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Suchtbericht: Deutsche trinken Badewanne voll Alkohol pro Jahr

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Alkohol  

Suchtbericht: Deutsche trinken Badewanne voll Alkohol pro Jahr

04.04.2013, 08:15 Uhr | AFP

Suchtbericht: Deutsche trinken Badewanne voll Alkohol pro Jahr. Suchtbericht: Deutsche unterschätzen die Gefahr von Alkohol.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Suchtbericht: Deutsche unterschätzen die Gefahr von Alkohol. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Gesundheitsrisiken durch Alkohol werden einer aktuellen Studie zufolge von vielen Menschen unterschätzt. Im Durchschnitt trinken die Deutschen jährlich 9,6 Liter reinen Alkohol, wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bei der Vorstellung ihres Jahrbuches 2013 bekannt gab. Diese jährliche Reinalkoholmenge entspricht umgerechnet rund 325 Flaschen Bier, 27 Flaschen Wein, fünfeinhalb Flaschen Schaumwein und mehr als sieben Flaschen Spirituosen - und damit dem Inhalt einer haushaltsüblichen Badewanne, die randvoll gefüllt ist.

Täglich ein Bier ist schon zu viel

Die Grenzwerte für einen gesunden Erwachsenen liegen nach DHS-Angaben für Frauen bei zwölf Gramm und für Männer bei 24 Gramm reinem Alkohols pro Tag. Ein 0,3-Liter-Glas Bier enthält rund 13 Gramm reinen Alkohol, ein 0,2-Liter-Glas Wein rund 16 Gramm. Einen risikolosen Alkoholkonsum gebe es nicht, warnen die Experten. So sterben an den Folgen des Alkoholkonsums allein oder in Kombination mit dem Rauchen in Deutschland jährlich 74.000 Menschen. Insgesamt übertreffen die Schäden durch Alkohol und Tabak einzeln genommen bei weitem die Gesamtschäden durch illegale Drogen. 


Alkohol macht psychisch krank

Die Diagnose "Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol" ist den Fachleute zufolge unterdessen die dritthäufigste in der Krankenhausstatistik, bei Männern sogar die häufigste Diagnose unter den vollstationär behandelten Patienten. Hinzu kommen weitere typische Krankheiten wie alkoholbedingte Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Krebserkrankungen sowie Unfälle und Verletzungen unter Alkoholeinfluss. Nicht nur Vieltrinker setzten ihre Gesundheit aufs Spiel, mahnte die DHS. Man müsse nicht erst süchtig werden, um alkoholbedingt zu erkranken. Schon durch den regelmäßigen Konsum von Alkoholmengen, die von den meisten als gering betrachtet werden, könnten Organe geschädigt, das Krebsrisiko gesteigert und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht werden. 


Experten: Alkohol soll teurer werden

Neben menschlichem Leid verursacht Alkohol der Untersuchung zufolge in Deutschland wirtschaftliche Kosten von 26,7 Milliarden Euro. Darin inbegriffen sind neben den unmittelbaren Behandlungskosten alkoholbedingter Erkrankungen auch die wirtschaftlichen Verluste unter anderem durch Fehlzeiten am Arbeitsplatz und Frühverrentung. Als wirksame Vorbeugung gegen Risiken durch Alkoholkonsum empfehlen Wissenschaftler laut DHS unter anderem Preisanhebungen durch Steuererhöhungen und eine zeitliche Begrenzung des Alkoholverkaufs. 



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