwerden treten vor allem fünf bis 30 Minuten nach dem Zubettgehen auf, machen das Einschlafen fast unmöglich und zwingen Betroffene meist zum Aufstehen, erläutert Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte in Krefeld. Bis zu eine Stunde könne es dauern, bis die Symptome wieder weg seien.

Die meisten Betroffenen leiden außerdem nachts an Muskelzuckungen. Diese verursachen kurze Weckreaktionen, wodurch die Patienten nur oberflächlich und unruhig schlafen. In Folge des Schlafmangels kann sich die Krankheit durch Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung und Leistungsabfall äußern.

Da das Restless-Legs-Syndrom ebenfalls in erzwungenen Ruhesituationen, wie einer langen Busreise auftreten kann, fühlen sich viele Betroffene in ihrem Freizeitverhalten eingeschränkt.

Symptome bei RLS im Überblick:

  • gelegentliche bis permanente Unruhe
  • Ziehen und Kribbeln in den Beinen (vor allem nachts und in Ruhephasen)
  • Bewegungsdrang
  • Schlafstörungen
  • Muskelzuckungen im Schlaf
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Leistungsabfall

Um herauszufinden, ob Sie betroffen sind, bietet die Deutsche Restless Legs Vereinigung auf Ihrer Internetseite einen RLS-Selbsttest an. Der Test kann helfen, die Symptome besser einzuordnen, ersetzt aber nicht die Untersuchung beim Arzt. 

Diagnose: Welcher Arzt?

Die richtige Anlaufstelle beim Verdacht auf RLS ist ein Neurologe oder Schlafmediziner. Da die Symptome der Betroffenen oft mit Nervosität, innerer Anspannung und Verunsicherung einhergehen, führen sie ihre Beschwerden anfangs auf psychische Anspannung zurück. Weitere Symptome sind Antriebslosigkeit, Vergesslichkeit oder Konzentrationsstörungen, die den Symptomen einer Depression ähneln. Daher kann es leicht zu einer falschen Diagnose kommen, wenn kein Arzt aufgesucht wird. Der Neurologe oder Schlafmediziner schließt daher zunächst andere Erkrankungen aus.

Um die Diagnose vom Arzt gestellt zu bekommen, müssen in erster Linie vier Kriterien erfüllt sein.

KriteriumBeschreibung der Symptome
BewegungsdrangDie Betroffenen verspüren ein unangenehmes manchmal auch schmerzhaftes Unruhegfühl in den Beinen. Dadurch wird es unmöglich, ruhig zu sitzen oder zu liegen.
Beschwerden bei RuheDas Kribbeln, Ziehen und die Unruhe treten besonders in Ruhepausen auf und verhindern die Entspannungsphasen von Betroffenen.
SchlafstörungenDie Beschwerden verstärken sich gegen Abend und behindern das Ein- und Durchschlafen.
Aktivität hilft kurzfristigDie Symptome verbessern sich vorübergehend durch Aktivitäten wie Aufstehen und Umhergehen.

Therapie beim Restless-Legs-Syndrom

Die Behandlung erfolgt individuell und nach dem subjektiven Leidensdruck des Patienten. Heilbar ist das Syndrom nicht – es sei denn, es wurde von einer anderen Erkrankung verursacht. Beim symptomatischen RLS steht dann Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. 

Beim genetisch vererbten RLS liegt der Fokus der Therapie darauf, die Symptome zu lindern. Bei dem Syndrom ist die Produktion des für Bewegungen und Emotionen wichtigen Botenstoffs Dopamin gestört. Eine Behandlungsmöglichkeit ist daher das Verabreichen von so genannten Dopaminagonisten. Diese ahmen die Wirkung von Dopamin im Gehirn nach. Die Medikamente werden etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen, da zu Beginn der Erkrankung die Beschwerden nachts am schlimmsten sind. Bei vielen Menschen mit RLS bringen solche Wirkstoffe eine deutliche Besserung der Beschwerden. Sie werden auch zur Behandlung von Parkinson eingesetzt.

Um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Kreislaufprobleme gering zu halten, ist es wichtig, die richtige Dosis zu finden und mit einer möglichst kleinen Menge an Wirkstoff zu beginnen. Manchmal verstärken die Dopamin-Präparate allerdings die Beschwerden. In diesem Fall muss die Therapie mit einem anderen Medikament erfolgen.

Weitere Maßnahmen: Kaffee, Alkohol und Stress vermeiden

Leichte Fälle des RLS müssen nicht unbedingt mit Medikamenten behandelt werden. Hilfreich sind hier zum Beispiel Massagen oder Bürsten der Beine und kalte Fußbäder. Auch Kniebeugen oder Fahrradfahren hilft. Betroffene sollten zudem auf Kaffee, Alkohol, Stress oder schwere körperliche Arbeit verzichten.

Für Menschen mit dem Restless-Legs-Syndrom gibt es auch Selbsthilfegruppen, in denen sie sich mit anderen Betroffenen austauschen können.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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