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Unruhige Beine: Was hilft beim Restless-Legs-Syndrom?

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Restless-Legs-Syndrom  

Unruhige Beine: Was hinter zuckenden Beinen stecken kann

23.05.2018, 12:24 Uhr | Cynthia Böttger, t-online.de, lk

Unruhige Beine: Was hilft beim Restless-Legs-Syndrom?. Unruhige Beine: Dahinter kann das Restless-Leg-Syndrom stecken. (Quelle: Getty Images/LightFieldStudios)

Unruhige Beine: Dahinter kann das Restless-Leg-Syndrom stecken. (Quelle: LightFieldStudios/Getty Images)

Wer nachts häufiger unruhige Beine hat, die zudem ziehen oder kribbeln, sollte die Symptome besser vom Arzt abklären lassen. Es könnte sich um das so genannte Restless-Legs-Syndrom (RLS) handeln. Wir erklären Ihnen, wie sich das RLS bemerkbar macht und was Sie dagegen tun können.

Was ist das Restless-Legs-Syndrom?

Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung. Sobald die Betroffenen im Bett liegen und versuchen, zur Ruhe zu kommen, treten die Beschwerden wie quälendes Ziehen oder Kribbeln in den Beinen sowie enormer Bewegungsdrang auf. Die Symptome treten auch beim längeren Sitzen etwa im Kino oder während einer Autofahrt auf. Erst durch Bewegung gehen die Missempfindungen zurück. Der ständige Drang, sich zu bewegen, kann für Betroffene auf Dauer sehr belastend sein. Insbesondere die durch die Krankheit bedingten Ein- und Durchschlafstörungen können zu körperlicher und seelischer Erschöpfung führen und die Lebensqualität stark einschränken.

Wer ist von RLS betroffen?

In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Restless Legs Vereinigung e. V. mehrere 100.000 Menschen an dieser Krankheit. RLS ist damit eine der häufigsten Bewegungsstörungen in der Neurologie. Typischerweise tritt das Syndrom bei Menschen im mittleren bis höheren Lebensalter auf. Diabetiker erkranken häufiger an RLS. Darüber hinaus sind Frauen doppelt so oft betroffen wie Männer.

Wie entstehen "unruhige Beine"?

Bis heute ist nicht abschließend geklärt, was die Ursache für "Restless Legs" ist. Man weiß lediglich, dass die Erkrankung auf einer gestörten Signalübertragung zwischen denjenigen Nervenzellen im Gehirn beruht, die den Neurotransmitter Dopamin herstellen. Hinter "unruhigen Beinen" kann neben einer genetischen Veranlagung auch eine chronische Erkrankung stecken. Grundlegend wird zwischen zwei Grundformen unterschieden:

  • idiopathischer RLS
  • symptomatischer RLS 

Bei der genetisch vererbten "idiopathischen RLS" konnten bis heute sechs Risiko-Gene identifiziert werden. Hingegen bei dem symptomatischen RLS, auch sekundäres RLS genannt, steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Bei der sekundären Erkrankung führen unter Umständen folgende Faktoren zu dem Restless-Legs-Syndrom:

  • Schwangerschaft
  • Eisenmangel
  • Nierenerkrankungen
  • Rheumaerkrankungen
  • Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion
  • Medikamente (wie Antidepressiva und Neuroleptika)
  • andere Nervenleiden wie Polyneuropathie

Symptome zwingen zum Aufstehen

Allen Betroffenen gemeinsam ist eine gelegentliche bis permanente Unruhe, aber auch ziehende Schmerzen in den Gliedmaßen gehören zu den Symptomen. Die Beschwerden treten vor allem fünf bis 30 Minuten nach dem Zubettgehen auf, machen das Einschlafen fast unmöglich und zwingen Betroffene meist zum Aufstehen, erläutert Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte in Krefeld. Bis zu eine Stunde könne es dauern, bis die Symptome wieder weg seien.

Die meisten Betroffenen leiden außerdem im Schlaf an Muskelzuckungen. Diese verursachen kurze Weckreaktionen, wodurch die Patienten nur oberflächlich und unruhig schlafen. Am nächsten Tag sind diese oft müde und weniger belastbar, da die Symptome ihnen nachts die benötigte Entspannung rauben. Da das Restless-Legs-Syndrom auch in erzwungenen Ruhesituationen, wie  einer langen Busreise auftreten kann, fühlen sich viele Betroffene ebenfalls in ihrem Freizeitverhalten eingeschränkt.

Diagnose: Welcher Arzt?

Die richtige Anlaufstelle beim Verdacht auf RLS ist ein Neurologe oder Schlafmediziner. Da die Symptome der Betroffenen oft mit Nervosität, innerer Anspannung und Verunsicherung einhergehen, führen sie ihre Beschwerden anfangs auf psychische Anspannung zurück. Weitere Symptome sind Antriebslosigkeit, Vergesslichkeit oder Konzentrationsstörungen, die den Symptomen einer Depression ähneln. Daher kann es leicht zu einer falschen Diagnose kommen, wenn kein Arzt aufgesucht wird. Der Neurologe oder Schlafmediziner schließt daher zunächst andere Erkrankungen aus.

Um die Diagnose vom Arzt gestellt zu bekommen, müssen in erster Linie vier Kriterien erfüllt sein.

KriteriumBeschreibung der Symptome
BewegungsdrangDie Betroffenen verspüren ein unangenehmes manchmal auch schmerzhaftes Unruhegfühl in den Beinen. Dadurch wird es unmöglich, ruhig zu sitzen oder zu liegen.
Beschwerden bei RuheDas Kribbeln, Ziehen und die Unruhe treten besonders in Ruhepausen auf und verhindern die Entspannungsphasen von Betroffenen.
Gestörter SchlafDie Beschwerden verstärken sich gegen Abend und behindern das Ein- und Durchschlafen.
Aktivität hilft kurzfristigDie Symptome verbessern sich vorübergehend durch Aktivitäten wie Aufstehen und Umhergehen.

Therapieformen beim Restless-Legs-Syndrom

Die Behandlung erfolgt individuell und nach dem subjektiven Leidensdruck des Patienten. Heilbar ist das Syndrom nicht – es sei denn, es wurde von einer anderen Erkrankung verursacht. Dennoch sind die Beschwerden gut zu behandeln.

Bei dem Syndrom ist die Produktion des für Bewegungen und Emotionen wichtigen Botenstoffs Dopamin gestört. Eine Behandlungsmöglichkeit ist daher das Verabreichen von Dopaminvorstufen oder Dopaminersatzstoffen. Die Medikamente werden etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen, da zu Beginn der Erkrankung die Beschwerden nachts am schlimmsten sind. Bei vielen Menschen mit RLS bringen solche Wirkstoffe eine deutliche Besserung. Sie werden auch zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt.

Um Nebenwirkungen gering zu halten, ist es wichtig, die richtige Dosis zu finden und mit einer möglichst kleinen Menge an Wirkstoff zu beginnen. Manchmal verstärken die Dopamin-Präparate allerdings die Beschwerden. In diesem Fall muss auf ein anderes Medikament umgestellt werden.

Kaffee, Alkohol und Stress vermeiden

Leichte Fälle des RLS müssen nicht unbedingt mit Medikamenten behandelt werden. Hilfreich sind hier zum Beispiel Massagen oder Bürsten der Beine und kalte Fußbäder. Auch Kniebeugen oder Fahrradfahren hilft. Betroffene sollten zudem auf Kaffee, Alkohol, Stress oder schwere körperliche Arbeit verzichten.

Die Deutsche Restless Legs Vereinigung bietet auf Ihrer Internetseite einen RLS-Selbsttest an.

Verwendete Quellen:

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.


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